Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

曲の祭り (Kyoku no matsuri) – Musikfestival

Ein buntes Treiben erwartet uns, als wir heute nach Glastonbury kommen. Eine christliche Prozession führt die Hauptstraße hinunter. Der Umzug ist gesäumt von uniformierten Männern. Dies seien die „Blacks and Tons“, eine Reserveeinheit der Königliche Irischen Schutzpolizei, wird mir erklärt, deren Auftrag es sei, den Kampf gegen anti-britischen Tendenzen in Irland zu unterstützen. Die Bewerber – viele von ihnen Kriegsveteranen – erfuhren hier in England eine Grundausbildung, um nach drei Monaten ihren Dienst in Irland anzutreten.

Zeitgleich scheint hier auch noch eine andere Veranstaltung stattzufinden. In Hexengewänder oder graue und weiße Roben gehüllte Leute, zum Teil mit offenscheinlich künstlichen weißen Rauschebärten, füllen die Stadt. Wir erfahren, dass dieses Gäste eines Musikfestivals seien, das von Ruthland Boughton und Regnald Buckley vom Nationalen Theater initiiert wurde. Die Klänge sind gewöhnungsbedürftig, aber auch interessant und durchaus emotional. Sie nennen diese Art von Musik „Jazz“. Auch Theatervorführungen finden hier hin und wieder statt.

Henuri-san hat eine Karte der Stadt erworben. Hier sind einige Orte verzeichnet, die seiner Meinung nach Hinweise auf den Gral geben könnten. Er habe zwar bereits die Grabstelle und das Grabmal King Arthurs zuvor besucht, aber vielleicht fänden wir gemeinsam ja mehr heraus. 

Die Grabstelle ziert eine Statue – ein Schwert in einem Stein. Eine Inschrift weist darauf hin, dass an dieser Stelle die Überreste von King Arthur und seiner Königin Guinevere im Jahre 1191 gefunden worden seien. Ein knappes Jahrhundert später seien diese in einen schwarzen Marmorsarg umgebettet worden, der sich an anderer Stelle auf diesem Areal befand. Lorudo-san zieht an dem Schwert, aber es tut sich nichts. 

Wir suchen nun die Stelle auf, die auf der Karte als Grabmal des Königs ausgewiesen ist. Ein paar Festival-Gäste haben sich hier versammelt, meditieren oder beten, aber ansonsten ist hier nichts auffälliges zu entdecken.

Karura-san möchte sich unbedingt Gebäude ansehen, das Abbot’s Kirchen genannt wird. Sie habe im Feuilleton der Times gelesen, dass Frederick Bligh Bond, der Architekt, unter dessen Obhut die Rekonstruktion des Gebäudes stattfand, öffentlich behauptete, er wisse von den Geistern verstorbener Mönche, die vor Jahrhunderten in der Glastonbury-Abbey gelebt hätten, wie die Gebäude ursprünglich ausgesehen hätten. Dieses „Geständnis“ hatte dazu geführt, dass kein Architekt und kein Bauunternehmen mehr mit Bligh Bond zusammen arbeiten wollte.

Auf dem Weg dorthin kommen wir an der Kapelle vorbei. Zwei junge Männer tauschen sich über die Bedeutung des Deckengemäldes aus. Zu sehen ist dort der König in der Runde seiner Ritter. Er deutet mit seinem Arm auf einen Hügel, auf dem schemenhaft ein Gebäude zu erkennen ist. Als Henuri-san die Kapelle betritt, wird er um seine Meinung gebeten. Der König, meint Henuri-san, zeigt auf die Gralsburg – was sonst solle das für ein Gebäude sein. Einer der Männer, der sich selbst als Otto Rahn und seinen Begleiter als Dr. Donovan vorstellt, widerspricht. Es sei das Glastonbury Tor, behauptet er. Henuri-san stellt das in Frage. Woran Rahn dies festmache, möchte er wissen. „Schauen Sie genau hin“, sagt Rahn, „das ist kein natürlicher Hügel, die Hänge sind terrassiert.“ Henuri-san schaut noch einmal nach oben und Blitze der Erkenntnis scheinen in diesem Moment durch seinen Geist zu jagen.

Unser nächstes Ziel steht fest. Es heißt Glastonbury Tor.