* Quest sticht in See, Ziel Antarktis
Mir dröhnt der Kopf, an Bord ist voll von aufgeregten Menschen. Die Hunde bellen auch wild durcheinander & eine Kapelle probt für ihren Auftritt das Lied „Southhampton Dock“, was sich Sanjuro gewünscht hatte. Kurz vor 7 am bin ich soweit aufgefrischt, um mich der Öffentlichkeit zu zeigen. Lord Carnarvan ist Deck, zusammen mit Shakleyton. Beide verstehen sich blendend & die Presse macht etliche Photografien.
Sir Chrichton entdecke ich auch in der Menge. Kurz denke ich an mein Scharfschützengewehr, die Entfernung wäre perfekt, mit Schalldämpfer… doch ich verwerfe die Idee. Zu wichtig ist mir das Gelingen dieser Expedition.
Die Motoren der Quest heulen dröhnend auf, unterbrechen die Tätigkeiten aller Menschen & es wird Beifall geklatscht. Die Siren dröhnen tief & deutlich das Rufzeichen der Quest. Wir haben abgelegt & stechen in See!
Wir haben viele Dinge zu üben, Polarausrüstung anlegen, Zelte aufbauen, Schlitten bestücken, Hunde betreuen, Morsealphabet, Südpolregeln, Abhärtung, Schneemobil, Flugzeugwartung, Waffenpflege uvm. Zunächst widme ich mich den Hunden & nehme Kontakt mit den stärksten Leithunden auf. Die stolzen Tiere freuen sich über soviel Zuwendung.
Nach wenigen Minuten lerne ich Nitro kennen, ein tolles Tier. Sein Temperament erinnert mich an Tamino, sportlich kräftig & dreht sehr schnell auf, wie ein Torpedo Phaeton. Er scheint mich als seinen Rudelführer ausgesucht zu haben & zu akzeptieren. Mit weiteren 5 Hunden verbringe ich Zeit in meiner Kabine & es wird eine gesellige Fahrt.
Plötzlich kommt der Lord ins Zimmer & redet wie wild auf mich ein, etwas Wichtiges vergessen zu haben.
„Eine Tontaubenschußvorrichtung brauchen wir, Mycroft, zum Schießen üben!“ Der Lebenseifer schießt ihm aus den Augen, der wirkt völlig belebt. Zum Glück können wir es ihm ausreden, auch Shakleyton hält wenig von Schußübungen. Ich mache noch den Vorschlag von kleinen improvisierten Bojen, doch diese geht in der Aufregung unter.
Beim Besuch auf der Brücke sehe ich stolz Sanjuro Kommandos erteilen & höre die aktuellen Seeparameter: ruhige Fahrt, Wellen 1m hoch, Wind 46 km/h. Als wir die 3 Meilen Grenze erreicht haben, befinden wir uns auf offener See. Shakleyton hält eine feurige Rede. Ich hoffe, er wird seinen eigenen Ansprüchen gerecht.
Am Nachmittag machen Mare & Lord Carnarvon Messerwurf Übungen, lasse mich auch dazu überreden. Siehe da, ich treffe recht gut. Selbst der Lord nickt mir anerkennend zu. Doch die 2. Runde verläuft miseral, zwei Wurfdolche von Mare gehen sogar über Bord. Sie ist stocksauer & ich muß Ihr eine Garantie unterschreiben, spätestens in Panama City Ihr diese zu ersetzen. Harte Sitten…
Zum 5 OClock Tea treffen wir auf Dr. Alexander Macklin, unseren Tierarzt & Psychologen. Da ich denke, in Zukunft therapeutische Hilfe zu benötigen, buche ich gleich um 6 pm meine erste Sitzung bei ihm. In seiner Kabine spreche ich über meine Beweggründe & die Verbindung zu meinem Onkel. Vorerst belasse ich es dabei, vom Mythos scheint er keinerlei Kenntnisse zu verfügen.
Gegen Abend ziehe ich mich vorzeitig in mein Zimmer zurück, um im Buch Tsatsogghua zu lesen. Es geht um eine fremde Zeit, die Zustände sind fremdartig, um sie hier widerzugeben.









