Collins Cottage
Luxor,Ägypten morgens im Gästehaus des Imam,
wir beginnen den Tag mit gesüßtem Tee und Foulbohnenbrei mit frischem Fladenbrot. Schmeckt mir sehr, ähnelt den gebackenen Bohnen der Briten – fehlt nur der angebratene Speck. Howard zeigt uns eine Karte, welche er aus dem Traumland mitbrachte, und berichtet sehr kurzweilig von seinem nächtlichen Abenteuer. Ich freue mich für Ihn, er wirkt gelöster und entschlossener als nach der Begegnung mit dem Priester Anch. Nach dem Frühstück kümmere ich mich um Mare, ich flösse ihm erneut Kohlebrei ein, wie auch die letzten Stunden schon. Kazeem schaut mir dabei zu und sieht mich merkwürdig an. Später treffen wir uns mit dem Imam und einem gut gekleideten Herrn, der sich uns als Mohammed Mahasib, Altertumshändler in Luxor vorstellt. Der Prinz von Cairo hat unsere Behauptungen bestätigt, nun werden uns vier junge Männer unterstützend zur Seite gestellt. Wir geben ihnen, die aus dem Polizeifahrzeug stammenden, drei Webley Faustfeuerwaffen und die doppelläufige Schrotflinte samt Munition. Der Lord will in die Bilbliothek von Luxor und Howard wird ihn begleiten. Unsere Späher haben das Cottage der Collins bisher ohne Ergebnisse beobachtet und berichten von sporadischen Polizeisteifen auf den Straßen. Mary Ann ist derweil auf dem Weg in ein Hopital Luxors, da sie etwas über einen Lepra-Doktor in der heutigen Zeitung las. Ich kontrolliere unsere Ausrüstung und bereite alles für einen Überraschungsbesuch am Abend bei den Collins vor.
Der fünf Uhr Tee entfällt heute, wir brechen auf. Kazeems vier „Neue“ bahnen uns einen sicheren Weg an allen Strassensperren,Kontrollposten und Patroullien vorbei nach Armant. Es wird dunkel, als wir nach einer noch abgewarteten Polizeistreife das Cottage angehen.Der Lord ist mit Howard zur Vordertür und Ms von Humbold,Kazeem und ich umrunden das Anwesen und wollen das Gebäude unbemerkt durch den “Dschungelanbau” betreten. Zunächst stellen wir zwei verschlossene Türen fest,also tricksen. Darin sind wir aber alle drei keine Leuchten. Aus dem Kaminzimmer sind nun deutlich Stimmen zu vernehmen.Wir versuchen es erneut, aber es ist ohne türöffnendes Ergebnis.Ich schlage Kazeem vor es nur noch einmal zu versuchen, und dann doch besser die Vordertür zu nehmen. Die Stimmen sind nun vernehmlich lauter und energischer geworden. Da springt die Gewächshaustür unter Mary Ann´s Händen unversehens nach innen auf – unser Weg ist frei.
Mit einem geflüstertem „Großartig Mary Ann!“ passiere ich an ihr vorbei ins Gestrüpp, gefolgt von Kazeem und Mary Ann. Die Stimmen werden mit jedem Schritt durch diese grüne Hölle klarer verständlich. Ich kann Hesters Stimme vernehmen und es klingt bedrohlich, am Treppenabsatz hocke ich mich seitlich rechts hin,dann fällt ein Schuss – Pulverdampf deutet auf Hesters Standpunkt – für mich noch nicht einsehbar. Entsetzt sehe ich wie Howard sich vom Boden aufrichtend,nun von Sir Collins mit einem langen Messer angeriffen wird. Ich lege mit der Mondragon an und schiesse auf den sich bewegenden Arthur Collins – und verfehle ihn.Auch Kazeem und Mary Ann eröffnen das Feuer – und Teile des Glashausdaches regnet auch auf uns herab. Ich rücke weiter vor und sehe wie Howard in der Schulter getroffen und niedergerissen wird. Ich sehe den Lord wanken,ist er etwa von Hester erwischt worden? Arthur Collins hockt über dem in der Schulter gemesserten Howard, als Kazeem sich an mir vorbei in Stellung bringt und schießt. Von weiter hinter mir kann ich Ms von Humboldt hören, sie geht wohl nah bei mir in Stellung. Das Messer steckt in Howards Schulter, und anscheinend leider auch in der Dielung, fest. A.R. Collins sich noch auf Howards Körper stützend schreit schmähende Worte, deren Sinn an mir abperlt, wie der Schweiss von meiner Stirn. Mir stockt der Atem,alles kommt mir wie in Zeitlupe vor, unterbrochen nur von dem häßlichen Geräusch des Repetierens einer Flinte,mir ist heiß und kalt zugleich – als ich bemerke, daß der Lord nun, fast lässig, zwei Messer in den Händen hält und diese kalten Blutes nach der Verursacherin der Pulverdampfwolke wirft. A.R. Collins hält nun, verdammt wo hat er dieses Ding her, offensichtlich eine Granate in der Hand und in mir regt sich wütender Zorn, ich lege erneut auf diese Person an, “die Schulter, die Schulter” auf nun kaum drei mannslängen Entfernung – lösen, explodiert das Gelenk der Collins´schen Schulter und die Granate entrollt den kraftlosen Finger. Diese wird von Howards Rechten angehalten und in die Tasche gesteckt, während A.R. nun aufspringt und auf unheimliche Weise an Mary Ann und mir vorbei – in den „Dschungel“ des ehemaligen Gartenhauses abtaucht.Ich sehe nun das Mrs Collins ein Messer im Leib steckt und nach dem ich sehe das Kazeem sich um Howard kümmert, gehe zu der auf dem Treppenabsatz zusammengebrochenen Frau. Ich hocke bei ihr nieder und schätze das es ihr besser ginge ohne Messer im Leib. Ich entschließe mich es langsam herauszuziehen, doch dann bemerke ich das stoßweise Zunehmen des Blutstroms.
Für Hester kann ich wohl nichts mehr tun. Mary Ann erscheint neben mir und nimmt Hester die Repetierflinte weg,während ich das Messer geistesabwesend an Hesters Rock abwische und in den Stiefel stecke,dann ich nehme ihr auch den Hausschlüssel und wende mich von der sterbenden,vor sich hin brabbelnden Hester ab. Ich wende mich an Kazeem, Howard ist wieder bei Bewußtsein, seine Schulter versorgt. Ich beginne unsere Hülsen und verirrten Projektile einzusammeln, während Mary Ann die oberen Zimmer durchsucht.Sie kehrt nach einiger Zeit auch noch mit Janes Flinte zurück und berichtet von Fesseln am leeren Bett. A.R. hat also doch gelogen, ich hatte es von Anfang an gespürt. Howard sagt mir wo ich A.Rs Arbeitszimmer finden kann und ich gehe es zu durchsuchen. Nach dem Öffnen diverser Schubladen und Türen, finde ich ein Buch, in mir unbekannter Schrift, das ich mitnehme. Dann werde ich von Rufen des Lords alarmiert und folge in den „Dschungel“. Dort hat der Lord das riesige triptychonartige Fluchtportal des A.R. entdeckt, hinter dichtestem „Gestrüpp“. Wir verlassen das Haus, instruieren unsere vier Helfer hinter uns die Spuren unserer Reittiere zu verwischen und entscheiden Hester doch mitzunehmen. Zurück im Haus, ist Hester fort – kein Problem, eher eines weniger – nur nicht weiter drüber nachdenken, wie in Trance greife ich nach der über dem Kamin hängenden, schönen Schrotflinte und wir verlassen das Haus nur mit sämtlichen, blutanhaftenden Läufern und schließen sorgsam hinter uns ab.
Nachdem wir die Teppiche mit Steinen beschwert, dem Nil überliessen, waschen wir uns und unsere Kleidung. Erst als uns unsere vier Helfer eingeholt haben machen wir uns am Ufer entlang, auf den Heimweg ins Gästehaus.









