Circumspicere
Gen Mittag erreichen wir die Küste. Uns bietet sich ein grandioses Panorama auf den heiligen Berg. Halb drei ankert die ‚Phantom‘ im Hafen von Mito (水戸市 -shi). Während der Einreiseformalitäten bleibt mir etwas Zeit die hiesige Sprache zu studieren. Die Zollbeamten werden mit ‚kanzeiri‘ (関税吏) angesprochen und sind sehr gründlich bei der Durchsuchung. Gut das ich keine Waffen mitgenommen habe.
Anschliessend warten wir, wie verabredet, auf dem Platz vor dem Zollbüro (関税局 kanzeikyoku) auf unsere Gefährten die an Bord der Almina gereist sind.
Während wir so warten schaue ich mich neugierig um: Viele Leute eilen geschäftig umher, bieten uns ihre Dienste an. Ich kaufe eine aktuelle britische Tageszeitung: Aha, Japan möchte sich als Weltmacht etablieren.
Nicht zu übersehen ist das hier östliche Tradition und westliche Moderne unerbittlich aufeinander prallen. Die Industrialisierung schreitet voran, so u.a. die neue Schiffswerft. Im starken Kontrast dazu die langen Wurzeln der japanischen Tradition.
Lord Carnarvon, Mr Winterbottom und Mrs Humboldt treffen endlich ein. Es gab wohl einige Schwierigkeiten bei den Einreiseformalitäten.
Wir werden beobachtet! Ein Mann steht im Schatten der Bäume. Er macht sich Notizen.
Wir ignorieren den Beobachter und beschliessen unsere Empfehlung, Mrs Toganama, aufzusuchen. Eine knappe Viertelstunde später stehen wir vor ihrem Haus. Herzlicher Empfang und sie ist gerne bereit uns in das sechs Reisestunden entfernte Dorf Naushua zu bringen. Aber in den nahe liegenden Wald möchte sie auf keinen Fall. Wir vereinbaren Morgen früh aufzubrechen.
Um Indi endlich wieder zu sehen gehe ich an Bord der Almina. Sechs Wochen Entzug, was für ein Abschlecken.
Wir checken im Hotel Blauer Drache, Ryu-Ao (龍青) ein. Zimmer in der dritten Etage mit Blick auf den Hafen. An der Bar trinke ich auf Einladung von Mr Winterbottom einen japanischer Whiskey. Hervorragend! Nun gut, etwas ‚mooriger‘ im Abgang könnte er sein.










