Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

夢 (Yume) – Träume

Ich schlafe unruhig, träume intensiv und lebendig und wache zwischendurch immer wieder auf. Ich erlebe den gleichen Traum, den ich hatte, bevor wir aus Japan in Richtung Neuseeland aufgebrochen sind. Wieder laufe ich durch diesen Torii-Gang, doch dieses Mal bin ich von Zuversicht getragen und laufe ohne Furcht weiter. Dann sehe ich das Ende des Ganges. Ich laufe auf ein helles, verheißungsvolles Licht zu, doch als ich hindurchschreiten will, packt mich die Angst vor dem Ungewissen und ich flüchte in den Wachzustand.

Während ich im Halbschlaf noch über die Bedeutung dieses Traumes sinniere und überlege, ob ich diese Erfahrung vielleicht gleich aufschreiben sollte, bevor ich sie vergessen, versetzt sich mein Bewußtsein wie von selbst wieder auf eine metaphysische Wahrnehmungsebene: Ich schwebe im Licht. Neben mir erkenne ich diffus den Umriß eines einzelnen Torii, der durch den leeren Raum gleitet. Das Bild wird klarer und innerhalb des Tores leuchtet ein noch helleres Licht, als das, das ich gerade durch schwebe. Ich bin mir nicht sicher, ob ich auf das Torii oder das Torii auf mich zuschwebt, doch ich gleite durch das Tor hindurch in das Licht und stürze in eine tiefe Finsternis. Ich spüre den Boden unter meinen Füßen. Es ist kalt, dunkel und feucht. Wo bin ich? In einer Zelle? In einem Keller? In meinem Keller? Und wo ist der Ausgang?

Ich erwache. Die Sonne steht noch tief am Himmel. Trotzdem fühle ich mich ausgeruht und erholt. Ich bemerke einen Gast in meinem Schlafzimmer. Ein junger schwarzer Kater hat es sich auf einem Kissen am Fenster bequem gemacht und ahlt sich genüßlich in der Morgensonne.

Kuro

Das Tier muss über die geöffnete Balkontür in das Haus gekommen sein. Aufmerksam und interessiert beobachtet er mich. Vorsichtig strecke ich meine Hand in seine Richtung. „[simple_tooltip content=’Guten Morgen, Schwarzer‘]Ohayō, Kuro[/simple_tooltip]“ , sage ich mit ruhiger Stimme. Der Kater reckt seinen Kopf, schnuppert an meinen Fingerspitzen und schmiegt sich dann genießerisch an meine Hand. Ich streichle ihn und sein zierlicher Körper beginnt unter einem wohligen Schnurren zu vibrieren.