Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

A Lesson at the Knife Thrower´s

Octobre 25 1919 Saturday 10am

Nach einem reichhaltigen Sushi Breakfast gehen wir alle shoppen. Ich lasse Carla einen Kimono auf den Leib schneidern, für ihren nächsten Auftritt als Madame Butterfly. Per Zufall schaffe ich es mir einen Termin bei einem Messerwerfermeister zu sichern. Heute zwischen 3pm – 5pm werde ich eine Unterrichtseinheit in japanischer Messerwurftechnik erhalten. Ich freue mich wie ein Teenager und kann die Zeit kaum abwarten…

Die anderen klettern derweil lieber die 26 Meter hohe Treppe zum Atago-Schrein auf gleichnamigen Hügel hinauf, um sich einen göttlichen Segen abzuholen…

Ein freundlicher alter Mann mit Zwirbelbart empfängt mich, schaut sich meine Wurftechnik an und korrigiert hauptsächlich meine Hand- und Fingerstellung im Moment des Abwurfes. Dann zeigt er mir eine rotationslose Wurftechnik aus der Hüfte heraus, die mit japanischen Wurfnadeln besonders gut von der Hand geht. Auch mein Messer fliegt weiter. Ich bin beeindruckt und lernbegierig…

Zum Abschluss üben wir den Spannungsaufbau des Körpers beim Hüftschwung, der im Moment des Abwurfs seine energetische Entladung erfährt. Ich bedanke mich mit tiefen Verbeugungen und einem tiefen Griff in meine Tasche.

Als ich später in trauter Runde von meiner lesson learned berichte, merkt Ragnar an, dass er sowieso Wursterne bestellen wolle. Ich springe auf seine Bestellung mit zwei Dutzend Wurfnadeln auf…

8pm Sanjuro lädt uns zum Kabuki-Theater ein. Wir fahren mit dem Mitsubishi Model A nach Ginza, um uns das Stück „Kitsunegari – Die Fuchsjagd“ anzuschauen. Unser Gastgeber erklärt uns das Nötigste:

Ein Bruderzwist um das Amt des Shogun,

Der angehende Shogun

eine neunschwänzige Fuchsgottheit,

 

die enttarnt und gebannt wird,

eine in einen Brunnen gestossene Magd, die die Liebe des Burgherrn nicht erwidert. Ein Schwert (!) wird ihr hinterher geworfen.

Wieder geraten wir an die Fabeln des Fuchses, des Gestaltwandlers, der das Schicksal von Herrscherhäusern beeinflusst.

Auch das Ashikagaschwert spielt eine wichtige Rolle. Das Geschehen spielt auf einer Burg des Ashikaga-Clans.

Es ist die Himeji-Burganlage. Der Abriss des compounds ist aufgrund seiner Massivität mislungen, wie wir aus der Zeitung bereits erfahren haben.

Zurückgekehrt zu Sanjuros Anwesen in Shibuya wirkt das bunte Theaterspektakel nach. Die Geschichte macht uns neugierig auf die Burg, die wir gleich morgen besuchen wollen. Mr. Hirata hat für unsere Rückkehr bereits Bento & Sake vorbereitet. Wir geniessen die Stärkung…

Sanjuro öffnet sich uns ein wenig und erklärt uns „Sanjuro“ bedeutet „Typ um die 30“ und ist der Name, der ihm in seiner Militärzeit verliehen wurde. Wirklich hieße er „Haruko“. Daraufhin kommt der Colonel auf die Idee „Haruko“ im Dojo herauszufordern…

Des Hausherrn Revanche ist im vollem Gange, da überreicht mir Mr. Hirata ein Telegramm von der Almina: Meine Kontakte zum Königshaus bestätigen, dass Ciel, Earl of Phantomhive, tatsächlich im Auftrag des Königs handelt. Was genau sein Aufgabengebiet jedoch sei, es ist nicht näher herauszufinden…

Eine schlechte Nachricht. Mir wird kurzfristig schwindelig. Das Empire ist in größerer Gefahr als wir bisher angenommen haben. Wir haben ein größeres Problem als die Japanflucht, wenn King George V. ernsthafte Verbindungen zu dem Jungen und seinem bizarren Guard unterhält…

Der Kendo-Waffengang ist unter den Anfeuerungsrufen der ausgelassenen Gesellschaft weiterhin am Toben. Mein Telegramm wird zwar wahrgenommen, doch der Ernst der Lage geht in dem Kampflärm der beiden angetrunkenen Waffenbrüder klanglos unter…

Ich besorge mir einen großen Sake!!
Und noch einen..!