* Operation Vril Phase I
Nach einem ausgedehnten Frühstück mit viel Palaver geht wir routiniert jeder an sein Werk. Meine Wenigkeit kümmert sich um Korrespondenz, die Verschiebung des Termin mit Austin Powders auf den Montag, den 27. September. Weiterhin lasse ich alle wichtige Post in mein Büro auf HC weiterleiten. Dann packe ich meine Sachen für die Tarnung des Mr. Summerset. Ich konzentriere mich, diesmal darf nichts schiefgehen.
Ich wähle gute, aber gewöhnliche Kleidung, eine Brille, sowie einen Ehering. In meiner Arzttasche nehme ich passende Literatur über Anatomie & Chirugie, Tagebuch, Bibel, Alice in Wonderland. Waffen werde ich keine mitnehmen, Dr. Summerset ist ein Pazifist. Falls ich Schießen muß, besorge ich mir Waffen vorort. Den Ausweiß & Geldgürtel nehme ich selbstredend mit wie auch die gelbe Flöte samt intergalaktischen Honigwein. Dann noch Wechselkleidung und Waschzubehör. Schweren Herzens lasse ich die Zigaretten weg – Mr. Summerset ist ein vernünftiger Mensch. Den Stockdegen nehme ich dennoch mit, sicher ist sicher.
Ich korrigiere nochmals mein Haltung vor Spiegel. Im Flur treffe ich meine Freunde, die mich breit grinsend verabschieden. Der Lord hat mir eine Droschke Richtung London bestellt, da Mary-Ann mit dem Doktor vorfährt. In London wechsel ich noch 10 £ in Reichsmark [RM] um. Anschließend buche ich eine Passage nach Hamburg. Mary-Ann ist auch an Deck, unterhält sich mit dem Doktor. Ich trinke etwas Kaffee & beobachte die Umgebung.
Als wir schließlich in Hamburg eintreffen, erschlägt mich fast die Fülle an Menschen. Deutschland geht es immer noch nicht gut. Viele Menschen leiden unter den Verlust des Krieges, wie auch die „Gewinner“-Seite. Wieder einmal bin ich froh, nicht mit in den Großen Krieg gerissen worden zu sein.
Nachdem die Einreiseformalitäten problemlos vonstatten gingen, treffen Mary-Ann & ich uns in einer dunklen Ecke & tauschen uns kurz aus, wie es weitergeht. Doktor Passow nimmt nun den Zug nach Berlin, schnell hole ich mir ein Ticket vom Schaffner & reise unerkannt weiter.
Nach guten 2 Stunden erreichen wir die Hauptstadt der Deutschen. Am Alexanderplatz steigen wir erneut aus. Nach einer kurzen Absprache mit Mary-Ann suche ich mir ein mittelmässiges Hotel in der Rungestraße, checke ein. Mary-Ann besucht nun die Ärztekonferenz. Ich besichtige ein wenig die Stadt & esse bei Konopke eine Currywurst.
Nach der Konferenz treffen Mary-Ann & ich beim Prater. Gelegentlich schaue ich mich noch um, doch niemand scheint uns zu verfolgen. Nach einem Bier mit eckeligen Zuckersirup gehen wir in einem vornehmen Restaurant an der Französischen Straße essen & „schwoofen“ in den späten Abend in Clärchens Ballhaus.
Nachdem es fast Mitternacht geworden ist, verabschieden wir uns fast wie ein Pärchen, die Zeit war sehr ausgelassen & unbeschwert. Mit der Kutsche lasse ich mich direkt zum Hotel bringen & gehe ins Bett.














