Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

絵画展え (Kaigaten e) – In der Kunstausstellung

Ich kann meine Freunde dazu über reden, mit mir zusammen eine Kuniyoshi-Sonderausstellung im Tōkyō National Museum zu besuchen. Ich bin schon seit Langem ein begeisterter Anhänger der dynamischen und energiereichen Werke dieses großen Meisters des Ukiyo-e  des vergangenen Jahrhunderts und will mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Die Ausstellung zeigt eine Reihe von Drucken und Skizzen des Künstlers. Kuniyoshis Werke scheinen auch meine Freunde zu beeindrucken. Insbesondere die Reihe „Der Magische Fuchs in drei Ländern“, in welchem Kuniyoshi den Mythos um den neunschwänzigen Fuchs in Indien, China und Japan thematisiert, erregt ihre Aufmerksamkeit. Der Zyklus zeigt in sechs Bildern die Geschichten des Fuchsgeistes, dessen Erscheinen in Indien und China das Ende der jeweils herrschenden Dynastie einläutete. In Japan wurde der Fuchs gebannt, bevor er den Tennō vernichten konnte.

Nach dem Museumsbesuch lade ich meine Freunde in ein Sentō, ein öffentliches Badehaus, ein. Im Großen und Ganzen wissen sie sich ja zu benehmen, als jedoch Senchō auf „Tauchstation“ geht und Luftblasen aus dem Wasser aufsteigen lässt, verlassen die zwei weiteren japanischen Gäste empört das Bad. Ich höre noch, wie sie sich über das flegelhafte Benehmen der Europäer beklagen, doch die skeptische Art und Weise, auf die sie meine Freunde schon beim Betreten des Bades gemustert hatten, ließ mich schon auf eine generell feindliche Einstellung gegenüber Fremden bei ihnen schließen. Sie gehören vermutlich zu jener Sorte Japanern, die jemanden, der auch nur den Hauch eines Zweifels an dem Glauben an die göttliche Abstammung unseres Tennō vermuten ließ, am liebsten den Kopf von den Schultern schlagen ließen. Insofern nehme ich diese Reaktion nicht allzu ernst.

Nach dem Bad sind wir hungrig. Wir kehren in ein Isakaya ein, bevor wir uns auf den Weg zurück nach Okumura-tachi machen.