Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

* Die Bibliothek zu Babel

Gut ausgeruht erwache ich, keine Alpträume oder Traumland Erlebnisse haben meine Nachtruhe gestört. Zackig erledige ich meine morgendliche Routine & befinde mich 20 Minuten später beim Hundetraining. Heute spiele ich ausgiebig mit meinem Hund, der freudig mitmacht.

Meine Gedanken wandern zur Bibliothek von Babel & dem Sandbuch. Was wird mich dort erwarten? Es kann sein, daß ich nicht wiederkehre…doch so recht will ich daran nicht glauben. Es wird mich aber erneut tiefgreifend verändern, das spüre ich.

Dem Unaussprechlichen verwehre ich mir, sein Wesen ist absolut menschenverachtend, ja lebensfeindlich. Die Erlebnisse & Eindrücke, die von Aldebaran habe, deuten auf apokalyptische Katastrophen hin, wo auch immer dieses Wesen die Macht erhält oder nur in Erscheinung tritt. Ähnlich wie seine Brüder, vermute ich. Auch Tsathogghua wird nicht anders seine Auswirkungen zeigen.

Mit einem Ruck reiße ich mich aus den trüben Gedanken & schreite zum Breakfast. Die Stimmung ist gut, die Routine hat allen gut getan. Selbst Henry frühstückt mit uns und erkundigt sich nach unseren Erlebnissen, der ansonsten sich gerne im Hintergrund hält.

Sanjuro kommt gegen 10 am müde zum Frühstücksbuffet, er erzählt uns von den Erlebnissen in Ulthar. Wir beschließen die Waldpilze einzusammeln & fahren nach dem Essen gleich los. Das Wetter ist hervorragend & ohne Probleme gelangen wir in das besagte Haus. Vorsichtig schleichen wir erneut nach oben & spähen durch die Tür – es ist noch da! Die Pilze liegen zerfleddert am Boden verteilt. Sanjuro muss sich seinen Mund zuhalten, sonst hätte er losgeschrien.

Leise schleichen wir nach draussen & Mare will erneut das Wesen fangen, doch ich lasse mich heute nicht auf Diskussionen ein & fahren unverrichteter Dinge zurück.

Beim Essen erzähle ich von meinem Entschluß & deren Gründe. Sanjuro ist bereit & ich bitte den Lord um Erlaubnis, auf seinem Anwesen einen Byakhee zu rufen, was er mir mit sichtlich gemischten Gefühlen gestattet.

Mein adeliger Freund beteuert nochmals seinen Willen, doch ich entlasse ihn aus dem Versprechen, mir beizustehen.

„Ich brauche die Gewissheit, Euch heil zu wissen, mein teurer Freund!“
„Fein, dann ist es beschlossen.“
„Lasst uns anstoßen.“

Ich gehe anschließend zu einem langen Training mit Tamino. Er erhält auch eine Extrawurst, die freudig verschlingt. Mit Monsieur Frémont bespreche ich das weitere Vorgehen & bezahle ihn für die Zeit.

Gegen abend kleide ich mich um, lege die britische Royal Air Force Uniform an, wasche mich & bereite mich mental auf meine Queste vor, lese erneut die Informationen, die über die Zeit gesammelt habe. Ich bin nervös…Zweifel kommen hoch. Doch mein Kopf war auf dieses Gefühl vorbreitet. Waffen putzen hilft in so einem Fall immer.

Meine Ausrüstung
Gelbe Flöte
Weltraumet 5*
Magischen Umhang
Britische Uniform mit Stiefeln
Sturmpistole & M1911
Axt, Amulett & Langdolch der Inuit
Ausweis & Geldbeutel
Tagebuch & Stift
Rauchwerk & Zippo
Feldflasche Gin

Zur Dämmerung treffen meinen japanischen sowie meinen adeliger Freunde in der Haupthalle. Stumm schaue ich dem Lord mit einen für in nicht sichbaren Lächeln an & verneige mich. Mit Sanjuro schreite wir zum Beacon Hill, 13 Fackeln fuhren wir mit uns. Knapp hinter dem Kugelsafe in einer Senke stelle ich die Fackeln auf & richte die Steine auf Aldebaran. Dann wende ich mich Sanjuro zu.

„Bist Du Dir sicher?“
„Nein, aber ich komme trotzdem mit!“

Ich reiche ihm den Weltraumet, mit den Worten:
„Das ist notwendig. Knallt heftig, vorsichtig bewegen!

Hast Du frische peppige Unterhosen dabei? Cheerio & Hucks!“

Die Welt wird weicher, der Horizont scheint sich zu krümmen, die Wirkung des Mets setzt schnell ein. Mit der gelben Flöte stimme ich diese verfluchte Melodie an, die die geflügelten Diener Hasturs aus dem Weltall locken. Oder mich mitnehmen… Bereits nach der ersten vollzogen Tonleiter

„H S Dur“

hören wir vom Himmel das scharfe Peitschen von ledernen Flügeln & die riesige Gestalt des Wesens erscheint am Himmel, schnell näherkommend.Er landet genau im Kreis, schnarrt & schlingernd stapft er zu mir, seine unzähligen Tentakel oder Zungen tasten & schlecken mein Gesicht ab.

„Ah endlich, Ihr stellt Euch eurer Aufgabe. Das wird seiner Majestät gefallen. Und Ihr habt ein Abendessen für mich, sehr gut!“ höre ich in meinem Kopf.

„Lasst ihn in Ruhe!“ herrsche ich ihn an.
„Nun gut, dieses Mal, weil Ihr eine wichtige Aufgabe zu erfüllen habt. Seid Ihr bereit?“

Ich schaue zu Sanjuro, der unsicher am Kreisrand steht, doch dann mutig aufsteigt. Wir erheben uns & gleiten in den Raum. Mein japansicher Freund klammert sich wie in kleiner Junge an mir fest.

Rasend schnell steigen wir auf, die Erde wird zu einem blauen Golfball & verschwindet aus unseren Gesichtfeld. Sterne, Galaxien & andere astronomische Entitäten fliegen an uns vorbei & wir kommen zu einem fremden Planeten.

Caleano

Er ist riesig, die Ausmaße kann ich nur schwer erfassen. Was mich erstaunt, der gesamte Planet scheint ein riesiges Bauwerk zu beherbergen. Der Byakhee setzt zur Landung an, fliegt direkt durch ein Fenster in einen große Halle.

„Willkommen auf Caleano, auf der die Bibliothek von Babel verweilt. Ich wünsche Euch gutes Gelingen.“ mit diesen Worten erhebt er sich sogleich & entschwindet durch das Fenster. Wir sind allein.

Bücher, viele Bücher in Regalreihen & weitläufige Gänge sehen wir. Nachdem die anfängliche Verwirrung nachgelassen hat, gehen wir durch die Reihen. Wir nehmen probehalber Bücher & schlagen sie auf. Wie zu erwarten steht fast nur Buchstabensalat darin.

Ratlos & staunend stellen wir die Werke zurück.
„Lasst uns weiter umschauen, vielleicht entdecken wir Hinweise“

Stimmengewirr aus einen der Gänge. Wir schauen uns an, nicken & nähern uns der Quelle. In einem neuen Raum stehen zwei Männer, beide älter mit weißen Bart. Auf einem Pult liegt ein aufgeschlagenes Buch & die beiden streiten in einer fremden Sprache miteinander.

Die Silben erinnern mich an das Buch Tsatsaggua, ich erhasche einige griechische Fragmente. Sie schauen & sprechen uns an, doch wir verstehen uns einfach nicht. Sie deuten auf das Buch & ich werfe einen Blick hinein – lauter Buchstabensalat.

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Ratlos Sanjuro & ich gehen weiter.Zwei Räume weiter entdecken wir einen vornehmen & prunkvoll gekleideten Mann, der eine Krone trägt.

„Ich grüße Euch!“ rufe ich ihm zu.
„Auch ich grüße Euch!“ erwidert der Mann.
„Wer seid Ihr“? „Ich bin ein König“
„Was macht Ihr hier?“ „Ich suche nach Rat, wie ich mein Volk besser führen kann“
„Wie lange seid Ihr schon hier?“
Er überlegt & erwidert „Ehrlich gesagt weiß ich das nicht, aber schon lange. Aber ich habe schon einiges Interessantes gefunden. Was sucht Ihr?“

„Ich suche das Sandbuch. Habt Ihr so etwas bereits gesehen?“
„Nein, aber etliche andere äusserst interessante Werke.“

Er faselt irre von Silben die er bereits gefunden hat & seine weiteren Vorhaben, die bei näherer Betrachtung kompletter Unsinn sind.

„Meint Ihr nicht auch, das Eure Untertanen Euch brauchen?“

Dieser Gedanke läßt ihn innehalten, kurz keimte in mir die Hoffnung, ihn wachzurütteln. Doch dann betont er die Wichtigkeit seiner Unternehmung.

Wir überlassen ihn seinem traurigen Schicksal & schreiten weiter. Ich bemerke eine Treppe die nach unten führt, der wir folgen. Hier scheint es keine Bücher zu geben, es sind kahle dünne Gänge, die um die Bibliothek herum & hindurch zu führen. Ein Mann kommt auf uns zu, wir kommen ins Gespräch.

„Hallo. Schön sie zu sehen. Was machen Sie hier?“
„Ich bin Architekt & ich studiere diese hervoragende Bibliothek. Ich versuche den Aufbau & Konstruktion zu verstehen.“
„Ah. Und was haben Sie schon rausgefunden?“
„Sie ist riesig. Ich habe noch keinen Hinweis auf die Erbauer gefunden.“
„Wie lange sind Sie schon hier?“
Er überlegt, wie auch die Menschen zuvor, die wir fragten. Auch er ist erstaunt & kann keine Antwort liefern.

Da wir nichts Spannendes entdecken können, verabschieden wir uns und gehen weiter. In einem weiteren Raum sehen wir einen Mann, der anscheinend Buchdrucksätze untersucht. Wir schauen uns die Druckplatten an, doch auch hier entzieht sich der Sinn der Texte – dennoch ist dieser Mensch fasziniert von der Entstehung.

Im laufe des Gespräch fragt er mich, was ich suche
„Ich suche das Sandbuch. Haben Sie so etwas schon gesehen?“
„Nein, das ist mir völlig unbekannt“

In einen weiteren Gang treffen wir eine Gruppe von Menschen, die in einem achteckigen Raum sich befinden & Bücher verbrennen.
„Die Bibliothek ist verflucht!“ rufen sie.
Andere Menschen wollen Sie davon abhalten & streiten lauthals.

Auch diese befremdliche Szenerie verlassen ohne sinnvolle Hinweise. Im nächsten Raum sehe ich riesige, ja gallertartige Wesen wie and Land lebende Quallen, die mit ihre Fühler die Bücher abtasten. Hier regiert wie in den Aufzeichnungen beschrieben, der blanke Wahnsinn.

Wir treffen noch einen Author, er sucht Inspiration.
Wir treffen weitere Menschen, alle sind sie der Bibliothek von Babel verfallen.

In einem leeren Raum halten wir an. „So kommen wir nicht weiter. Wir müssen etwas anderes versuchen.“ Sage ich mehr zu mir als zu meinem Begleiter, der zu sehend verwirrter wird.

Ich nehme ein Buch aus dem Regal & trage meinen Namen ein.
Nichts passiert.
„Schade, es war ein Versuch wert“
Nach einigen Minuten nehme ich eine leere Rolle Papier & fange an, einen Teil meiner Geschichte niederzuschreiben. Nachdem ich fertig bin, stelle ich die Schriftrolle in das Regal.
Nichts passiert.

Ich bin ratlos. Trinke einen guten Schluck, Sanjuro trinkt auch.
„Ich habe keinen Schimmer…du vielleicht?“
„Nein“

Die Tristesse an diesem Ort nimmt uns langsam ein, ich denke schon über einen Abbruch nach – doch was wenn der Byakhee nicht kommt, weil der Unaussprechliche es nicht will?

Plötzlich schießt mir der Satz durch den Kopf:
„Die Bibliothek ist das Sandbuch, alles Geschriebene ist im Sandbuch enthalten“

Befinden wir uns im Sandbuch? Kann das sein? Ich schaue mich um & einem Impuls folgend nehme mein Dolch & ritze meinen Namen in die Wand.

Es passiert etwas. Die Substanz verschwindet, ich werde fortgesogen.
„Sanjuro…warte“ rufe ich noch, doch sinnlos, denn ich befinde mich in einem riesigen schwarzen Nichts, schwebe im leeren Raum & halte ein leuchtendes Buch in meiner Hand…

Nur das Buch, sonst nichts. Alles liegt in meiner Hand – unglaubliche Macht spüre ich durch mich strömen. Was passiert hier? Wie komme ich zurück?

Ratlosigkeit. Ich vermisse Sanjuro. Er ist weg.

Vorsichtig schlage ich die Erste Seite auf. Der Deckel ist noch normal, doch je weiter ich nach innen blättere, desto dünner werden die Seiten.
Ich lese.

Zwecklos, die gleiche unsinnige Aufbau, alles Wissen der Bibliothek von Babel ist hier, doch völlig unsortiert, willkürlich & unlesbar.

Ich lasse das Buch los. Es bleibt vor mir schweben, als wolle es mich verhöhnen. Meine Gedanken rasen, ergeben aber keinen Sinn wie die Buchstabenreihen aus den Büchern…werde ich wahnsinnig?

Aus der Hilflosigkeit entsteht Wut – ich reiße eine Seite heraus – entfernt höre ich ein leises Grollen – unheimlich. Ich stecke schnell die Seite wieder zurück, doch nichts passiert.

Nichts.

Ich lese laut eine Seite vor, doch nichts passiert.

Nichts…

Ich erinnere mich, das Sandbuch heißt deswegen so, weil es zu Sand zerfällt, wenn man die innerste Seite umblättert.

Ich tue es, schlage das Buch auf, genau in der Mitte & blättere ein Seite weiter. Es beginnt zu rieseln, zerfällt langsam schneller werdend, die Gesetze von Raum & Zeit zerfallen, alles zerfällt, es wird dunkel […]