Montsegur Caves
August 16 1920 Monday Somehow in the afternoon?
Wir verlassen die Höhle unser Vision und gehen wieder die Treppe herauf…Der Durchgang ist verschüttet, die Wendeltreppe endet in einem brockigen Trümmerhaufen, der uns zur Rückkehr zwingt. Wir suchen nach anderen Ausgängen in unserer Visionshöhle…
Nach einem auf dem ersten Blick versteckten Durchgang zu einer anliegenden Caverne entdecken wir eine weitere Höhle, diesmal nur tropfsteinartiger geformt als zuvor, aus der sich drei weitere Durchgänge herausformen. Einer davon leuchtet blau…
Ich hoffte, die Visionen wären vorüber, doch während wir leise zu der blauen Höhle schleichen, habe ich einen Flashback:
Je suis Pierre, un petit prince…Mon Mama schreit: Renn! Renn! Ma Couer, Renn! Ich rennte was ich konnte und fiel hin. Beim Wiederaufdiebeinekommen sah ich Männer mit Schwertern, die den Acker hackend bearbeiteten, wo eben noch meine Mutter stand…Ich rennte den ganzen Nachmittag, bis da auf einmal Leute waren, die auch rennten. Na deswegen rennte ich ihnen einfach hinterher….Alle sind ganz doll gerennt… Ich hab Sterne gesehen, weil ich so schnell rennte und Luft schlucken musste. Ich rennte hoch auf die kleine lustige Burg auf dem Berg, die ich immer aus meinem Kinderzimmer beim Einschlafen gesehen hatte- Maman sagte immer: Da oben ist die Welt zu Ende, dann kommt nur noch Gott – und muss Husten machen, weil es mich überall von innen sticht. Ein alter, großer, schlanker Mann, der an mir ganz schnell vorbei humpelt, sieht mir auf einmal ganz plötzlich doll in die Augen…Das war so wie als ob der gezogen hat an meinen Beinen..,.Ich rennte dann noch nur noch schneller…Dann kann ich mich nur noch so dran erinnern…weil so, hab´nem Stiefelmann auf die Füße gekotzt. Werde nie vergessen, sein sattes väterlichfreundschaftliches Lachen, und dann hatter mich an die Hand genommen und ganz schnell in Sicherheit gebracht. Nach unten…
Das blaue Licht ist Tageslicht, dass aus einigen Höhlenöffnungen einen Wasserfall bescheint. Wir schauen in die anderen, dunklen Höhlen hinein. In dem mittleren Gang müssen wir durch einen niedrigen Tunnel kriechen, um zu einem durch einen riesigen Stalagmiten versperrten weiteren Höhlendurchgang zu gelangen und prompt wieder umzudrehen. Keiner will hier sprengen…
Hinter der rechten Höhlenöffnung führt uns eine Art Laufsteg hinab zu einem unterirdischem Fluss. Auch hier beleuchten kleine Öffnungen an der Decke ab und zu das rauschende Wasser…
Wir gehen immer tiefer nach unten. Ich gehe den anderen gespannt hinterher… Ich versteh nicht, warum uns alle die Erwachsenen als porteur d’espoir verabschiedet haben…Wir sind jetzt ganz alleine, nur noch wir Kinder. Es ist ziemlich dunkel, aber Artas, so nennen die anderen unseren schwarzhaarigen Anführer, geht mit dem Paket unter dem Arm ganz bestimmt und sicher voraus…Dann müssen wir am schwarzen Fluss langklettern…Es wird immer kälter und dunkler…
Ich erkenne uns alle in den Kindern wieder: Henry ist Artas, wir alle waren hier, schon einmal, vor mehr als 700 Jahren? Oder ist dies nur die Magie des Ortes? Don´t know, anyhow.
Well, es scheint, auch wir müssen diesen Weg nehmen. Henry knotet sich das Seil um die Hüfte und springt ins kalte Wasser, das weiter hinten mit ansteigender Tiefe anscheinend immer turbulenter wird…
Nach 50 Metern ist das Seil zu Ende; wir sehen, wie sich ein Grinsemund in das Dunkle zeichnet…
Henry ist auf einer Sandbank gelandet und schwenkt seine Carbidlampe.
Carla & Mary Ann entscheiden sich, den Weg der Kinder zu gehen…entlang des Sims, der wie in den Fels geschliffen aussieht, nur zu glitschig, zu unrund…
Myself muss an dieser Stelle sehr trocken bemerken, dass er eigentlich schon zu alt ist für this f**k*d *p s**t.
..und wie zur Bestätigung rutscht Carla aus und fällt in den Schwarzen Fluss, kopfüber treibt sie von dannen zu Henry hin…
Sanjuro gibt mir seine Schwerter und stürzt sich erleichtert hinterher, Carla zu retten. Da steh ich nun alleine vor dem Sims und dem Schwarzem Fluss…
Aber irgendwie hatte ich keine Angst, weil alle waren freundlich zu mir…und sagten, wir würden es schaffen, wenn wir nur glauben würden, weil Gott mit uns ist auf dem Weg, wo wir gerade sind…und der immer dunkler werden will…
Tja, mein lieber Pierre, denk ich mir so, was du kannst, kann ich nicht mehr…und lasse mich lieber vom schwarzen Fluss mitnehmen, als in der Felsstiege meine alten Knochen zu riskieren…
Treibend erreiche ich rechtzeitig Carla, die von Sanjuro über Wasser gehalten, aus ihrer Bewusstlosigkeit erwacht, nachdem ich ihre ziemlich große Beule auf der Stirn liebevoll küsste…
Da wir uns nun sowieso schon gemeinsam dezent bergwasserbenässt haben, bleiben wir in diesem Medium und schwimmen einfach weiter. Kurz vor der Sandbank zieht es mich in die Tiefe…Mir ist, als ob ein Tentakel nach mir greift…Sanjuro zieht mich an meiner Ferse wieder hinauf.
Wir versammeln uns alle auf der Sandbank. Schwarzes Rauschen um uns herum…
Wir erspähen eine alte Kette, nahe der Felswand, am Flussboden; sie führt uns weiter hinein in die Dunkelheit.
Ich darf nicht weinen…ich muss vertrauen…so dunkel war es noch nie bei mir…
Eine wahrhaftige Great Hall offenbart sich vor meinen Augen … Eine Höhle mit Wasserfall, laut, bedrohlich rauschend…
Ich muss auf Knien robben, weil es so schön ist…Wir alle sind atemlos und beten, weil Gott uns jetzt hören muss…Wie tief sollen wir gehen?…Durch welche Hölle willst Du uns schicken?…Sprich, Sprich mit uns Lämmern…
Durchnässt und auskühlend stehen wir in einer Höhle, aus der es augenscheinlich nur einen Ausgang zu geben scheint: Die Kette führt nach unten, in den Kessel des unterirdischen Beckens.
Wir hören nicht auf zu beten…Ja, ich will doch…und Artas muss Luft schlucken und ein ganz heller Strahl kommt aus seinem Paket unter dem Arm und entfährt ganz tief in das Wasser in der Höhle, so hell und deutlich…und Artas geht hinterher…da einfach in das Wasser rein…und ist weg im Wasser…und es ist ganz strahlend hell … und die anderen laufen hinterher…und ich muss jetzt auch losrennen…ins Wasser…
Wir alle hatten die Vision, in der die Kinder ins Wasser gehen. Wir entscheiden uns, das Gleiche zu tun…
Das Wasser ist immer noch kalt, es zieht mich in die Tiefe. Ein Sog erfasst mich, der mich in die Dunkelheit reißt. Mir geht die Luft aus…
Auf einmal wieder Licht, wir werden an eine Oberfläche gespült und halten uns am Geländer an einer Art Beckenrand fest. Am Fuße des Berges werden wir wieder ausgespuckt. Nass und frierend entsteigen wir dem Bergfluss und wollen erstmal wieder zurück zu unserer Herberge.
Ein alter Mann, der sich als Ziegenhirt und ehemaliger Arzt vorstellt, erkennt Carlas Beule und bietet Hilfe an. Er schmiert ihr etwas auf die Stirn, das sie wärmt und ihr die Kopfschmerzen nimmt.
Es ist später Nachmittag, als wir in unserer Unterkunft eintreffen. Das warme Wetter hat unsere Sachen fast wieder getrocknet. Im Schankraum sitzt Walter Donovan, den wir noch als Begleitung von Otto Rahn aus Glastonbury kennen. Er streitet mit einem Mann in schwarzer Uniform, der ihn anfährt: „Berlin erwartet Ergebnisse!“ Ein deutscher Oberst also, ein Thulist? Donovan stürmt aus dem Schankraum, ohne Notiz von uns zu nehmen…
Ein lautes und andauerndes Brummen lockt uns alle nach draußen. Ein Flugzeug kreist über dem Dorf, unter dem sich auf einmal zwei Fallschirme öffnen. Das werden wohl Ragnar und Mare sein. Ich wette mit Hen
ry um 1£, wer zuerst unten ist: Mare! Mit einem Grinsen zahle ich meine Wettschuld; Henry nimmt sie ebenso grinsend an…
Aus Sicherheitsgründen beschließen wir, so zu tun, als ob wir das ungleiche Pärchen nicht kennen und hoffen so mehr Informationen über den Oberst und seine Pläne zu erfahren.
Henry zieht nochmal los zu Pilot Ferguson. Vielleicht hat er Karten an Bord von der Gegend um San José de La Peña…
Nach der Behandlung des Ziegenhirten sieht Carla wieder gut aus. Die Medizin hat angeschlagen. Allerdings ist sie sehr müde. Wir legen uns schlafen und ich wärme Carla die Nacht über…










