Sanctus
Nach dem Frühstück geht es zum Gottesdienst in die Franziskanerschule. 15 Stadtbewohner sind anwesend und diese sind bemüht auf ein gutes Erscheinen. Psalm VI wird gesungen (wie immer schlecht, Henry).
Nach dieser Läutung ist es soweit: Ausritt zu den ‚Pyramiden‘. An der ersten ist nichts weiter auffälliges. Wir umrunden sie und sie ist mit dichtem Strauchwerk bewachsen. Mr Winterbottom stochert ein wenig mit seinem Brecheisen herum. Unter dem Bewuchs kommt eine Steinschicht zutage.
Auf dem Weg zur zweiten ‚Pyramide‘ entdecken wir am Waldrand eine drei Meter durchmessende Steinkugel. Bis zur Hälfte ist sie in den Waldboden eingesunken. Die Oberfläche ist zum Teil stark mit Moos bewachsen. Mr Winterbottom setzt sich auf den Sitzstein neben der Kugel und berührt diese. Daraufhin lächelt er uns an und schliesst die Augen, wie in Trance. Indi ist inzwischen auf die Kugel gesprungen und hat es sich bequem gemacht. Wir holen Mr Winterbottom von seinem Platz und Mr Link wiederholt das Experiment. Ein ‚Seufz‘, eine Hand an die Kugel legen, ein weiteres ‚Seufz‘. Mare und Mr Okumura sind bei dem Versuch ebenfalls wie verzaubert. (Noch habe ich nicht angefasst). Wir brechen auf.
Die zweite ‚Pyramide‘ scheint eher aus Sand zu bestehen und ist deutlich kleiner. Als Mr Winterbottom sie näher untersuchen möchte fängt er plötzlich an wie wild den Sand in einen Beutel zu schaufeln, er murmelt ‚Sternenstaub‘, ‚Sternenstaub‘. Werden wir alle verrückt oder was?
Dann geht’s zu den Orthodoxen. Der Gottesdienst ist deutlich besser besucht. 150 ‚Gäste‘, aufmerksam folge ich der Liturgie. Nur dein Gesang Henry, der ist nicht besser geworden. Nach Ende des Gottesdienstes sprechen wir mit Pater Stavros. Seit 250 Jahren ist der Orden hier, die eigene Bibliothek ist nicht einsehbar. Über die Pyramiden weiss er zu berichten das hier Leute verschwunden sind und benannt sind sie nach Mond Sonne Drache (Wie die drei Figuren im Königswappen von Stjepan Tvrtko I)
Am frühen Abend kehren wir wieder in der schwarzen Katze ein und auf uns wartet ein herrliches Mahl: Begova Corba, ein Hühnereintopf!
Da wir beschlossen haben diese Nacht nicht im Gasthaus zu verbringen sondern bei der Kugel brechen wir umgehend auf. Noch bevor wir von den Pferden absteigen können nimmt Indi seinen Platz auf der Kugel ein. Dann schlagen wir unser Nachtlager auf und errichten unsere Schlafstätten rund um die Kugel. Mare sitzt zur Sicherheit auf dem Stein.
Ich träume. Und anscheinend träumen wir gemeinsam. Wir schweben wie Vögel durch das Tal, unter uns die Landschaft. Aus der Erde heraus scheint sie an drei Stellen zu leuchten: Die ‚Pyramiden‘.









