Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Disbelieve and Doubt

Octobre 1 1920 Friday

Mary-Ann besteigt meine Martinsyde und startet nach Berlin durch. Wenn alles gut geht, können wir sie mit Mare am späteren Abend wieder auf Highclere Castle erwarten…

Trotz allem bestehe ich auf weitere Banishment Sessions, auch ohne Mare und Mary-Ann. Langsam stellt sich Routine ein. Nach dem Lunch treffen wir uns wieder in der Bibliothek. Ich versuche von Mycroft Details seiner Reise zu erhalten, doch er gibt sich wortkarg und erzählt uns nichts von seinen Eindrücken auf Aldebaran und der Begegnung mit dem Gelben König. Mycroft lässt durchscheinen, dass es nicht ganz allein seine Entscheidung war, diesen Weg zu gehen…

Der Colonel hat einen neuen Herren. Er ist ihm verpflichtet. Mir wird eiskalt klar:
Ich habe meine rechte Hand verloren…

Doch wie machen wir beide weiter.? Hat er sich aus Loyalität zu mir, zum Empire, darauf eingelassen? Über welch verführerische Macht verfügt er jetzt? Ich schwanke zwischen Bewunderung ob seines Mutes und Entsetzen über seine momentane Situation…

Er behauptet, noch ganz der alte zu sein. Doch im gleichen Atemzug kündigt er an, nicht mehr für die Sicherheit meines Castle und Königs die Verantwortung übernehmen zu können. Ich schaue meinen japanischen Freund an: “Dann soll Sanjuro diese Aufgabe übernehmen!” Ich sehe ein kurzes, stummes und ausdrucksloses Nicken in seinem Gesicht…

Nach dem Dinner meldet mir ein lauter werdendes Brummen und ein abschliessendes sanftes Reifenquietschen die sichere Rückkehr von Mary-Ann und Mare…

Heute abend ziehen sich früh alle recht erschöpft auf ihre Zimmer zurück. Ich lasse mir einen dreifachen Gin in meine wissensgefüllte und doch so leere Bibliothek servieren, schaue auf die Photoplatten, schaue mir den Kreideklumpen an, schaue aus dem Fenster…Noch 9 Tage…

Ich leere mein Glas in einem Zug und schleudere es verzweifelt-wütend-ratlos in den Kamin…

Lady Almina schreit kurz auf. Ich hatte ihr Hereinkommen nicht bemerkt…

Sie sieht die Photos auf meinem Schreibtisch und schaut sie an. Ich sage nichts und schaue sie an. Sie sagt nichts und schaut mich dann an. Ohne Worte hat sie begriffen, die Verbindung zur letzten Nacht gezogen…

“Can I help you, darling?” Ich ziehe sie auf meinen Schoß und umarme sie: “Bete…bete für uns…Ich habe mich mit Mächten angelegt, die ich nicht kontrollieren kann!” wäre meine ehrlichste Antwort gewesen. Doch ich sage nur: “Das wird schon…Bald werde ich es geschafft haben und die Gefahr ist vorüber!”

…Ich schaue ihr in die Augen und sehe meinen Sohn, meine Tochter…