Graues Meer mit grünem Mond *
Mit leicht schmerzenden Bein wache ich auf. Ein kurzer Check sagt mir, es verheilt gut. Ich wasche mich, mache leichtes Tantra Yoga und begebe mich wie gewohnt in den Salon, um mein Breakfast zu mir zu nehmen. Alle haben gut geschlafen, Mary-Ann hat wieder skurille Eindrücke & Theorien. Anschließend ziehe ich mich mit Henry zum Studieren der okkulten Unterlagen zurück. Nach 2 Stunden werden wir unsanft herumgeworfen, Henry fliegt aufgrund des plötzlich veränderten Seegangs aus dem Sessel. Schnell gehen wir an Deck, um nach der Lage zu schauen. Ein kurzer Blick auf eine riesige, graue Nebelwand bestätigt meine Befürchtungen. Kurz versuche ich zu helfen, doch bei der eingespielten Mannschaft störe ich nur. Ich begebe mich zum sichersten Ort, der Bar. Oben höre ich Ragnar Befehle brüllen, um die Almina sturmtauglich zu machen. Ich nehme mir erstmal einen Gin.
Das Schaukeln wird rauher, knapp entgehe ich einer üblen Prellung & beschließe, mich festzuschnallen. Henry, Mary-Ann & Sanjuro machen es mir nach. Beim Blick durch das Bullauge sehe ich ein grünliches Leuchten, was die anderen Mitleidenden als Elmsfeuer identifizieren. Es scheint sich an den Masten unseres Schiffes zu entzünden. Mir ist ganz mulmig. Plötzlich ist Stille!
Nach einigen Momenten machen wir uns los und gehen an Deck, um festzustellen, was los ist. Wir erblicken eine fast spiegelglatte See, es regt sich kein Lüftchen. Unheimlich. Rings herum ist es kalt, wir scheinen im Auge des Sturmes zu sein. Ragnar läßt mittels eines Seils die Tief und die Geschwindigkeit ermittleln. Wir scheinen noch zu fahren, umgeben von einer riesigen grauen Nebelwand. Auch die Segel sind windgefüllt, obwohl wir kein Luftzug spüren. Die Sterne scheinen sich schnell zu verschieben, hier ist etwas Unnatürliches am Werk! Hilflos schaue ich mich um. Henry hat seine Uhr hervorgeholt und stellt fest, die Zeit verrinnt nicht! Auch meine Pilotenuhr steht still!
Dann höre ich eine Tür knarren, kurz darauf erscheint zu meinem Entzücken der Lord. Meine Freude wird schnell gedämpft, da er auf meine Ansprechen nicht reagiert. Wie im Schlaf geht er über Deck, blickt nach oben zu einem grünen Zentralgestirn, was mir erst jetzt auffällt. Nun wird er von dem Elmsfeuer erfasst, was ihn aber nicht im Geringsten stört. Henry scheint etwas zu versuchen, was ich nicht verstehe. Mir dreht sich alles. Als der Nebel näher kommt, gehe ich wieder unter Deck, um mich erneut wie mechanisch festzuzurren. Plötzlich sind wir wieder im Sturm, wir werden wieder herumgewirbelt. Nach unendlicher Zeit scheint sich die See zu beruhigen. Ich krabbel unter der Bar hervor, schnalle mich los, greife mir mit zitternden Händen ein heiles Glas, in das ich gleich ein vierfachen Gin eingiesse. Skol!









