Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

* Böses Erwachen

Schmerzgepeinigt erwache ich im Krankenbett von Highclere Castle, niemand ist anwesend. Meine Wunden sind schon gut verheilt, doch gut geht es mir noch lange nicht. Ich beschliesse heute wieder aufzustehen & nach meinen Freunden zu schauen. Da klopft es, während ich mich am Ankleiden bin.

„Just one moment, please!“ rufe ich & lege mich schnell wieder auf das Sofa, ich will vorerst den Totkranken mimen, da ich nicht um die Wunder der Traumlande hier reden will.

Mycroft mit Bleivergiftung

Dr. Nidelvin steht in der Tür. Sie ruft: „Liebster Mycroft! Ich vernahm von Eurem Unglück, da wollte ich nach Euch schauen. Ich mache mir Sorgen um Euch! Wollt Ihr so weiterleben? Wollt Ihr nicht leben?“

Sie überschüttet mich mit Vorwürfen & läßt es nicht aus, das Kind in den Traumlanden zu erwähnen.

„Es ist von großer Wichtigkeit, was ich tue!“ erwidere ich.

„Aber tot nützt Ihr keinem!“ schliesst Sie. Wir umarmen uns lange. „Bitte paßt besser auf Euch auf! Legt Euch einen Wächter zu.“

„Der wird doch sofort verrückt oder wird aufgefressen.“ sage ich & wir lachen herzlich.

„Außerdem habe ich Sanjuro, wir passen aufeinander auf!“ flüstere ich Ihr zu.

„Ein starker Hund?“ fragt sie mich, immer noch voller Sorge.

„Ja, das kann ich mir gut vorstellen.“

„Ich werde deinen Bruder mal fragen, er hat mich ohnehin informiert über Dein Lebenswandel. Es freut mich das Ihr wieder Kontakt habt.“

Ich erwidere: „Ja, ich auch. Obgleich ich weiß, daß es wieder in Rivalitäten ausartet, vermisse ich ihn.“

„Wie wäre es, ein Club aufzumachen, in dem man nicht reden darf. Das wäre der ideale Ort für Euch beiden Streithähne! Ach, ich spinne wieder, bitte entschuldige, Liebster. Eines noch, bitte lasst diese Frauengeschichten, das tut mir weh!“

„Bist Du denn bereit, es offiziell zu machen, ich meine, unsere Verbindung?“

„Wenn Du bereit bist, die Jagd aufzugeben?“ Touché!

Wir schweigen & lassen zärtlich unsere Körper sprechen.

Dann folgt ein Schlummer…

Anschließend hilft mir Kare beim Aufstehen & Anziehen, alles unter „Uch“ & „Ähhh“. Der deutsche Polizist wusste wo es weh tut. Ich lasse mich zu Dem Lord fahren, der wie immer in der Bibliothek sitzt, seine anstrengende Korrespondenz machend. Er lächelt leicht verkrampft, anscheinend hat er wieder keine guten Nachrichten.

„Seargent Bond wird heute nachmittag erwartet. Ich werde ihm von den Gegebenheiten in Winchester erzählen müssen! Ich werde ihm offen sagen, das wir mit feindlicher Magie zu tun hatten.“ sagt der Lord & sucht vergeblich einen Gin.

„Ich habe auch keinen Gin, was ist los, soll ich eine neue Lieferung bestellen?“ frage ich.

„Nein, wir haben immer Gin hier.“ Poltert der Lord zurück, doch es ist kein Gin weit & breit zu sehen.

„Ihr solltet besser nicht von Magie, eher von feindlichen Kräften reden. Dieser Bond weiß nicht, was im okkulten Untergrund passiert & möglich ist“ lenke ich von der Ginsuche ab. Wir reden etwas über diverse Erklärungsmöglichkeiten & der Ginverlust ist vergessen.

Diesen Ratschlag findet er gut & macht sich gleich dran, seine Antworten anzupassen. Da ich zu schwach bin, ziehe ich mich mit seinem Einverständnis zurück. Ein Nachricht erreicht uns von Sanjuro, er will morgen den Keller öffnen. Gleich rufe ich ihn zurück & versichere ihm, bei der Öffnung dabei zu sein. Auch der Lord will sich diesen Moment nicht entgehen lassen.

Mit Kares Hilfe wird ein Krankentransport samt Rollstuhl organisiert & wir fahren gemütlich nach Curdridge Hill. Das Wetter ist hervorragend & wir unterhalten uns angenehm über die Vergańgenheit. Sie fragt mich gründlich über meine Erlebnisse aus Trondhejm aus, was ich Ihr detailgenau & wahrheitsgemäß mitteile. Auch sie war bei dem Großvater, wir haben uns knapp verpaßt. Als Sie von meinem Unglück erfuhr, fuhr sie gleich zurück zu mir.

Diese Anteilnahme berührt mich & wir tauschen viele zarte Worte. Insgeheim denke ich über eine erneute Ehe nach, doch mein Leben sollte sich dann stabilisieren, ich kann & will meine Frau nicht diesen interstellaren Gefahren der Großen Alten aussetzen. Daher muß das erstmal warten, bis die Wogen sich geglättet haben. Wenn sie es überhaupt tuen werden irgendwann…

Wir erreichen Curdridge Hill & ich mache Sanjuro mit Kare bekannt. Er ist zunächst verwundert, daß ich verlobt bin & er sie bisher nicht zu Gesicht bekommen hat. Nachdem wir uns ausführlich begrüsst haben, zieht sich Kare zurück zum Gebet & wir reden über den Keller.

Sein Bruder hat ihm aus Japan geantwortet & Interessantes herausgefunden. Das Keller Fundament ist von einer Burg aus dem alten Japan, sie heisst Odawara. In der Geschichte geht es um einen Herrscher der viele Kämpfe gewonnen hatte & dann belagert wurde. Nach 6 Monaten gab er die Burg auf & beging nach japansicher Tradition Seppukku, um seine Ehre zu wahren. Alles in allem sehr geschichtsträchtig.

Am Abend ruhe ich mich weiter aus, Kare versorgt mich liebevoll & liest mir aus der Bibel vor.