幾何 (Kika) – Geometrie
“Los, komm mit!” Mycroft zerrt mich regelrecht in den Silber Ghost. Die Teeschale, die ich gerade gefüllt hatte, halte ich noch in meinen Händen, als ich mich auf der Rückbank des Automobils sitzend wiederfinde und Mycroft den Motor startet. Ich weiß gar nicht recht, wie mir geschieht.
“Was ist los? Wo fahren wir hin?”
“In die Bibliothek”, antwortet Mycroft.
“Schon wieder?”, murre ich.
“Wir wissen noch immer nicht, wie wir den Hund loswerden”, meint Mycroft.
Da ist etwas dran. Ich beherrsche mich und versuche bis zu unserer Ankunft in der Bibliothek einigermaßen wach zu werden. Erwartungsgemäß finde ich nichts heraus, was uns in unseren Fragen irgendwie voran bringt.
Meine Freunde sind erfolgreicher. Sie haben Informationen über die Heimatwelt der Hunde in Erfahrung gebracht. Der nicht-euklidische oder auch affine Raum bedient sich einer anderen Geometrie wie der unsere. An ein Viereck beispielsweise liegen fünf Fünfecke an, eine geometrische Form, die so in unserer Welt nicht vorkommt. Mycroft erinnert sich, irgendwo ein solches Muster schon einmal gesehen zu haben. Als er das erste Mal nach Carcosa gereist war, hatte ihn eine mit gleichmäßigen fünf- und sechseckigen gelben Steinen gepflasterte Straße in die Stadt des König in Gelb geführt.
Die Geschöpfe, die in diesem nicht-euklidischen Raum leben, werden Polyasketaten genannt. Auch die Hunde von Tindalos gehören zu dieser Gattung. Der Auszug bestätigt auch etwas, das wir bereits wissen, nämlich dass diese Wesen im euklidischen Raum Ecken, Winkel und Flächen für ihre Existenz benötigen.
Als wir am Nachmittag zum Tee zusammen kommen, stößt auch Mare zu uns. Nachdem wir sie auf unseren aktuellen Erkenntnistand gebracht haben, beginnt sie augenblicklich Pläne zu ersinnen, eine solche Kreatur zu fangen.









