Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Triptychon der Sterne

Luxor, Ägypten den 17ten Juni 1918

Nach der turbulenten Nacht im Cottage der Collins,habe ich wohl geschlafen und stehe früh auf, um unsere Beute zu begutachten. Ich reinige die gekürzte Repetierflinte Hesters und reinige auch die anderen Gewehre sorgsam. Dann fällt mir dieses Buch mit mir unbekannten Zeichen in die Hände und ich beschliesse es Howard beim Frühstück zu zeigen. Nicht sehr lange nach dem britischen Frühstück, im Gästehaus des Imams, brechen wir zu fünft, mit dem Fahrzeug der Archäologischen Gesellschaft, zum Antiquitätenhändler nach Armant auf.

Am Antiquitätengeschäft angekommen parken wir den Dodge in einer Seitenstraße.

Der Lord betrat mit Kazeem und mir das Geschäft.Im Laden sahen wir den Inhaber in ein Gespräch mit einem Kunden vertieft.Wir sahen uns derweil ein wenig um und mir war als forciere der Händler seine Verhandlungen zu einem Abschluss zu führen, nachdem er den Lord erkannte.Dann folgte der Lord dem Händler in die Kellerräumlichkeiten und Kazeem und ich blieben im Ausstellungsraum mit frisch serviertem Tee und Gebäck zurück. Nach einer weile folgte Kazeem auf einen Ruf hin in den Keller. Nach einem wohl erfolgreichem Kauf eines nun restaurierten Buches verließen wir das Antiquitätengeschäft.

Wir entschlossen uns nach kurzer Rücksprache mit Dshab und Dshub zu einem kurzen Abstecher ins Cottage der Collins. Der Lord, Kazeem und ich schlichen uns von hinten durch den „Dschungel“ ins Haus. Derweil sollten die beiden den Polizeiposten vor dem Haus „beschäftigen“. Im Cottage schlich ich durch den Salon zur Haustür und schloss sie nach kurzem zögern ab. Zurück am Triptychon der Sterne fand ich den Lord halbwegs Hypnotisiert vor, erst als ich dem Lord den Blick zum Spiegel versperrte kehrte er auch geistig ins Diesseits zurück.

Ich bitte den Lord mich am Gürtel zu halten und ziehe mein Messer aus dem Stiefel.Die Messerspitze kann nicht in den Spiegel eindringen, also stecke ich es wieder ein und versuchte es sogleich mit der linken Hand erneut und nun noch bevor ich die kühle glasartige Oberfläche des Triptychons erreiche geschieht es.

Ich glaube für einen Wimpernschlag ein bekanntes rot unterlaufenes Augenpaar zu erkennen, einen grausam verzogenen Mund, dann tropft meine Linke aus dieser Welt in etwas das allzu unbeschreibbar ist, saugt mich unter die Oberfläche jenes Spiegels, wie nasse Kleidung einen unter Wasser zieht, in dieses unergründliche, sternendurchsetzte Etwas. Noch versuche ich mich zu wenden, wieder durch die Oberfläche zurück zu kommen, aber diese Fahrt kennt nur eine Richtung, fort vom Cottage der Collins.

Eiseskälte droht mich zu verbrennen,ich werde gleich einer Welle aus Licht durch einen Abgrund von Zeit und Raum gespült, dann hole ich tief Luft und besinne mich, ich liege auf heißem Sand, rutsche noch immer in Bewegung ,einen Hang abwärts. Zur Ruhe gekommen, kann ich einen von mir fort mäandernden Fluß in der Ferne erkennen, bevölkert von augenscheinlich pferdegroßen, schlangenbekopften Wesen. Dahinter sehe ich ein in der Mitte geteiltes Plateau ungefähr einen Kilometer entfernt und ähnlich hoch. Der Himmel ist seltsam hellgelbbernsteinfarben mit einer gelbgrünen Sonne im Zenith. Noch auf dem Bauch liegend, höre ich arabisch sprechende Stimmen hinter mir, hangaufwärts. Ich rappel mich so behende es geht auf, sehe die Spur die ich beim Herabrutschen hinterlassen habe, sehe zwei riesige,steinerne Figuren über mir aufragen. Ich setze mich im Uhrzeigersinn um dieses Plateau in Bewegung, in den Schatten der mir kärkliche Deckung bietet,denn nun kann ich vier arabisch sprechende Stimmen über mir unterscheiden. Ich entschließe mich die diese Felsspitze zu erkunden und nach etwas mehr als einer Stunde habe ich diese „Festung“ fast umrundet. Auf dieser etwa sechs Meter tieferen Stufe des Plateaus war es steinig,ja bisweilen so felsig, das ich ohne klettern über Geröllund mittlere Felsen dem Weg nicht hätte folgen können. Im tiefer gelegenen Tal, vor dem sich durch diese Landschaft schlängelnden Fluß, konnte ich ein weitläufiges Zeltlager auskundschaften. Es sind hunderte dieser Zelte zu erkennen und tausende ihrer Bewohner. Von der Plateauebene über mir sind Geräusche von vielen Männern zu hören. Ich befürchte, als ich aus dem Bereich der gelben Kuppel trat ,um das Zeltlager im liegen weiter auszuspähen, konnte man mich von oben wohl wahrnehmen. Ausserhalb dieser Kuppel aus gelben Licht, ist der Himmel erdtypisch blau und auch die Sonne hat ihre bekannte Farbe, ich bin wohl doch noch auf unserer Erde, nicht irgendwo auf einer Welt im Aldebaran. Nun da ich glaube, das diese Männer zu meiner Ebene nach unten unterwegs sind, ziehe ich mich zu einer von mir entdeckten klammartigen Nische zurück, etwa 200 Schritte von der Stelle entfernt, wo ich ursprünglich hinabgerutscht war. Dort angekommen schichte ich nun Felsbrocken übereinander, um mein Versteck vor Blicken zu schützen.

Dann, nach einer Ewigkeit des bewegungslosen Ausharrens in meiner Felsnische, – ein grausiger Schrei, markerschütternd – Seelen zerreissend – ich krümme mich in meinem Versteck – wimmere vor innerer Qual. Dieser wahnsinnerzeugende Ruf einer nichtmenschlichen Kreatur – ich trinke Rum – bis mir die Sinne schwinden. Aber es wird nicht wirklich besser ,ich zittere, ohne mich wirklich beruhigen zu können, in meiner Nische und harre aus…