Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Explorare

Irgendwie unheimlich nach sieben Jahren an diesen Ort zurückzukehren. Als wäre ich nicht mehr Herr meiner selbst. Das Gemälde über dem Abgang zur Krypta ist mir damals gar nicht aufgefallen – eine Taufszene. ‚Emitatio Christi‘, diese christliche Glaubensrichtung aus den Niederlanden wurde um 1500 nach Exeter gebracht. 

Wir betreten die Krypta, den sechseckigen Raum. Auch diese eindeutige Inschrift unter der Johannes-Statue. Lord Carnarvon zückt den goldenen Siegelring des Mönches den er vor sieben Jahren hier gefunden hat. Ich mache einen Abdruck im Talglicht. Die Worte ganz klar: ECCE AGNUS DEI. Dann, an der Wand, die auch im Pergament gekennzeichnet ist, entdecken Mrs. Humboldt und Lord Carnarvon nach kurzer Suche am unteren linken Rand eine kleine Vertiefung. Lord Carnarvon setzt den Ring als Schlüssel ein. 

Es klickt und die Wand schwingt einen Spalt auf. Mycroft drückt die Geheimtür soweit auf das wir hineingehen können. Wir betreten einen sechseckiger Raum, in den Abmessungen identisch mit dem Vorraum und wie im Pergament gezeichnet. Es gibt drei Abzweigungen.

Für eine erste Inspektion teilen wir uns auf. Mrs.Humboldt und ich nehmen den rechten Gang. Er endet nach rund 12 Metern in einem runden Raum ohne Ausgang. In der Mitte befindet sich eine Art Brunnen, eingefasst von einer kniehohen Mauer. Wir leuchten in den Schacht hinein: Sehr tief, der Grund ist nicht zu sehen. Diese erste Inspektion sollte reichen und wir gehen zurück in den Verteilerraum wo wir die Anderen treffen.

Nach einer kurzen Lagebesprechung fassen wir einen Plan. Wir benötigen Lebensmittel und die erforderliche Expeditionsausrüstung. Da der Mechanismus der Geheimtür so konstruiert ist das er sich zwar öffnet aber nicht schließen läßt, muss die Tür, um keine Spuren zu hinterlassen, von innen zugedrückt werden. Daher warten Mr Winterbottom und ich hinter der Geheimtür während die Herrschaften die notwendigen Dinge besorgen. Indi ist angespannt. 

Um uns die Zeit zu vertreiben holt Mr Winterbottom sein Mah-Jongg-Spiel hervor. Was der so alles dabei hat?! Wir einigen uns darauf das der Verlierer der Partie eine persönliche Geschichte erzählen muss.

I Partie – ich ziehe Ostwind. Nach 19 Zügen verliert Mr Winterbottom und erzählt mir sein Abenteuer (+1 Okkultismus)

II Partie – zu Beginn ziehe ich Südwind, keine gute Ausgangslage. Gerade noch rechtzeitig gelingt es mir das Spielbild zu vollenden. Mr Winterbottom muss mir also weitere Details erzählen (…)

III Partie – starker Gegenwind. Nach 20 Zügen gewinnt Mr Winterbottom knapp. Er wird besser! Nun bin ich dran mit meiner Geschichte. Als ich gerade zum Erzählen ansetze öffnet sich die Wandtür und der erlösende Ruf ertönt. Schnell verstecken sich Mr. Winterbottom und ich, das wird eine kleine Überraschung für den Lord.

Durch Gurkensandwiches gestärkt betreten wir den Raum mit den Buchstaben über den Türen. Mrs diFiona sprach es schon an; auch ein Ahne in mir murmelt: „Das Labyrinth mit den Buchstaben, Du erinnerst Dich?“

Der Weg scheint zwar zu stimmen – E – C – C – E – A – G – N – U – S – D- E – I – aber die Räume können in der Realität nicht so angeordnet sein! Ich bin verwirrt. Mr Winterbottom erzählte mir bereits von solch unlogischen Dingen. Mich beschleicht ein ungutes Gefühl. Kopf hoch, wird schon Henry.

Am Ende des Labyrinths betreten wir einen halbkugel- förmigen Raum, in der Mitte eine einsame Stehle. Nachdem Kazeem auf ein Stück Papier getreten ist und es uns gezeigt hat – Eine Zigarrenbanderole – ist die Stimmung angespannt. Lord Carnarvon flucht kurz und zeigt uns seine Box in dem er die vier Kugeln aufbewahrt.

Nachdem wir das Labyrinth verlassen haben untersuchen wir den Brunnenschacht genauer. Mr Winterbottom wird an einem Seil hinabgelassen. Nach 50m scheint er etwas entdeckt zu haben. Ich schaue in den Schacht und sehe den Lichtschein seiner Taschenlampe unkontrolliert hin un her schwenken. Auch Schreie sind zu hören. Er ruft uns hoch: ‚Moment noch‘.

Wir beschließen ihn hinaufzuziehen doch er scheint irgendwo eingeklemmt zu sein. Wir ziehen stärker, ein Ruck, dann ist er frei. Er schreit wieder. Als er kurz darauf über den Schachtrand gezogen wird packe ich ihn, ohne es zu wollen, am falschen Arm. Er scheint sich den Ellbogen ausgekugelt zu haben. Ein gellender Schrei ertönt dann wird er ohnmächtig. Das Lamm schweigt. Die Damen nutzen seine Ohnmacht um ihm das Gliedmaß wieder einzurenken.

Zurück im Hotel und aus seiner Ohnmacht erwacht überreicht mir Mr Winterbottom eines seiner feinsten Stücke: Eine Webley & Scott MP MK I