tenebrious obortis
Ich habe einen schlechten Traum. Einen sehr schlechten Traum. Gefangen in Finsternis. Am Horizont erscheint mir ein Gesicht, nicht vertraut aber doch wohlbekannt. Den Himmel durchstreifen fliegende Wesen, Krakenartige. Am Horizont ist eine dunkle Stadt. Meine Taschenuhr zeigt drei Uhr in der früh als ich von Mrs di Fiona aus diesem Albtraum erlöst werde. Die Pilzpfanne war wohl doch zuviel für meinen Magen.
Als ich im Schlafzimmer von Mrs von Humboldt eintreffe sind die anderen bereits anwesend. Bernie, gefangen in seinem Gefäß, bildet das Zentrum des Geschehens.
Aus dem Schlossgarten ertönt Gewehrfeuer und das Geräusch einer Trillerpfeife. Daraufhin öffne ich das Fenster und höre, ‘Ich habe da etwas gesehen, aus der Luft’. Umgezogen und mager ausgerüstet versammeln wir uns vor dem Schlosseingang, ein Rapport: Mr Cyril hat da etwas gesehen, ein Flugwesen, darauf geschossen, ‘menschengroß wie eine riesige Motte.` Von seinen Kollegen wird er angewiesen sich zurückzuziehen um sich zu erholen.
Cpt Wigbold und die verbliebenen Soldaten machen sich zum nahe gelegenen Aerodrom auf um das Geschehene zu untersuchen.
Indes schnappe ich mir eine Karbidlampe, lasse mir von Ld Carnarvon die Schlüssel geben und in Begleitung von Mrs di Fiona besteige ich den höchsten Turm des Gebäudes. Von hier aus sollte eine gute Übersicht gewährt sein. Ich öffne die Dachluke und trete auf den Umgang hinaus. Ein kalter Wind fegt.
Kurz zum Wetter: Mein Barometer zeigt 3 Grad Celsius. Es ist bewölkt und ein wenig Nebel liegt über der Region um Old Burghclere.
Durch sein Scheinwerferlicht verrät sich ein Automobil das sich von Norden dem Anwesen nähert und auf Cpt Wigbold und die Soldaten zusteuert. Mit der Lampe signalisiere ich dem Kapitän, ‘ein Automobil nähert sich Ihrer Position’, ‘Da ist etwas im Highclere Wood’ unterbricht mich Mrs di Fiona beim signalisieren, ‘schaut Henry’, ‚Da ist nichts‘, versichere ich, ‚Wir werden heut‘ in der Früh nachschauen.‘ Cpt Wigbold signalisiert zurück, ‚Verstanden.‘ Ich habe den Moment verpasst als die Scheinwerfer des Automobils ausgeschalte wurden. Ld Carnarvon trifft auf der Plattform ein. Das Automobil ist inzwischen hinter den Bäumen entschwunden und wir können keine weiteren Bedrohungen ausmachen.
Erschöpft kehre ich auf mein Zimmer zurück und es folgt ein kurzer und unruhiger Schlaf. Den dieser Tag, er beginnt erst jetzt. In der Früh inspizieren Indy, Mrs die Fiona und ich die weiträumigen Gartenanlagen und besuchen auch den Highclere Wood. Hier entdecke ich einen ungewöhnlichen Fußabdruck. Ein umgestürzter Baum liegt in der Nähe. Schaudern durchfährt mich, erinnere ich mich doch an meine Erlebnisse in Wildenberg.
Meine Taschenuhr zeigt zehn Uhr als zum Frühstück geläutet, in Gemeinschaft die wesentlichen Dinge besprochen werden.
Ein Ausritt soll nähere Gewissheit schaffen. Nahe den Stallungen begegnen wir drei Gärtnern, die eine Kompostiermaschine bedienen. Dann führe ich uns zu der Stelle im Unterholz wo ich den Fußabdruck gesehen habe. Nur leider erkennen meine Gefährten darin keinen Fußabdruck und daher droht wohl keine Gefahr. Sie beruhigen mich, ‘Henry, es ist alles in Ordnung’.
Wir reiten weiter nach Norden, dorthin wo wir heute Nacht das Automobil gesehen haben. Wir treffen auf einen Weg und folgen den Reifenspuren. An einer Stelle scheint das Automobil angehalten zu haben. In unmittelbarer Nähe ist ein großer Abdruck zu sehen, etwas Schweres ist lag hier. Eine Inspektion der unmittelbaren Umgebung zeigt Flecken von verbrannter Erde und Gras. Unsere erste Vermutung Der Fungi, er wurde durch die Schüsse von Mr Cyril getroffen, ist vom Himmel gestürzt und wurde von hier mit dem Automobil fortgebracht. Die Flecken stammen evtl. von seinem Blut. Anm Wäre doch Mrs von Humboldt hier, sie könnte eine Probe entnehmen.
Wir folgen den Reifenspuren auf dem Feldweg zurück nach Osten, dann weit nach Süden (Diese scheinen tatsächlich etwas tiefer im Kies zu liegen oder bilde ich mir das ein?) bis zu einem offenstehenden Gatter an der Grundstücksgrenze. Der Feldweg endet hier an der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Hauptstrasse nahe Beacon Hill.
Das Vorhängeschloss des Gatters scheint nicht mit Gewalt geöffnet worden zu sein. Die Spur des Automobils (Sand und Staub an den Reifen von der Fortbewegung auf dem Feldweg) verliert sich auf der Landstrasse Richtung Süden (Winchester?). Hier können wir nichts mehr tun und kehren nach Higclere Castle zurück.

Nach dem Lunch nehmen Ld Carnarvon, Mrs di Fiona, Cpt Wigbold, Indy und ich die nächste Spur in Angriff: Ein Besuch bei Dr Marcoh in Winchester. Es könnte ja sein das dieser Dr Marcoh unser gesuchter Fungi ist. Und wenn er letzte Nacht verwundet wurde wäre er jetzt wohl eher nicht zu sprechen.
Meine Taschenuhr zeigt vierzehn Uhr dreissig als wir in Winchester, Hospital StCross, eintreffen. Auf dem Innenhof werden gerade Photographien von fünf ‚Brüdern’ angefertigt, ein anderer verteilt Essen an Bedürftige.
Wir warten kurz und nachdem der Photograph seine Arbeit beendet hat spricht Ld Carnarvon mit den Geistlichen Brüdern. Dr Marcoh, er sei unerwartet zu sprechen! Ld Carnarvon und Mrs di Fiona nutzen die Gelegenheit um ihm ihre Aufwartung zu machen während Cpt Wigbold und ich uns mal in der Umgebung um StCross nach Automobilen umsehen. Bei meinem Rundgang entdecke ich keine Automobile und so kehre ich, wie verabredet, nach einer halben Stunde wieder auf dem Innenhof ein. Mrs die Fiona und Ld Carnarvon kehren gerade von ihrem Besuch bei Dr Marcoh zurück.
Cpt Wigbold berichtet, er hätte zwei Automobile gesichtet die in Frage kämen. Eines in Fahrt und eines Parkend auf einem nahe gelegenen Hinterhof. Ich folge ihm zu besagtem Hof der überraschenderweise in einem dichten Gewerbegebiet neben StCross liegt. Ich denke mir, ‘Henry, hier im Zentrum von Winchester, hier ist anscheinend alles möglich.’
Im Hof steht tatsächlich ein Automobil. Angrenzend liegt das Haus eines Antiquitätenhändlers. Im vorbeigehen sondieren wir die Lage. Ein Mann scheint aus dem ersten Stock des Hauses, ein weiterer von der gegenüberliegenden Straßenseite die Strasse und Zufahrt zum Hof zu beobachten – Agenten? Wir gehen unauffällig weiter und beschliessen ggf. später hierhin zurückzukehren.
Meine Taschenuhr zeigt siebzehn Uhr als wir in Higlclere Castle eintreffen. Der Tee ist frisch gebrüht, er schmeckt ungewöhnlich süß heute. Das dazu gereichte Krapfengebäck (ich vermute eine Füllung aus Bitterorangen und einer Glasur aus Pfefferminzsoße), ungewöhnlich. Beides hilft leider nicht gegen meine Müdigkeit und so gehe ich mit Indy noch kurz raus und ziehe mich anschliessend ohne große Worte auf mein Zimmer zurück. Beim eindämmern kommt mir noch ein Gedanke, ‘Es war der 18te Nov 1920, Halbmond, eine Möglichkeit über ‘Joes Haus’ in die Traumlande zu wechseln.’












