Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

PKW 1900 -1920

Cthulhu: Fahrzeugbeschreibungen von Serien PKW der 10er-20er Jahre

 

Morgan Threeler. H.F.S. Morgan bastelte sich 1910 aus einem Peugeot Motorrad ein einsitziges Fahrzeug, daß vorne zwei Räder mit unabhängiger Radaufhängung hatte, zwischen denen der Motor saß, der das einzelne Hinterrad antrieb. Das Unikat hatte er zu seinem eigenen Vergnügen gebaut, aber Freunde bestürmten ihn, ihnen weitere Exemplare zu konstruieren, und ehe er sich versah, hatte er schon 30 Vorbestellungen. Von diesem Fahrzeug gab es von 1911 bis 1953 derartig viele unterschiedliche Modelle, daß es unmöglich ist allgemeine technische Daten für eine Tabelle auszuführen. Die ersten Modelle erreichten 70 km/h, getunt bis zu 95 km/h, und die stärksten Modelle sogar 210 km/h oder mehr. Der erste Threeler besaß einen Sitz, aber 1915 gab es schon den Family Runabout mit 4 Sitzen. 1919 wurden schon 50 Morgan pro Woche gebaut. Die Motoren stammten aus der Motoren Produktion von JAP, Mag, Blackburne, Ford (4 Zylinder), Anzani oder Motosachoche. Es gab 1, 2 und (ab 1933) 4 Zylinder, mit Wasser- oder Luftkühlung. JAP und Blackburne Motoren ließen sich nachweislich sogar mit reinem Alkohol fahren. 1925 erhielten die Morgan Threeler elektrische Lampen und elektrische Anlasser und Vorderradbremsen – bisher war nur das Hinterrad gebremst worden. Zu dem Zubehör kamen noch ein Verdeck und ein Reserverad hinzu.

 

Morris Bullnose. Die preisgünstigen Bullnose Modelle Oxford und Cowley von Morris gehörten zu den best verkauftesten Modellen im England der 10er bis 20er Jahre. Der Cowley war das billigere der beiden Modelle, die ihren Spitznamen wegen dem konvex hervorspringenden Kühlergrill erhielten. Der Cowley besaß einen 1548 ccm, der Oxford der zweiten Serie einen 1802 ccm Motor. Die Autos waren preisgünstig, zuverlässig und wirtschaftlich, gelegentlich gab es leider Probleme mit der Qualität der zugelieferten Materialien.

 

Typ Rolls Royce Silver Ghost Baujahre 1906-26 – Bauart „R“ – PS 60-75 – Zylinder 6 – Bremsen M2/4 – Maximaltempo 11-12 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 5/7 – Trefferpunkte 84 – Sitzplätze „*“ Bemerkung: altmodisches Fahrgestell, hohe Qualität, niedriger Verbrauch Preis:ca. ab 24000 Mark

Rolls Royce Silver Ghost. Der Silver Ghost wurde oft als luxuriöses Fossil betrachtet, doch verkaufte sich der Wagen, der zugegebenermaßen seit 1906 wenig Veränderungen erfahren hatte, außergewöhnlich gut. Andere Luxusmarken der Zeit waren technisch und in Fahrleistungen eindeutig überlegen, und standen auch oft im Luxus der Ausstattung nichts nach. Was für den Silver Ghost sprach, waren eine auch nach damaligen Luxusbegriffen außergewöhnliche Qualität in der Verarbeitung, eine enorme Laufruhe und ein ungewöhnlich niedriger Verbrauch von nur 12 -13 Litern (In Größe und Baujahr vergleichbare Fahrzeuge konnten durchaus einen Verbrauch von 40 Litern entwickeln). Seine Technik war 1906 sehr hoch entwickelt gewesen, und es gab immer wieder kleine, aber wichtige Veränderungen. So wurde z.B. erst 1919 serienmäßig ein elektrischer Anlasser eingebaut, aber der gut durchkonstruierte Motor sprang selbst bei kalten Temperaturen nur durch Einschalten der Zündung an. Der Motor lief so ruhig, daß lange Zeit auf Ventildeckel verzichtet wurde, da diese angeblich ja nur dazu dienten, Geräusche unpräziser Ventile zu dämpfen. Der Radstand der stabilen Fahrgestelle betrug 344, 365 und 382 cm und wurden mit den besten Karosserien versehen. Die mit Bolzen geradezu vernähten Fahrgestelle waren so stabil, daß auf das unveränderte Chassis im ersten Weltkrieg schwere Karosserien für Panzerwagen aufgesetzt wurden. Einige dieser mit Turm und Vickers MG ausgestatteter Panzerwagen waren noch in den 40er Jahren gegen Rommel im Einsatz.

 

Typ Mercer Raceabout Typ 35 Baujahre 1911-14 – Bauart „R“ – PS 55 Zylinder 4 – Bremsen M2 – Maximaltempo 12-14 Beschleunigung 7-8 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 40 – Sitzplätze 2 Bemerkung Brachiales Kultauto, Monokelscheibe Preis: 12000 (Neu) – 200 $

 

Typ Ford T – Baujahre 1909 – 1927 – Bauart „R“ – PS 20 – Zylinder 4 – Bremsen M2 – Maximaltempo 6-8 – Beschleunigung 2-3 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 60 Sitzplätze „*“ Bemerkung: „Traktorauto“, Fußschaltung, bis 41 Grad Steigfähigkeit Preis: 996-495 $

Ford T, 1908 bis 1927. Der beliebte Ford T, aufgrund seiner scheppernden Fahrgeräusche auch Tin Lizzy genannt, läßt sich schwer mit irgend einem späteren Fahrzeug vergleichen. Der Ford T erschien 1908 und stand in der Tradition der amerikanischen „High Buggies“ der Jahrhundertwende; langsame und primitive Fahrzeuge mit großen Rädern und hoher Bodenfreiheit, die für unzugängliches Gelände geeignet waren, in dem bequemere Autos steckenblieben. Der Ford T war sehr billig, sehr zuverlässig, einfach zu warten und vielseitig einzusetzen. Er diente als Antrieb für Transmissionen in der Landwirtschaft und Betrieben, als Traktorersatz und als gewöhnliches Alltagsauto für Handwerker und Angestellte. Dafür war er laut, unbequem, äußerst langsam und gegen Ende der Produktionszeit technisch antiquiert. Man könnte ihn als Mischung zwischen Traktor, VW Käfer und R4 beschreiben. Das Auto fuhr bei Testfahrten Treppen mit einer Steigung von 41 Grad herauf, und als billiges Sammeltaxi transportierte es mitunter ein Dutzend Passagiere auf den Trittbrettern. Die Höchstgeschwindigkeit lag je nach Modell (der Ford T veränderte sich auch äußerlich von 1908 bis 1927 weitaus mehr als z.B. der Käfer oder die 2CV Ente) zwischen 60 bis 80 km/h, was unter dem Durchschnitt seiner Zeit lag. Der 4 Zylinder hatte 2,9 Liter Hubraum und rund 20 PS. Das Planetengetriebe hatte zwei Gänge mit Fußschaltung, der Radstand betrug 254 cm. Die spartanische Ausstattung lag ebenfalls unter dem Durchschnitt, er war eines der letzten Fahrzeuge, das magnetische Lichterzeugung, Zweiradbremsen und vor allem eine Anlasserkurbel verwendete. Das Auto war unkompliziert in der Wartung und der Reparatur, mußte aber regelmäßig abgeschmiert werden. Spötter deuteten Ford als „Fix Often Repair Daily“. Teilweise konnte dies durch Produkte von Zubehörfirmen aufgebessert werden, es gab ganz im Sinne von Tuningfirmen nachrüstbare elektrische Anlasser, Vorderradbremsen, Stoßstangen, etc. Es stimmt übrigens nicht, daß der Ford T nur in schwarz gebaut wurde, dies gilt nur für die Modelle aus der Fließbandproduktion ab 1915, wobei nach 1925 auch andere Farben als schwarz in die Fertigung aufgenommen wurden. Bereits vom Werk aus gab es unzählige Variationen des Autos, neben den zu erwarteten zwei- oder viertürigen Tourern, Coupés, Roadstern und Limousinen gab es Lieferwagen, Pickups, Feuerwehrautos und sogar ein erstes Campingauto. Jenes Ford T Kampsteed Kampcar von 1921 ruhte auf einem verlängerten Fahrgestell und hatte ausklappbare Seitenwände, die als verbreiterte Liegeflächen für immerhin 6 Personen dienten, über denen eine Art Vorzelt aufgeklappt wurde. Der Preis von 735 $ beinhaltete außerdem einen Ofen, einen Klapptisch, einen (nicht elektrischen) Kühlschrank, ein Wasserbehältnis und Campingausrüstung. Der Standard Ford T kostete 996 $ bei Produktionsbeginn, der Preis konnte kurz vor Produktionsende auf 495 $ gesenkt werden. Einfache Raceabout Ausführungen waren in den 20ern sogar für 290 $ zu haben. Gebrauchte Tin Lizzys waren noch billiger, aber meist völlig verbraucht. Sehr frühe, noch primitivere Ausführungen des Ford – T kosteten als Gebrauchtwagen in den 20ern oft nur ein paar Dollar. Das Gewicht eines Ford T PKW lag je nach Ausführung zwischen 1390 bis 1996 kg, LKW Ausführungen wogen bis 2400 kg, Spezialausführungen mehr.

 

NSU 5/15 1913-1926 Der kleine NSU war höchst modern, als er 1913 erschien; Druckumlaufschmierung und automatische Zündverstellung (Magnetzündung) gehörten technisch zur Avantgarde. Nach
dem Krieg war er zwar etwas veraltet, aber der kleine, leichte Wagen (nur knapp über 600 kg!) galt als so solide, daß es seinem Erfolg keinen Abbruch tat. Tatsächlich hielt er sich als einer der beliebtesten Autos in seiner Preisklasse. Der Preis lag in den 20ern ca. bei 4000 – 5000 Mark. Eine Fahrertür fehlte allerdings, da der Außen angebrachte Ersatzreifen den Platz beanspruchte. Leider sind von diesem unglaublich populären Auto nahezu keine Exemplare mehr erhalten. Die typische Lackierung in Weinrot war kurioserweise selbst in den 1960er und 70er Jahren noch die bevorzugte Farbe bei NSU Autos.

Ein NSU 8/24 aus der Vorkriegsproduktion, größerer Bruder des 5/15

 

Stutz Bearcat Series B 1914. Der Bearcat war zwar kein Auto der 20er Jahre, nicht einmal ein Auto der Nachkriegszeit, aber er war eine typische Erscheinung der 20er. Junge Leute, die nach den Kriegsjahren die frühen 20er als langweilig und ereignislos betrachteten und nach Abenteueren suchten, hatten einen großen Bedarf nach schnellen Autos. Die sportlichen Wagen ihrer eigenen Zeit waren viel zu teuer, so daß sie auf schnelle Fahrzeuge früherer Zeiten zurückgriffen, deren Primitivität und Gefährlichkeit anziehend wirkten. Die beiden Favouriten waren der noch näher beschriebene Mercer Raceabout 35 und sein härtester Konkurrent, der Stutz Bearcat. Beide Fahrzeuge verwendeten die primitive Raceabout Karosserie, die auf einem offenen Fahrgestell und den notwendigsten Karosserieteilen besteht, was ein Verzicht auf Türen, Verdeck und Windschutzscheibe bedeutete. Beide besaßen nur eine winzige runde Monokelscheibe und rudimentäre Hinterrad-Bremsen, geradeverzahnte Differentiale, Anlasserkurbel und knochenharte Blattfederung. Der Stutz hatte mit seinem 6einhalb Liter 4 Zylindermotor mit 60 PS mehr Leistung und gewann insgesamt mehr Rennen, aber auf der Straße war er den Mercern unterlegen. Der Stutz war noch brutaler, noch primitiver, lauter und gefährlicher als der ausgefeilte Mercer, dessen überlegene Straßenlage die geringfügig geringere Leistung ausglich. Die Höchstgeschwindigkeit des Stutz ist ebenso schwierig anzugeben wie die des Mercer; sie lag bei mindestens 112 km/h, aber in Rennen wurden gelegentlich Spitzengeschwindigkeiten von 130 bis knapp 140 km/h erzielt. Die Mercerfahrer spotteten „You´ve got to be nuts to drive a Stutz“, und die Stutzfahrer sangen „There´s no car worser then a Mercer“. Auch wenn es nahe liegt, kann man die beiden aber nicht als die damaligen Äqivalente zu Opel Manta und Ford Capri oder VW GTI betrachten. Beides waren zu ihrer Zeit echte und sehr teure Sportwagen gewesen, die nur aufgrund der rasanten Entwicklung (denn 10 Jahre Unterschied waren 1913 und 1923 technisch erheblich mehr als der Unterschied von 1973 und 1983) im Preis verfallen waren. Ein Stutz Bearcat ist in der heutigen Zeit weit über 100.000 $ wert, ein Mercer Raceabout noch mehr. In den 30er Jahren waren diese Autos mit etwas Glück für 40 – 80 $ zu bekommen. In den 20er Jahren kann man je nach Zustand und Jahr einen Preis von 2000 $ bis 350 $ für einen gebrauchten Stutz Bearcat von 1914 ansetzen.

 

Cunningham V1 – V8 1916-1929. Der schwere und zuverlässige Cunningham V1 wurde meistens als Kranken- oder Leichenwagen ausgeliefert, aber es gab auch Limousinen und Tourer (andere auf Leichenwagen und Ambulanzen spezialisierte Marken waren Henney und Rock Falls). Der Kunde hatte die Wahl zwischen Artillerierädern oder Speichenrädern mit Zentralverschluß, der V8 Motor aus eigener Produktion mit 7244 ccm leistete 90 PS bei 2400 Umdrehungen. Das Getriebe hatte 3 Gänge, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 100 km/h. Der Radstand betrug wahlweise 335, 346 oder 361 cm. Es folgten die Modelle V2 (1918), V3 (1920), V4 (1921), V5 (1923), V6 (1925), V7 (1927) und V8 (1929) und weitere Modelle. Das Grundkonzept änderte sich wenig, 1924 kam ein vierter Gang hinzu, 1926 eine Vierradbremse. Die PS stiegen auf 105, und die Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h. Kundenwünsche für Extraanfertigungen wurden oft erfüllt. 1922 wurde eine kugelsichere Limousine mit 376 cm Radstand gebaut, die neben vielen Extras bereits ein Radio eingebaut hatte, obwohl es erst 1929 erste Autoradios bei Cadillac und LaSalle gab!1927 erschien sogar ein gepanzerter Krankenwagen, der immerhin 13.000 $ kostete. Der Preis eines gewöhnlichen Cunningham mit einfacher Ausstattung lag erheblich darunter, vermutlich bei ca 3.000 $. Cunningham hat übrigens nichts mit der gleichnamigen Sportwagenmarke aus den 50er Jahren zu tun.

 

Typ Dodge Modell A – Baujahre 1919-1922 – Bauart „R“ – PS 35 – Zylinder 4 – Bremsen M2 – Maximaltempo 9 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze 2-5 Bemerkung: Billig und beliebt Preis: 1900 – 1450 $

 

Typ Hispano Suiza H6 Baujahre 1919-23 – Bauart „R“ – PS 100-135 Zylinder 6 – Bremsen M4 – Maximaltempo 13-15 – Beschleunigung 5-6 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 82 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Spanischer Superluxus Preis:ca. ab 29000 Mark

Hispano Suiza H6. Der H6 war eines der außergewöhnlichsten und besten Autos seiner Zeit. Der 6 Zylinder mit 6597 ccm Hubraum war nach Erfahrungen aus dem Flugzeugbau konstruiert worden und war trotz seiner hohen PS Leistung außergewöhnlich zuverlässig und langlebig. Das exakt gearbeitete 3 Ganggetriebe war so elastisch ausgelegt, daß man fast überhaupt nicht mehr schalten mußte. Der Radstand betrug 369 cm und die Spurweite 145 cm. Spätere Modelle erhielten hydraulische Stoßdämpfer, aber hydraulische Bremsen mit einer Servoverstärkung waren bereits bei den ersten Modellen erhältlich. Die fortschrittliche Bremse wurde später als Lizenz von Rolls Royce übernommen, die sich vorher noch weigerten, von der Zweiradbremse abzuweichen. Die Technik, in Leichtmetalltrommeln Gußeisenringe einzupassen, wurde noch 1963 von Porsche verwendet. Während allgemein noch 6 Volt Batterien üblich waren, besaß der HP 6 gleich zwei 12 Volt Batterien, ein üppig ausgestattete Armaturenbrett mit einem ausgeklügelten Sicherungssystem, einen Tank für 110 Liter, einen umfangreichen Werkzeugkasten und ein gut sortiertes Ersatzteilsortiment an Bord. Der HP bekam die edelsten Karosserien gebaut, vom Rennsportwagen bis zur Chauffeurlimousine. Oft wurde dasselbe Auto alltäglich als Reise- und Stadtwagen gefahren, und wurde dann am Wochenende für ein Rennen präpariert. Auch wenn der Hispano Suiza sehr viel kostete, galt er im Verhältnis zu der Leistung, die man erhielt, als durchaus günstig.

 

Typ Rochet-Schneider 12 CV Baujahre 1919-24 – Bauart „R“ – PS 29 – Zylinder 4 – Bremsen M2 – Maximaltempo 8 – Beschleunigung 3 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 62 – Sitzplätze 2-5 Bemerkung: Zuverlässig und langlebiger Franzose Preis:ca. 8000 – 9000 Mark

Rochet-Schneider 12 CV. Der 12 CV war das kleinste Modell der Qualitätsmarke, er gehörte zu der gehobenen Mittelklasse. Das Auto mit einem Radstand von 303 cm und einer Spurweite von 135 cm war keineswegs spektakulär, übernahm aber von den Luxusmodellen seiner Marke eine hohe Qualität und modernste Technik.

 

Willys – Overland Typ 91 1919-1926. Die preisgünstigen und soliden Modelle der Marke Willys – Overland waren erfolgreiche Konkurrenten gegen Ford, während die Willys – Knight gehobenere Ansprüche erfüllten. (Frühere Modelle erschienen auch unter dem Namen Overland, ebenso gab es Modelle nur unter dem Namen Knight und Willys, und der noch zu erwähnende Whippet tritt gelegentlich auch als eigene Marke auf.) Der Typ 91 erschien 1919 und hatte wie der Ford T einen 4 Zylinder mit 2,3 Liter Hubraum und 27 PS, Leistung und Hubraum wurden bei späteren Modellen erhöht. Der Radstand entsprach mit 254 cm exakt dem Ford T. 1925 bekam der 1925 eine Ganzstahlkarosserie, änderte sich sonst aber nicht wesentlich. Der Preis lag etwas über dem Ford T, aber nicht wesentlich. Je nach Jahr und Ausführung rangierte er also zwis
chen ca. 600 $ bis über 1.000 $.

 

Chevrolet Typ 490 1919-1928. Es gab viele Automarken, die versuchten, mit dem Ford T zu konkurrieren, z.B. Gray, Star, White, Stanley und Willys-Overland, aber Chevrolet aus dem Konzern GM war neben dem Dodge der gefährlichste Gegner von Ford. Der 4 Zylinder 490 hatte den Namen nach seinem Einführungspreis von 490 $ erhalten, das Roadstermodell kostete 750 $. Er war nicht so geländegängig und vielseitig wie die Tin – Lizzy , aber moderner und etwas komfortabler. Dodge Modell A 1919-1922 Dodge war eine der erfolgreichen preisgünstigen Marken, und 1920 schaffte sie es sogar, den Platz 2 hinter Ford einzunehmen. Im selben Jahr starben die Brüder Dodge und die Nachkriegsrezession setzte allen Herstellern zu, aber im Gegensatz zu anderen Marken konnte sich Dodge erfolgreich erholen. Das Model A verwendete noch den 4 Zylinder Motor seines Vorgängers mit 3500 ccm Hubraum und 35 PS. Der Radstand betrug 279 cm, der Preis bewegte sich zwischen 1.900 $ – 1.450 $. Die Karosserie war moderner als die Vorkriegskarosserie des bis 1918 gebauten Vorgängers, aber erst das Nachfolgemodell B erschien als Limousine mit Ganzstahlkarosserie. Das Modell A besaß noch mechanische Zweiradbremsen, dafür waren die Artillerieräder durch modernere Drahtspeichenräder ersetzt worden.

 

Opel 8/25 1920 – 22. Der preisgünstige Wagen war nicht spektakulär, aber beliebt. (Bild 37 einsetzen. Text: …eine schöne Karosserie…) Der 4 Zylindermotor hatte noch Magnetzündung, die wie allgemein üblich über das Lenkrad bedient wurde. (Bild 39 einsetzen. Text: …und die typischen Bedienelemente am Lenkrad, die neben der Schaltung bedient werden mußten.) Es gab viele verschiedene Karosserievarianten, sogar eine hoch elegante Torpedo Version. Der Preis lag durchschnittlich bei 6000 Mark. Opel Regent 1928 Nach vielen Kleinwagen wagte Opel noch einmal das Experiment mit einem Luxusfahrzeug. Der Opel Regent fand trotz seines aufwendig konstruierten Reihenachtzylinders mit 6 Liter Hubraum und 110 PS kaum Abnehmer. Er zu Beginn der Wirtschaftskrise zu teuer; das Chassis alleine kostete 14000 Mark, das komplette Fahrzeug ca. 17000 bis 24000 Mark.

 

Typ NAG C4 Baujahre 1920-24 – Bauart „R“ – PS 30 – Zylinder 4 – Bremsen M2 – Maximaltempo 8 – Beschleunigung 3 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze 4-7 Bemerkung: Solider, aber altmodischer Berliner

 

Typ Steyr Waffenauto Typ 2 Baujahre 1920-24 – Bauart „R“ – PS 40 – Zylinder 6 – Bremsen M2 – Maximaltempo 10 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 62 – Sitzplätze „*“ Bemerkung: Hohe Fertigungsqualität aus Österreich Preis:ca. 6500 – 9000 Mark

 

Typ Duesenberg A Baujahre 1920-26 – Bauart „R“ – PS 88 – Zylinder R8 – Bremsen M/H4 – Maximaltempo 12 – Beschleunigung 5 – Bremskraft 7/8 – Trefferpunkte 65 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Hochqualitativer Luxuswagen Preis: 6250-8000 $

Duesenberg A 1920-26. Duesenberg gehört wie Packard, Marmon, Hispano Suiza, Minerva, Isotta – Fraschini und einigen anderen Marken zu einer ausgestorbenen Luxusklasse, die oberhalb von Cadillac angesiedelt war. Duesenberg ist noch heute der legendärste Name der amerikanischen Marken. Das Modell A besaß als eines der ersten Serienfahrzeuge einen Reihen 8 Zylinder Motor, der zudem ein Kurbelgehäuse aus Leichtmetall und Kolben aus einer Aluminiumlegierung hatte. Der Motor mit 4260 ccm leistete 88 PS bei 3600 Umdrehungen. Das 3 Ganggetriebe ermöglichte eine Geschwindigkeit von 120 km/h. Der Radstand betrug 340 oder 358 cm. Der Preis für einen Tourenwagen (= Cabriolet) lag bei 6.250 $, der Preis für ein geschlossenes Fahrzeug (= Sedan) etwa bei 8.000 $.

 

Typ Lincoln L Baujahre 1920-28 – Bauart „R“ – PS 81-99 Zylinder V8 – Bremsen M2/4 – Maximaltempo 12 – Beschleunigung 5-6 – Bremskraft 5/7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze „*“ Bemerkung M4 Bremsen Serie ab 1926 Preis: 4300-6000 $

Lincoln L 1920-28. Der Lincoln war neben dem noch exklusiveren Packard das bevorzugte Auto der Gangster, es war schnell, leise und vor allem mit außergewöhnlicher Präzision gefertigt. Auch die Polizei hatte Lincoln für Verfolgungsjagden im Einsatz, jene Polizeiautos waren mit stärkeren Motoren versehen und schon ab 1924 mit Vierradbremsen ausgestattet; ein Luxus, den die Serienmodelle erst 1927 erhielten. Der V8 des Serienmodells leistete aber immer noch stattliche 81 – 90 PS bei 2800 Umdrehungen und hatte 5863 ccm Hubraum. Das Getriebe hatte 3 Gänge, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 115 km/h. Es gab die Autos mit dem Radstand 330 und 346. Der Preis lag zwischen 4.300 $ bis 6.000 $. Die Lincoln wurden übrigens in versiegelten Räumen mit konstant gehaltener Temperatur gefertigt und in riesige, staubdichte Papierbeutel gepackt, bevor sie in sorgfältig gereinigten Waggons verschickt wurden.

 

Typ Bentley 3 Litre Baujahre 1920-29 – Bauart „R“ – PS 72-85 Zylinder 6 – Bremsen M2 – Maximaltempo 13-16 Beschleunigung 6-7 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Als Limousine bis Rennmodell „Green Label“ Preis:ca. ab 15000 Mark

Bentley 3 Litre. Der Motor war nach Vorbild der Rennmotoren kurz vor dem ersten Weltkrieges konstruiert, und das Fahrgestell war 1919 entwickelt worden, dennoch war der 3 Litre ein beachtliches Auto mit starken Fahrleistungen. Der Motor mit Aluminium Kolben und Druckumlaufschmierung war sorgfältig konstruiert wieder der Rest des Fahrzeuges, daß es mit unterschiedlichsten Karosserien gab. Verschiedene Ausführung des Motors und des Fahrgestells, auf daß es eine Garantie von 5 Jahren gab, wurden mit Farben der Kühlerplaketten bezeichnet. Blue Label für einen Radstand von 330 cm, einfachem Vergaser und weitgestuften Getriebe, Red Label für zwei Vergaser, eng gestuften Getriebe und kurzem Radstand (298 cm). Die seltene Rennversion Green Label hatte einen Radstand von 275 cm, immer noch beachtlich für einen Rennwagen.

 

Typ Citroen B2 Baujahre 1921-25 – Bauart „R“ – PS 20 – Zylinder 4 – Bremsen M2/4 – Maximaltempo 8-9 – Beschleunigung 3 – Bremskraft 5/7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze 2-5 Bemerkung: Günstig, zuverlässig und langlebig Preis:ca. 3000 – 4000 Mark

Citroen B2. Der B2 war ein preisgünstiges und zuverlässiges Auto. Das langlebige Fahrzeug gab es in den unterschiedlichsten Versionen; auch Halbkettenfahrzeuge, die erfolgreich Touren durch die Sahara unternahmen, beruhten auf dem B2.

 

Typ Lancia Lambda Baujahre 1921-25 – Bauart „T“ – PS 50 – Zylinder V4 – Bremsen M4 – Maximaltempo 11-12 Beschleunigung 5 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze 5 Bemerkung: Meilenstein, unabhängige Frontaufhängung Preis:ca. ab 15000 Mark

Lancia Lambda. Bis heute streiten Experten darüber, ob der Lambda das erste Auto mit selbsttragender Karosserie ist, oder einfach ein ungewöhnlich geformtes Chassis besitzt. Es steht aber ohne Zweifel fest, daß dieses Auto ein Meilenstein der technischen Entwicklung darstellt. Die schmucklos wirkende, aber flache Karosserie erlaubte in der Verbindung mit der unabhängigen Radaufhängung eine ausgezeichnete Straßenlage und war sehr verwindungssteif. Der Rahmen besteht aus gepreßten Stahlblechteilen, die an den Seiten hochgezogen wurden, um damit ein Endoskelett für den 4 sitzigen Torenwagen bilden. Damit kann man die Karosserie als teiltragend einstufen; die ungewöhnliche Bauweise erlaubte ohne den üblichen hohen Rahmen mit aufgesetzter Karosserie eine sehr niedrige Bauart. Lancia, der Nickel und Chrom haßte, ließ den Kühlergrill und alle blanken Teile lackieren und versah das Auto mit einer großen Windschutzscheibe, die einem seltsamen Kontrast zu der brettartigen Karosserie bildete – doch die seltsamen Proportionen verliehen den schlicht gestalteten Auto eine bestechende Eleganz. Ebenso sen
sationell war die unabhängige Radaufhängung mit hydraulischen Stoßdämpfern an den Vorderrädern, die Lancia nach einem gefährlichen Federbruch bei einer Ausfahrt mit seiner Mutter in einem Lancia Kappa entwickeln ließ. Der V4 Motor war ebenfalls neu entwickelt und besaß einen elektrischen Anlasser, der wie die restliche elektrische Ausrüstung modern und ausgeklügelt konstruiert war. Auch die Vierradbremse war ungewöhnlich leistungsstark. Trotz des relativ hohen Preises für einen Tourenwagen dieser Klasse wurde der Lancia zu einem großen Verkaufserfolg. Es gab insgesamt 7 Serien des Lambda, die stetig verbessert wurden.

 

Typ Peugeot Sixluxe Baujahre 1921-25 – Bauart „R“ – Hubraum 6 – PS 70 – Zylinder 6 – Bremsen M2 – Maximaltempo 11 – Beschleunigung 5 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze „*“ Bemerkung: Schiebermotor Preis:ca. ab 5000 Mark

Peugeot Sixluxe. Der Sixluxe war weder ein besonders spektakuläres oder modernes Auto, aber er war solide verarbeitet. Es wurde weiterhin das Schiebersystem für den 6 Zylinder verwendet.

 

Typ Peugeot Quadrilette Baujahre 1921-26 Bauart „R“ – PS 5 – Zylinder 4 – Bremsen M2 – Maximaltempo 5 – Beschleunigung 2 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 20 – Sitzplätze 2 Bemerkung: Beliebtes Cyclecar, Tandemsitz, 345 kg Preis:ca. 2500 – 1200 Mark

Peugeot Quadrilette. Der Quadrilette (auch 172) löste die beliebte Bebe Serie ab, und wurde ebenso ein Erfolg. Das beliebtes Cyclecar besaß einen Tandemsitz und wog nur 345 kg, wirkte aber von seiner Erscheinung wie ein gewöhnliches Auto. Später bekam der Quadrilette ein verstärktes Chassis und sogar eine Karosserie für 5 Personen, 1924 wurde er als Peugeot 5CV gebaut. Photo: Peugot172-1926 Text: Der Peugeot 172 stellte den Übergang vom Cyclecar zum Kleinwagen dar.

 

Typ Chenard & Walcker Baujahre 1921-27 – Bauart „R“ – PS 60 Zylinder 4 – Bremsen M2/4 – Maximaltempo 11 Beschleunigung 5 – Bremskraft 5/7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Moderne Technik aus Frankreich Preis:ca. ab 8000 Mark

 

Typ Elite S18 Baujahre 1921-28 Bauart „R“ – PS 55-96 – Zylinder 6 – Bremsen M4 – Maximaltempo 10-14 – Beschleunigung 5-7- Bremskraft 7 – Trefferpunkte 82 – Sitzplätze 2-5 Bemerkung: Großes Luxusauto und Rennwagen, höchstes Ansehen Preis: 17000 – 22000

 

Typ Austro Daimler 617 Baujahre 1921-28 – Bauart „R“ – PS 65 Zylinder 6 – Bremsen M4 – Maximaltempo 11 Beschleunigung 4 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 80 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Luxusauto in vielen Größen Preis: ca 20000 Mark

Austro Daimler 617. Der österreichische Austro Daimler 617 galt bei seinem Erscheinen als eines der bemerkenswertesten und modernsten Autos der Nachkriegszeit. Der 6 Zylinder aus Silumguß mit obenliegender Nockenwelle hatte einen Hubraum von 4,5 Liter und wurde von der Fachwelt als „formschönster Motor“ gefeiert. Daran war das 4 Gang Getriebe mit eingebauter Reifenpumpe angeflanscht. Der Radstand betrug stattliche 345 cm, die Spurweite 136 cm – die schönsten und aufwendigsten Karosserien wurden auf das gewaltige Fahrgestell montiert.

 

Typ Pierce Arrow Baujahre 1921-28 – Bauart „R“ – PS 75-100 Zylinder 6 – Bremsen M2/H4 – Maximaltempo 11-12 – Beschleunigung 5-6 – Bremskraft 5/8 – Trefferpunkte 80 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Bremsen mit Unterdruck – Servounterstützung, Hydraulikstoßdämpfer, Alukarosserie Preis: 7000 $

Pierce Arrow 33 1921-28. Der 33 war das erste Modell dieser angesehenen Marke, daß die Konvention des Lenkrads auf der linken Seite erfüllte. Ungewöhnlich waren die Scheinwerfer auf den Kotflügeln der Aluminiumkarosserie. Der 6 Zylinder Motor hatte 6796 ccm Hubraum und leistete 75 PS bei 300 Umdrehungen, spätere Varianten hatten bis zu 100 PS Leistung. Ab 1925 wurden sie mit hydraulischen Stoßdämpfern ausgestattet, außerdem wurden Vierradbremsen mit Unterdruck – Servounterstützung eingebaut. Der Radstand betrug 351 cm, der Preis um die 7.000 Dollar. Die Höchstgeschwindigkeit betrug ca. 110 bis 120 km/h.

 

Typ Renault 40 CV Baujahre 1921-29 Bauart „R“ – PS 104 – Zylinder 6 – Bremsen M2/4 – Maximaltempo 13-16 – Beschleunigung 5-6 – Bremskraft 5/7 – Trefferpunkte 84 – Sitzplätze „*“ Bemerkung: Schwerer Luxuswagen Preis:ca. ab 18000 Mark

Renault 40 CV. Der riesige Wagen war als „weißer Elefant“ bekannt. Trotz seiner auch damals außergewöhnlichen Größe und Höhe war er dank seines 6 Zylinders mit 9 Litern Hubraum sehr schnell – es gab Versionen bis 160 km/h. Der Radstand von 380, 387 und 399 cm war selbst unter Luxusautos ungewöhnlich. Seltsam mutete auch die anachronistische Kühlerposition hinter dem Motor an, die für den typischen schnabelförmigen Bug verantwortlich war; Louis Renault schmetterte zu Lebzeiten alle Forderungen der Ingenieure ab, den Kühler nach vorne zu verlegen. Die Technik war auch in anderen Hinsichten altmodisch, wie die z.B. die Magnetzündung, aber alles war von bester Qualität und aufwendiger Verarbeitung. Immerhin gab es ab 1922 Vierradbremsen, die wie alle Bedienungselemente einen kräftigen Chauffeur erforderten. 1926 wurden mit einer auf 140 PS gesteigerten Version des archaischen Wagens bei dem 24 Stunden Weltrekord eine Höchstgeschwindigkeit von 191 km/h erreicht.

 

Typ Austin 12 HP Baujahre 1921-35 – Bauart „R“ – PS 14 – Zylinder 4 – Bremsen M2/4 – Maximaltempo 9-10 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 5/7 – Trefferpunkte 55 – Sitzplätze „*“ Bemerkung: Altmodischer, beliebter Mittelklassewagen Preis:ca. 3800 – 5000 Mark

Austin 12 HP 1921-40. Der 12 HP war Nachfolger des erfolgreichen, aber veralteten 20 HP. Der 12 HP war zuverlässig, stellte aber einen verkleinerten 20 HP da und war nicht sehr modern. Trotz alledem war er sehr erfolgreich und riß die vom Konkurs bedrohte Marke aus den roten Zahlen, tatsächlich war er so langlebig, daß die Händler energisch gegen Austins Pläne protestierten, das Auto aus dem Programm zu nehmen. Der 12 HP hielt sich so beachtliche 14 Jahre, selbst nach dem Produktionsende von 1935 wurden noch 7000 Exemplare für Taxifahrer bis 1940 produziert.

 

Typ Hispano Suiza Boulogne Baujahre 1922-23 – Bauart „R“ – PS 150-170+ – Zylinder 6 – Bremsen M4 – Maximaltempo 17-20 – Beschleunigung 7-8 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 80 – Sitzplätze „*“ Bemerkung wenig Exemplare Preis:ca. ab 30000 Mark

Hispano Suiza Boulogne. Der Boulogne war eine spezielle Sportwagenausführung des H6. Das kürzere Chassis mit dem 8 Litermotor erlaubte Geschwindigkeiten bis 170 km/h , einige Ausführungen sollen bis 200 km/h erreicht haben. Eine besonders aufsehende Karosserie ist der Nieuport Sportwagen; die zweisitzige tropfenförmige Bootskarosserie bestand aus Aluminium und war komplett mit rötlichen Tulpenholz verkleidet, die Unterkante und Abschlüsse waren mit Kupferblech bedeckt. Tausende von Kupfernieten hielten die Schichten zusammen.

 

Typ Hotchkiss AM Baujahre 1922-26 – Bauart „R“ – PS 50 Zylinder 4 – Bremsen M4 – Maximaltempo 9-10 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze 2-5 Bemerkung Gute französische Mittelklasse Preis:ca. ab 4000 Mark

Hotchkiss AM. Der nicht sehr große Wagen mit 4 Zylinder wurde als die „goldene Mitte“ vorgestellt, doch seine Qualität lag immer leicht über der Masse. 1926 kam eine sportlichere Ausführung AM2 hinzu, und 1928 erschien der 6 Zylinder AM 80. Das Design der AM Serie, die sowohl als Sedanlimousine als auch mit Sportkarosserie beliebt waren, war sehr sachlich und nüchtern, trotzdem keineswegs unelegant. Die Technik war nicht sensationell, aber keineswegs unmodern und wurde al
s zuverlässig und ausgereift anerkannt.

 

Typ Austin Seven „Baby Austin“ Baujahre 1922-39 – Bauart „R“ – PS 14 Zylinder 4 – Bremsen M4 – Maximaltempo 7 – Beschleunigung 3 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 40 – Sitzplätze 2-5 Bemerkung: Berühmter Kleinwagen, weltweite Lizenzen, Rennversionen bis 135 km/h Preis:ca. 2000 – 2600 Mark

Austin Seven „Baby Austin“. Der ab 1922 verkaufte Austin Seven ist nicht der erste Kleinwagen, wie gelegentlich behauptet wird, aber er war einer der modernsten und erfolgreichsten seiner Zeit. Austin produzierte rund 300 000 Exemplare, hinzu kamen Lizenzversionen von Dixi und BMW in Deutschland, von Rosengart in Frankreich, Bantam in den USA und Datsun in Japan. Das kleine Auto mit einem Radstand von unter 2 Metern gab es in geschlossenen und offenen Versionen und sogar als Minilieferwagen. Zu den Extras des Kleinwagens gehörten ein Sonnendach, Triplex Glas, Chromschmuck (ab 1929), Drahtspeichenräder und Dunlop Reifen. Der Verbrauch des Serienmodells mit 3 Ganggetriebe lag bei 5 Litern. Die standardmäßigen Vierradbremsen hatte er vielen großen Autos voraus, und das Auto war so wendig, daß es sogar ein langsames Serienmodell mit dem 747 ccm Motor 1930 das 500 Meilen Rennen von Brooklands gewann; bereits 1923 hatte ein Seven mit einem Schnitt von 89 km/h den Cycle Car Grand Prix in Monza gewonnen. Verschiedene Autotuner versahen den Seven mit Leistungssteigerungen, darunter auch Kompressoren, die ihm zu Spitzengeschwindigkeiten von über 130 km/ h verhalfen. Eine Version mit 130 km/ h wurde werksseitig als Supersports angeboten. Swallows (aus denen später Jaguar wurde) bot schmucke Karosserien für den Austin Seven an. Nach Produktionsende wurde der Motor des Austin Seven noch bis 1962 von Reliant weitergebaut.

 

Typ Delage CO2 Baujahre 1923-24 – Bauart „R“ – PS 88 Zylinder 6 – Bremsen M4 – Maximaltempo 13 Beschleunigung 6 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze „*“ Bemerkung vom Roadster bis Coupé de Ville Preis:ca. ab 10000 Mark

Delage CO2. Der CO2 war Nachfolger des CO, der bereits ein sehr modernes und leistungsfähiges Auto mit hoher Qualität war. Der CO2 hatte 4 Rad Bremsen, einen zuverlässigen 6 Zylindermotor und ein Vierganggetriebe, der Radstand betrug beachtliche 343 bis 367 cm. Trotz der Länge des Fahrgestells wurden viele Exemplare mit Sportkarosserien versehen, obwohl es auch Varianten als Coupe de Ville gab.

 

Typ Cadillac V-63C Baujahre 1923-26 – Bauart „R“ – PS 80-83 – Zylinder V8 – Bremsen M4 – Maximaltempo 12 – Beschleunigung 5 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 80 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Gilt als zuverlässig und solide. Preis: 3100-4600 $

Cadillac V-63C 1923-26. Der Cadillac V63 war der Einstieg in die Luxusklasse dieser Marke, wobei er immer noch unter dem Packard oder Pierce – Arrow stand. Der V8 Motor mit 5154 ccm Hubraum leistete aber immerhin 80 bis 83 PS bei 3000 Umdrehungen und ermöglichte eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h. Er hatte ein 3 Ganggetriebe und eine Vierradbremse mit Gestänge. Der Radstand konnte zwischen 335, 351 und 368 cm gewählt werden. Die Preise lagen 1922 bei 3.150 $ für ein Tourenwagen oder Phaeton, bei 3.100 $ für einen Roadster, bei 3.875 $ für ein 2Sitzer Coupe, bei 3.925 $ für ein 5Sitzer Coupe, 4.100 $ für einen Sedan, und 4.600 $ bei einer 7Sitzer Imperial Limousine.

 

Typ Farman A6 Baujahre 1923-27 – Bauart „R“ – PS 85-115 Zylinder 6 – Bremsen M2/4 – Maximaltempo 12-15 Beschleunigung 6-8 – Bremskraft 5/7 – Trefferpunkte 60- Sitzplätze „*“ Bemerkung Technische Avantgarde Preis:ca. ab 28000 Mark

Farman A6. Das stabile Fahrgestell (Radstand 360 cm) mit dem hochwertigen 6,9 Liter 6 Zylindermotor aus Alpax Leichtmetall wurde oft mit außergewöhnlichen Karosserien versehen. Sowohl Technik als auch Design befanden sich bei diesem avantgardistischem Fahrzeug auf höchster Blüte.

 

Typ Packard Single Eight Baujahre 1923-28 – Bauart „R“ – PS 85-109 Zylinder 8 – Bremsen M2/4 – Maximaltempo 12 – Beschleunigung 6-7 – Bremskraft 5/7 – Trefferpunkte 65 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Höheres Ansehen als Cadillac Preis: 4000-6000 $

Packard Single Eight 1923-28. Packard galt als die Marke Amerikas, und lange Zeit bezeichnete man sie als die besten amerikanischen Autos überhaupt. Selbst Ettore Bugatti besaß einen Packard für lange Reisen, und bei Gangstern waren die leisen Wagen beliebt. (Allerdings fuhr Al Capone einen kugelsicheren Cadillac.) Obwohl der Packard weitaus exklusiver als der Cadillac oder selbst der Lincoln war, lag er im Vergleich zu einem Duesenberg in einer erreichbaren Preisklasse und war auch relativ weitverbreitet. Der Single Eight war der erste 8 Zylinder, nachdem zuvor nur 6 oder 12 Zylinder gebaut wurden. Der Motor hatte 5863 ccm Kubik und 85 – 109 PS bei 3200 Umdrehungen. Es gab einen Radstand von 345 und 363 cm zur Auswahl, ein 3 Ganggetriebe und zahlreiche luxuriöse Karosserien, vom Roadster bis zur Chauffeurlimousine. Die Höchstgeschwindigkeit war 120 km/h, der Preis variierte je nach Ausstattung, bewegte sich aber zwischen 4.000 – 6.000 $.

 

Typ Audi Typ M Baujahre 1923 – 1928 Bauart „R“ – PS 70-80 – Zylinder 6 – Bremsen H4 – Maximaltempo 10-12- Beschleunigung 5 – Bremskraft 8- Trefferpunkte 82 – Sitzplätze „*“ Bemerkung: Technisch innovative Superluxusklasse, nicht ganz ausgereift, Druckumlaufschmierung, Schrägverzahnung, Zentralschmierung, hydraulische Stoßdämpfer, Silumgußmotor Preis: 29000 -44000 Mark.

 

Typ Isotta Fraschini 8A Baujahre 1926-32 – Bauart „R“ – PS 130 – Zylinder 8 – Bremsen M4 – Maximaltempo 15 – Beschleunigung 6 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 82 – Sitzplätze „*“ Bemerkung: Teuerster Luxus Preis:ca. ab 28000 Mark

Isotta Fraschini 8A 1924. Der 8A erreichte noch nicht die extreme Exklusivität des 8B, der als teuerstes Auto der Geschichte bekannt wurde, gehörte aber bereits ohne Zweifel in die oberste Preiskategorie. Der 8A erschien 1924 als Konkurrenzmodell zu Hispano Suiza. Es wurde ein 8 Zylinder mit 7,4 Litern eingebaut, die großen Bremsen erhielten eine aufwendige Vakuum – Bremshilfe. Trotz starker Fahrleistungen blieb der 8A immer dem Hispano Suiza unterlegen, glich dies aber durch noch höheren Luxus und teurerer Karosserien aus. Ebenfalls wurden nur die besten erhältlichen Instrumente und Ausstattungen eingebaut. Tatsächlich war der Isotta Fraschini auch immer teurer als der temperamentvollere Hispano Suiza. Ab 1926 wurden noch die Versionen 8AS Spinto und 8ASS Super Spinto mit stärkeren Motoren angeboten; letzteres Modell erreichte mit 160 PS 160 km/h.

 

Typ Chrysler 70 Baujahre 1924-25 – Bauart „R“ – PS 68 Zylinder 6 – Bremsen H4 – Maximaltempo 11 – Beschleunigung 5 – Bremskraft 8 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Günstiger Luxuswagen Preis: ab 2000 $

Chrysler 70 1924-25. Das Auto galt bei seinem Erscheinen als Sensation, da es hydraulische Vierradbremsen besaß und trotz mittlerer Preisklasse immerhin 115 km/h lief und 68 PS bei 3000 Umdrehungen und nur 3300 ccm Hubraum hatte. Der Radstand betrug 286 cm. Für die LeMans – Rennen gab es modifizierte Modelle, die erheblich schneller waren. Der Preis eines Chrysler 70 lag bei ungefähr 2.000 $, Sonderausführungen waren natürlich teurer.

 

Typ Essex Super Six Baujahre 1924-27 – Bauart „R“ – PS 50 Zylinder 6 – Bremsen M4 – Maximaltempo 10 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze „*“ Bemerkung beliebter Mittelklassewagen Preis: 1300-1400 $

Essex Super Six 1924-27. Der Essex Super Six war ein sehr beliebter, günstiger Mittelklassewagen, den es als Sedan und als Tourer gab. Der 6 Zylinder mit 2130 ccm leistete 50 PS bei 3000 Umdrehungen. Die zweite Serie von 1928
– 32 mit 2505 ccm leistete 55 PS bei 3600 Umdrehungen. Das Auto hatte ein 3 Ganggetriebe und kostete ca. 1.300 – 1.400 $. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei knapp 100 km/h.

 

Typ Opel 4/12 „Laubfrosch“ Baujahre 1924-31 Bauart „R“ – PS 12 – Zylinder 4- Bremsen M2 – Maximaltempo 8 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 40 – Sitzplätze 2-5 Bemerkung: Beliebter, spartanischer aber zuverlässiger Kleinwagen, erstes deutsches Fließbandauto, viele Varianten. Preis: 4500 – 1190 Mark

 

Typ Nash 168 Baujahre 1925 – Bauart „R“ – PS 60 Zylinder 6 – Bremsen M2/4 – Maximaltempo 12 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 5/7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze 5 Bemerkung Günstige Mittelklasse Preis: 2190 $

 

Typ Hanomag 2/10 Kommißbrot Baujahre 1925-28 Bauart „R“ – PS 10 – Zylinder 1 – Bremsen M2 – Maximaltempo 6 – Beschleunigung 3 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 40 – Sitzplätze 2 Bemerkung: Sehr beliebter Kleinstwagen, Heckmotor, Kettenantrieb, Kein Anlasser Preis: 2650 – 1000

 

Typ – Willys Whippet Baujahre 1926 – Bauart „R“- PS 27 – Zylinder 4 – Bremsen M4 – Maximaltempo 9 – Beschleunigung 5 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 40 – Sitzplätze 2-5 Bemerkung Billig, Sonderversionen als 6-Zylinder oder Kleinlaster etwas teurer. Preis: 625-495 $

Willys Whippet 1926. Der kleine Whippet hatte einen 4 Zylinder Motor mit 2199 ccm Hubraum. Das Fahrzeug wog nur 900 kg und kostete nur 625 $, besaß aber Vierradbremsen und eine moderne Druckumlaufschmierung. Später konnte der Preis sogar auf 495 $ gesenkt werden. Sonderversionen als 6 Zylinder oder Kleinlaster waren etwas teurer.

 

Typ Cunningham V6 – Baujahre 1926 – Bauart „R“ – PS 105 – Zylinder V8 – Bremsen M4 – Maximaltempo 12 – Beschleunigung 5 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 80 – Sitzplätze „*“ Bemerkung: Schwere Sedans, Leichen- und Krankenwagen Preis: ca. ab 3000 $

 

Typ Pontiac Six Baujahre 1926-30 – Bauart „R“ – PS 40 Zylinder 6 – Bremsen M4 – Maximaltempo 9-10 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Mittelklasse Preis: 835-975 $

 

Typ Praga Grand 8 Baujahre 1927-28 – Bauart „R“ – PS 60 – Zylinder 8 – Bremsen M4 – Maximaltempo 10 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 80 – Sitzplätze „*“ Bemerkung: Exklusiver Tscheche, hoher Fahrkomfort Preis:ca. ab 18000 Mark

Praga Grand 8. Der gewaltige Praga 8 war langsamer als andere Wagen seiner Preisklasse, aber das Augenmerk dieses vornehmen Repräsentationswagens war auf Komfort, Laufruhe und Exklusivität gelegt. Es wurde ein 8 Zylinder mit 3,4 (später 3,6) Liter Hubraum eingebaut. Der Radstand betrug 325 cm. Der sehr solide und hochqualitative Wagen besaß Vierradbremsen, hydraulische Stoßdämpfer und Leichtmetallfelgen aus Elektronenguß. Besonders beachtlich war, daß der 3. und 4. Gang des verblockten Getriebes synchronisiert wurde. Das Auto wurde vornehmlich an Botschaften und Wohlhabende in den Balkanländern und Sowjetrußland verkauft, war aber auch in westlichen Ländern anzutreffen.

 

Typ Franklin Serie 12 Airman Baujahre 1927-28 – Bauart „R“ – PS 46 Zylinder 6- Bremsen H4 – Maximaltempo 10 – Beschleunigung 4 – Bremskraft 8 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Luftkühlung, Gutes Fahrwerk Preis: 3100-7000 $

 

Typ Marmon Little Eight Baujahre 1927-28 – Bauart „R“ – PS 64 Zylinder 8 – Bremsen M4 – Maximaltempo 10 – Beschleunigung 5 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Hohe Qualität, aber preisgünstig für Marmon Preis: ca. 3000 $

 

Typ Bugatti T43 Sport Baujahre 1927-31 – Bauart „R“ – PS 120-125 Zylinder 8 – Bremsen M4 – Maximaltempo 17-18 Beschleunigung 8-9 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze 3-5 Bemerkung Sehr exklusiv Preis:ca. ab 26000 Mark

 

Typ Adler Standard 6 Baujahre 1927 – 1933 Bauart „R“ – PS 50 – Zylinder 6 – Bremsen H4 – Maximaltempo 9 – Beschleunigung 5 – Bremskraft 8- Trefferpunkte 60 – Sitzplätze 2-5 Bemerkung: Erstes deutsches Serienauto mit Ganzstahlkarosserie, Zentralschmierung, Erfolgsmodell Preis: 11500 – 6300 Mark.

 

Typ DKW 2-Zylinder Baujahre 1928-31 Bauart „S“ – PS 16 Zylinder 2- Bremsen M2 – Maximaltempo 8 Beschleunigung 4 – Bremskraft 5 – Trefferpunkte 35 – Sitzplätze 2 – Bemerkung: Beliebter deutscher Kleinwagen Preis: 2000 – 1000 Mark

 

Typ Duesenberg Typ J Baujahre 1928-37 – Bauart „R“ – PS 210-256 Zylinder 8 – Bremsen H4 – Maximaltempo 18-20 Beschleunigung 9-10 – Bremskraft 8 – Trefferpunkte 80 – Sitzplätze „*“ Bemerkung Autolegende, vom Roadster bis Coupé de Ville Preis: Ab 15000 $

 

Typ Mercedes-Benz SS Baujahre 1929-33 – Bauart „R“ – PS 170-225 – Zylinder 6 – Bremsen M4 – Maximaltempo 18 – Beschleunigung 10-12 – Bremskraft 7 – Trefferpunkte 60 – Sitzplätze 2-5 Bemerkung: als SSK erst ab 1930 Preis: 18000 – 20000 Mark