Aditus difficilis est
Bei Sonnenaufgang weckt uns Omar. Nach wie vor die Schlucht um uns, aber nun geht’s wieder aufwärts. Diesmal zu Fuß. Omar und Mr Winterbottom verhandeln wieder. Gen Mittag verlassen wir den Einschnitt und uns offenbart sich ein bekannter Landschaftstyp. Es gibt allerdings einen Unterschied: Hier sind keine Gebäude! Gen Nachmittag wird Omar zunehmend entspannter. Wenig später taucht ein kleiner Junge auf und rennt uns hinterher. Er macht ein Flugzeug nach ‚Bssssss‘. Ich zolle ihm keine Beachtung.
Wir erreichen Visoko. Fünf Minarette und der Turm einer orthodoxe Kirche erheben sich über den Dächern. Eine Franziskanerschule befindet sich hier, wenn ich mich recht entsinne. Zunächst kehren wir im Gasthaus Crna Mačka, (Schwarze Katze) am Stadtrand ein. Wir buchen fünf Zimmer und den Stall für die Tiere. Zum Mittagstisch werden Sarma (Heiße Krautwickel) serviert. Wir verabschieden unsere Reisebegleiter und 5 L Zulage wechseln den Besitzer. Zur Sicherheit verabreden wir uns mit ihnen zum morgigen Frühstück.
Am Nachmittag stehen wir vor dem Tor der Schule. Ich läute an der Pforte, uns öffnet Mönch Paulus. In Latein unterhalte ich mich mit ihm und übersetze so gut wie möglich: Paulus erzählt über die Franziskaner. Seit 1905 sind sie in Visoko. Vier Mönche betreiben derzeit den Standort. In der Stadt existieren Religionen friedlich nebeneinander, was er sehr zu schätzen weiss. Visoko ist sehr alt, die bosnischen Könige wurden einst hier gekrönt, ist also bosnische Königsstadt. Derzeit hat sie etwa 7.000 Einwohner. Sarajevo ist 25 km entfernt. In Bezug auf die Stadtchronik empfiehlt er uns einen Besuch im Stadthaus, da geringer eigener Bibliotheksbestand. Der auffällige Berg vor der der Stadt wird schlicht ‚Pyramide‘ genannt. Als Empfehlung gibt er uns noch Tipps mit auf den Weg: Ein Besuch der Moschee mit den schönen Fenstern, Pater Stavros der griechisch-orthodoxen Gemeinde ist ein interessanter Mann, Morgen ist Markttag und die persönliche Einladung zum Gottesdienst am Sonntag.
Am frühen Abend kehren wir zurück in den Schankraum des Crna Mačka. Viele Tische sind schon voll besetzt. Als die Gäste uns erblicken verstummen sie. Der Wirt empfiehlt uns ‚Pljeskavica‘. Zunächst verstehe ich ‚Plješevica‘ Was, ein Gebirgszug? Das kann nicht sein. Aber dann klärt sich alles auf: Ein Hacksteak ist gemeint. Dazu Salat und Domaca Vino. Ich schnappe ein Wort auf das ‚Bedienung‘ lauten könnte, verstehe es aber nicht genauer. Henry, diese Sprache bleibt Dir fremd. Wir besprechen unseren Plan für Morgen und einigen uns diesmal erstaunlich schnell auf das weitere Vorgehen.









