Sandsturm
Schwer angeschlagen bin ich im Hause des Prinzen von Cairo erwacht und fühle mich insoweit wiederhergestellt nun diese Eintragungen vorzunehmen. Mittwoch der 05.Juni 1918 in Cairo, Ägypten Vor zwei Tagen brachen wir von Cairo, aus dem Ambassador-Hotel mit zwei Motorrädern auf, um mit dem Zug nach Sakkara zu fahren. Zum Mondaufgang am 5ten Juni sollten wir uns dort mit Unbekannten am Heiligtum des Stiers treffen. Howard Carter fand in der Nacht zuvor eine diesbezügliche Nachricht in seinem Mantel, nachdem wir dem Prinzen unsere Hilfe zur Freisetzung des aus unseren Augen zu Unrecht festgesetzten Vaters anboten. Schon die Fahrt dorthin war niederschlagend, da Howard einen zwielichtigen Varietékünstler erkannte und ihn zur Rede zu stellen gedachte. Ich folgte dem angeheuerten „Betrunkenem“ und dem Magier im Zug bis zu einem Wagenabteil erster Klasse, den der „Betrunkene“ mit dem Magier betrat und dann auch ziemlich umgehend, von einem groben Riesen beschleunigt, wieder verließ. Nun kehrte auch ich, nach einem Zusammentreffen mit einer Dame, welche ich unglücklicherweise aus einem Hotel in Cairo kannte und Sie mich mit Namen anzusprechen in der Lage war, im Gang zusammen und wandte so schnell wieder in den Speisewagen zurück, wie es nicht unhöflich war und berichtete was ich in Erfahrung bringen konnte. Nach einer „Stärkung“ machten Carla di Fiona, Howard und ich uns auf den Weg den „Künstler“ aufzusuchen. Ich bat Howard um seinen photografischen Apparat – und bevor ich Fiona die Benutzung darlegen konnte, war Howard schon vor der Tür des „Tagebuchschänders“ angelangt energisch klopfend. Mir schien umgehend öffnete sich die Tür, Howard ward am Halse gepackt und nach einem flugs geführtem Wortwechsel mit der anderen Faust des „Schranks“ niedergestreckt, welches ich mit dem, noch in meinen Händen befindlichen, optischen Gerät festhalten konnte. Nun nahm die Situation erneut an Tempo auf. Der Leibwächter und ein weiterer Schläger stürzten sich in den Gang, über den, in sich zusammengesunkenen Howard, hinweg auf mich und Carla zu. Carla schrie, ich wich zurück – der Anblick eines Schlagstockes in den Händen des zweiten Riesen half wohl dabei, denn dem ersten Angriff entging ich nur knapp. Worte flogen in mein Ohr, ich solle die Kamera hergeben, ich wich weiter zurück, der Gang am Ende des Waggons, am Übergang zum Speisewagen, füllte sich mit von Carlas Hilferufen herbeigeeilten Reisenden. Noch ein Ausweichen war mir vergönnt, ohne mich erneut umzublicken warf ich den photografischen Apparat zu Carla, dann war mein Glück zu Ende. Ich wurde derbe getroffen und ging schwankend auf ein Knie, ein weiterer Treffer und – fast alles um mich – versank in Schwärze. Carla konnte des Apparates leider nur halbwegs habhaft werden und der Zweite der Grobiane stürmte an mir vorbei und auf Carla und den Apparat zu. Hätte Sie nicht von diesem abgelassen, wäre auch Sie unzweifelhaft von dem Knüppel bewehrten Schläger weiter angegriffen und wohl unausweichlich niedergestreckt worden. Dann tauchten uniformierte Polizeikräfte auf, welche weiteres Handgemenge verhinderten. Der Vorgang wurde nun aufgenommen und ich erfuhr, nun wieder halbwegs bei Bewusstsein, dieser zweite Schläger hatte das Beweisbild zerstören können. Nachdem wir von dem einen Polizisten befragt worden waren, der Vorgang aus unserer Sicht zu Protokoll genommen war, sah ich wie der Varietist dem anderen Polizisten ein mir unbekanntes Schriftstück zeigte und die beiden Polizisten nun erstaunlich desinteressierter waren als zuvor. Howard hatte Anzeige wegen tätlichen Angriffs auf uns erstattet und da der Schläger nur die Bildplatte vernichtet hatte, entfiel der Tatbestand des Raubs, leider. Am Zielbahnhof wurden die beiden Schläger verhaftet und flugs von zwei Anderen, schon wartenden Schlägern, ersetzt. Von dem „vierten Mann“(von dem der „Betrunkene“ uns berichtet hatte), fehlte jede Spur. Nun zog auch noch ein Sandsturm auf und wir ließen die Kräder zurück, mieteten vier Kamele dazu und machten uns (Carla di Fiona,Mare de Fleur,Howard Carter,Lord Carnavon,Kazeem und ich) auf den Weg zum Heiligtum des Stiers. Kurz davor geraten wir unter Feuer, Carter wird getroffen, ich ziehe ihn in Deckung. Bin unfähig mir einen schlüssigen Reim auf diese Wendung zu machen.. Wir sitzen fest, der Sandsturm erreicht seinen Höhepunkt, ich versuche einen der Angreifer aus nord-östlicher Position zu erkennen, vergebens ich ziehe mich in Deckung zurück und sorge für Carter, den es anscheinend (ich wünschte der Doktor wäre noch bei uns)schlimm erwischt hat. Dann wird es seltsam um mich – ich habe Visionen vom Turm der Weisen …dann langes, buntes Nichts… …erst mal Zeit zu frühstücken… Irgendwann im Getöse des Sturms komme ich wieder zu Bewusstsein, Mare hockt bei mir und plündert Dynamit aus dem Beutel meines Rucksacks.
Ich bin zu schwach ihn davon abzuhalten… Zwei Explosionen später, krabbele ich auf einen Treppenabgang zu, nur weg aus diesem Kreuzfeuer. Mare schleppt meinen Rucksack hinter uns her, hoffentlich trifft niemand das Dynamit. Unten angekommen verschanzen wir uns so gut es geht, zwanzig oder mehr Meter vom Treppenabsatz entfernt. Ich sehe nun mir unbekannte Mitstreiter, welche mit uns auf weiter heranstürmende Gegner schießen. Wir ziehen uns noch weiter in der unterirdischen Anlage zurück. Ewigkeiten später kommt niemand mehr die Stufen herunter, nur das Tosen und Pfeifen ist noch zu hören. Wie es scheint sind auch die Brüder Safars – „des Prinzen von Cairo“ hierher gelockt worden. Ich will nun doch wissen wer „Die“ waren und öffne dem ersten, niedergestreckten den Brustkorb, betrachte ein echtes Herz, also… …nur ein grünes Leuchten welches langsam vergeht. Howard macht eine Photographie davon. Der Sturm dauert an und wir, die im Keller ausharrenden haben Zeit bei Tee und Zwieback einander besser kennen zu lernen. Am frühen Abend, der Sandsturm hat sich gelegt, verlassen wir diesen Ort und begleiten die wenigen Überlebenden der anderen Gruppe (Safars Brüder und deren Mitstreiter). Dort ruhen wir alle aus. Den folgenden Tag verschlafe ich fast völlig.









