Das Hexagon Labyrinth
Nachdem wir uns gestärkt haben, entscheiden wir uns für den Gang in der Mitte, der zu dem Hexagon Labyrinth führt. Ich teste mit einer Flasche, ob wir ein Gefälle haben. Alles eben hier. Anschliessend frage ich die Anwesenden, ob alle bewaffnet sind. Kazeem nickt und täschelt sein langes Gewehr. Der Lord meint nur „Ich werde mit dieser schlechten Angewohnheit nicht wieder anfangen, Mycroft“. Achja, die Hand und die vielen Fehlschüsse. Dr. Jones freut sich über mein Angebot und bekommt von mir eine meiner automatischen Pistolen, noch aus meiner Dienstzeit beim Secret Service, samt Silencer, die die Reichweite verlängert und die Waffe leise werden lässt. Sehr praktisch, falls wir hier in ein Scharmützel geraten sollten. Der Rest der Gruppe scheint bewaffnet zu sein, soviele Waffen hätte ich auch nicht mehr gehabt.
Gut vobereitet mit Essen, Licht, Waffen, Wachmachern & Betäubungsmitteln { Dank der guten Mary-Ann } gehen wir in den ersten sechseckigen Raum und rätseln über die Buchstaben. Nach längerem Theoretisierens nimmt mich Carla einfach an der Hand und marschiert schnurtracks durch das Tor mit dem Buchstaben „E“. Wir beide kommen in einen neuen Raum, wieder ein Hexagon, wieder sechs Gänge, wieder mit Buchstaben über der Tür. Ein paar sind anders als im 1. Raum. Carla ist weiter dominant und zieht mich mit durch das Tor mit dem Buchstaben „C“. Wir kommen wieder in ein Hexagon Raum. Wieder die Buchstaben, und zudem das Gefühl, sich hier schnell verlaufen zu können. Ein echtes Labyrinth.
Auf mein Anraten hin drehen wir um und wollen uns wieder mit dem Rest vereinen. Als wir in den vorherigen Raum kommen, bemerke ich, dass die Buchstaben sich geändert haben. Ich schaue mir die Buchstaben genau an, sie sehen so aus, als ob sie schon immer so da gemeiselt wären. Sehr merkwürdig. Schnell gehen wir den Gang zurück zu den Anderen, was uns etwas beruhigt.
Mit den neuen Erkenntnissen beratschlagen wir wieder. Mary-Ann & Carla kommen bei den Gedanken an ein altes Kloster in Mitteleuropa auf die Idee, den Leitsatz „Ecce Agnus Dei“ hier abzuschreiten, ein durchaus nachvollziehbarer Gedanke. Zur Sicherheit mache ich ein Seil am Eingang fest, woran wir uns zurückbewegen können. Dann ziehen wir los. Als wir nach „Agnus“ wieder in einen neuen Hexagon stehen, fällt Henry auf, das es räumlich garnicht möglich ist, so zu laufen. Ich kenne diese Erlebnisse schon von anderen Geheimsystemen, es scheint ein Merkmal von diesen mysteriösen Wesen zu sein, denen wir auf der Spur sind. Uns allen wir etwas schwindelig, gehen aber weiter, den Leitsatz abschreitend.
Und siehe da, wir kommen in einen runden Raum am Ende des Satzes. In der Mitte ist lediglich ein Art Stele für eine Kugel, leider leer. Enttäuscht scharen wir uns um die Kugelplatz. Kazeem tritt auf ein Stück Papier, was sich als Banderole von einer Florvina entpuppt. Aha. Sir Chrichton!
Er war vor uns da. Der Lord & ich fluchen simultan laut. Der Zigarrenschmuck ist die alte Variante, bekannt von der Titanic, also schlußfolgern wir, das es länger her zu sein, wo er sich die Kugel nahm.
Der Lord holt nun unsere Kugel heraus, ich begutachte den neuen Kugel-Koffer, eine hervorragende Tarnung! Jede der Kugeln passen perfekt in die Mulde, leider gibt es keinerlei Effekt, was wir schwach gehofft hatten. Der Lord holt ein Pendel heraus und ich schaue gebannt zu. Was der Lord alles in Ägypten gelernt hat, ich bin tief beeindruckt. Vielleicht kann er mich in die ein oder andere okkulte Techhnik einweihen – aber für sowas ist jetzt keine Zeit.
Nachdem der Lord lange und tief konzentriert pendelte, sagt er mit laut:“ Diese Kugel lag schon mal hier, sagt das Pendel!“ Es ist jene, die ich von dem alten Widersacher erbeutet habe bei einem nächtlichen Raubzug. Da wir weiter nichts hier bewerkstelligen können, gehen wir mithilfe meines Seils wieder zurück zum Eingang. Etwas entmutigt wenden wir uns auf Anraten von Henry dem Brunnen Raum zu. Wir stellen uns alle um diesen Brunnen, der eher ein tiefer Schacht ohne Boden ist. Als wir einen Stein fallen lassen, können wir den Aufprall nicht hören, lediglich ein schwaches „Gluck gluck gluck“
Wohin mag es führen? Wozu war dieser Schacht? Diese Fragen und Abenteuerlust lassen uns nicht los und alle reden davon, dass sich jemand abseilen lassen muss, der gut klettern kann. Ich bemerke, dass mich alle anschauen…das war ja klar. Ich lasse mich breit schlagen. Sofort hole ich mein Klettergurt, Taschenlampe, Steigeisen und Hammer heraus. Ein Eisen schlage ich gleich in den Boden fest, um das Seil zu befestigen. Dann mache ich an den Abstieg, wir haben ja ca. 70 m Seil.
Die ersten 10 m gehen reibungslos, die Wände sind gemauert und etwas klitschig, es riecht nach Wasser. Nach weiteren 10 m sehe ich eine Bewegung unter mir in der Dunkelheit und wieder dieses „Gluck“ Geräusch. Ich leuchte hin, sehe aber nichts.
Ich werde weiter hinabgelassen. Nun kommen die Traumerfahrungen wieder, warnen mich, drängen zur Umkehr. Ich wiedersetze mich, lasse mich weiter hinab in den schwarzen Schlund. Nach weiteren 10 m wird mir kurz schwindelig, der scharf Fischgeruch dringt in meine Nase, ich sehe immer noch nichts unter mir, obwohl ich Bewegung höre.
Wieder 10 m. Ich hab das Gefühl zu trudeln, die Wände scheinen nasser und glatter zu sein. Fühle mich hilflos. Der Geruch wird unerträglich wie eiternder Fischkadaver. Als ich mich an der Wand mit den Füssen Halt finden will, fällt mir eine Unebenheit unter mir auf, eine Art Felsnase. Mein Feldforscherinstinkt { FFI } schlägt voll aus!
Ich rufe „Weiter“ aber meine Kollegen lassen mich nur ein paar Meter weiter. „Weiter!“ brülle ich. Die Dunkelheit scheint sich von unten zu nähern. Hab Angst. Meine Rufe scheinen die Dunkelheit anzustacheln…nur noch ein paar Meter.
„Weiter“ schreie ich, gleichzeitig dreht sich alles um mich, mir wird schlecht und schwindelig. Ich geb mir selber Ohrfeigen, was mich etwas klar werden lässt. Die Dunkelheit scheint wirklich näher zu kommen.
Nach einem „Weiter“ komme ich bei der Felsnase an, eine Art Loch, aus dem schwarzer Schlamm quillt. Mein FFI blinkt. Zwanghaft greife ich hinein, ich ertaste ein tiefes Loch, dann eine Biegung, die Geräusche und das Gurgeln von unten kommen näher, ich greife um die Ecke, erwische etwas, bemerke einen Ruck von oben, schreie „Moment, wartet!“, fasse fest das unbekannte Objekt, etwas bewegt es sich, ich greife stärker zu, muss tiefer in den Schleim greifen, ächzte laut und hab ihn dann fest in meiner linken Hand! Nun aber sitzt mein Arm fest, unter mir gurgelt es nun bedrohlich nah, ein Panikschrei flieht aus meinem Munde, ich komm aber nicht raus!
Plötzlich, ohne einen Befehl von mir, werde ich nach oben gezogen. Mein Arm steckt noch fest! Sie ziehen erbarmungslos, ich drehe mich, meine Beine gehen noch oben, ich hänge kopfüber, rufe nochmal „Wartet!“, halte das Ding fest, als es plötzlich laut und schmerzhaft in meinem Arm knackt. Obwohl sofort ein Schmerz in meine Hand schiesst halte ich das Objekt fest und kann es herausziehen, die Dunkelheit unter mir wirkt bedrohlich nahe, grünlicher Dampf umgibt mich oder halloziniere ich? Speichel und schwarzer Fischschleim lauf mein Gesicht hoch und trüben meine Sicht, die Schmerzen rauben mir den Verstand, ich schreie nur noch…
Ich werde hochgezogen, ich nehme mit der gesunden Hand das kleine Gefäß und klemme den kaputten Arm ein. Meine Kameraden ziehen mich nun kraftvoll hoch, es ruckt & zuckt unangenehm. Schließlich bin ich am Rand oben angelangt, werde ich von vielen Händen gepackt und an mir wird gezogen, ich rufe noch „Vorsicht“, aber jemand greift den verletzten Arm und zieht daran, jemand anderes nimmt mir das Artefakt aus der Hand, während ich das Gefühl habe wieder zu fallen in eine Dunkelheit, tief in den Schacht und falle tief….unendlich tief…










