modum transire
Meine Taschenuhr zeigt kurz nach Mitternacht als der Kammerdiener mit dem Automobil über die Grenze fährt. Ich winke ihm zu aber er sieht mich nicht. Erst als Indy ihm vor den Wagen läuft und er bremsen muss, wird er auf mich aufmerksam. Übermüdet schaut er mich an und weiss nicht so recht was vor sich geht. Ich ordere an den Wagen im Schatten zu parken.
Zwanzig Minuten später bricht der verdächtige Beamte zu Fuss auf, mit einem Sack auf seinem Rücken. Ich eile zum Automobil aber der Kammerdiener ist hinter dem Steuer eingeschlafen. Ich rüttle ihn wach, ‘Los wir verfolgen ihn zu Fuss.’, ‘Äh, ja. was?’
Gemeinsam verfolgen wir den Beamten in die Gassen von La Linea, bis hin auf ein Toilettenhäuschen. Dem Kammerdiener ist die Sache zu unheimlich, ‘Er tue ja viel für seine Lordschaft, aber das sei zu viel.’ ‚Gut, er solle zum Automobil zurückkehren und dort auf mich warten.‘, antworte ich.
Nachdem der Beamte sein Geschäft vollbracht hat schlage ich ihn beim herauskommen durch zwei Schläge nieder. Ich durchsuche Ihn, Papiere (Senior Fernandez) und den Sack. Tatsächlich, im Sack ist der Koffer von Lord Carnarvon. Aber dann die Enttäuschung: Der Koffer ist leer, die Kugeln entwendet. Immerhin weiss ich jetzt das der Beamte in die Geschichte verstrickt ist.
Ich breche die Expedition an dieser Stelle ab und kehre zusammen mit dem Kammerdiener ohne große Probleme nach Gibraltar zurück. An der Grenze, so hatte ich gedacht, gäbe es noch einmal Schwierigkeiten, aber diese Sorge stellt sich als unbegründet heraus.
In der Lobby erwartet mich ein angespannter Lord Carnarvon, ‘Gute oder Schlechte Neuigkeiten?’ ‘Britischer Humor?’ Ich löchere seine Lordschaft so lange bis er die gute Nachricht zuerst hören möchte, ‘Die Beamten sind tatsächlich in den Diebstahl verwickelt.’ Die Schlechte, ‘Die Kugeln bleiben verschwunden und ich muss vor unerwünschten Fragen gedeckt werden, Sie wissen schon: Auslandsmission.’
Kurz vor dem Einschlafen schmunzle ich kurz und schaue Indy an, ‘Immerhin etwas, das Schottland zur Rettung der Welt beitragen konnte, nicht wahr?’
Am Morgen tritt ein Kommissar Smith an uns heran; hastig bediene ich mich vom Buffet, dann folgen Lord Carnarvon und ich ihm auf das Polizeirevier. Dort werden uns Fundstücke aus dem Benzintank des Automobils präsentiert, ’Sind das die Objekte nach denen Sie suchen?’ Indy bellt, Lord Carnarvon ist jedoch der Meinung das es sich dabei um Fälschungen handelt. Er scheint verwirrt, ‚Sie sind nicht die Sanatoriumsleitung‘, faselt er.
Der Polizeibeamte händigt uns eine Notiz aus. Sie rückt den Diebstahl in ein etwas anderes Licht:
Späht die Personen um die 5 Artefakte aus. Wenn sich eine gute Gelegenheit bietet, schlagt zu, handelt nach eigenem Ermessen. Wenn nötig kontaktiert unsere Freunde vom Stierkreis. Der Führer will unbedingt Erfolge! H.
Lord Carnarvon läßt sich daraufhin überzeugen das diese Kugeln echt sind. ‚Und wenn nicht, sollten wir sie ebenfalls auf unsere Reise mitnehmen.‘ Und noch etwas gibt er von sich, ‚Henry, ich Danke Ihnen für Ihren Einsatz‘. So etwas ist noch nie vorgekommen!
Kurz vor Sonnenuntergang passieren wir erneut Kap Trafalgar. Ich stehe an Deck und habe die Worte von Mrs Carla di Fiona im Ohr, ‘Seht Ihr das auch?’ Noch einmal sieht sie die Leichen auf der Wasseroberfläche als wir vorbeisegeln.
Guter Wind heißt gute Fahrt. Cpt Wigbold sieht daher unsere Ankunft in Portsmouth voraussichtlich schon am 26ten statt erst am 27ten.
Lord Carnarvon sucht eine persönliche Unterredung mit unserem Gastgeber, Sir Craig. Es geht um Informationen über die Gäste, das Personal und Magda. Hanussen ist wohl Österreicher.
Später, als Lord Carnarvon ein Telegramm aufgibt, rate ich ihm zu einer Beobachtung von Hanussen. Nach unserer Rückkehr wird dieser Magier sicherlich seine eigenen Wege gehen und wie es scheint hat er Mrs Carla di Fiona bereits im Gepäck.











