Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

* Befreiung vom gelben Mal

In trauter Runde frühstücken wir zusammen auf HC & diskutieren die nächsten Schritte. Die Frachtliste wird erneut herumgereicht, so recht Vorschritte können wir jedoch nicht verzeichnen. Es schellt & ich erhalte ich ein Telegram vom Butler gereicht, es ist eine Nachricht von Rechtsanwalt O`Reily, es gehe ihm gut & er erwarte meine Ankunft. Ich telegrafiere ihm sofort zurück, daß meine Ankunft in Bälde sein wird. Wenn ich Genaueres wisse, werde ich es ihm noch mitteilen.

Beim Anruf in Croydon erfahre ich, daß meine Martinsyde sowie eine Junkers zerlegt worden & bereit zum Abtransport sind. Hier liegen wir im Plan. Aus der Bibliothek ertönt ein lautes „Aha
Lord Carnarvon hält die Photografie der Stele von Kalkamal in den Händen, sowie einige Kugelpergamente. Wir legen sie übereinander & transferieren die Karte von Henry Winterbottom meinem verschollenen Onkel, hinzu. Diese Vergrößerung wurde soeben vom Photo Club an LC geliefert. Wir haben alle neun Positionen nun lokalisiert. Nur die Orte sind teilweise noch unklar oder zu klären. Einige sind im Rahmen vermerkt, womit wir wenig anzufangen wissen. Doch die Hinweise verdichten sich auch hier zu Greifbarem.

Nach langen Überlegungen nickt der Lord kurz ein, um nach wenigen Momenten gleich wieder mit Visionen von Kalkamal & der riesigen Steinplatte zu erzählen, wie wir bereits das unbekannte Alphabet entshclüsselt hatten. Ich mich erfassen Erinnerungsfetzen & wir entschlüsseln erneut die Zeichen, bis Mary-Ann uns erinnert, noch eine ärztliche Untersuchung ansteht. Das ist mir neu & bedrohlich, denn dabei wurde mein Mal auffallen & ich enttarnt werden.

Ich entschließe mich dann nach kurzer Beratung in großer Runde, die Dokumentemappe heute abend Cassilda zu übergeben, um meine Entstellung entfernen zu lassen. Ich bitte Sanjuro, mir beizustehen, was er gerne zuwilligt.

Ich nehme ein Bad & mache mich frisch, ziehe den besten Anzug an sowie die Mauser Sturmpistolen, trage das Parfüm aus Frankreich auf, ältere Zeichen sowie die gelbe Flöte. Mit dem Silver Ghost zum Lucky Strike. Wir parken, sichern uns ab & betreten das Gebäude. Die Stimmung & Umgebung sind nahezu unverändert. Madame Eve erwartet uns im koketen Aufzug & bietet uns diverse Dienste an, doch Sanjuro will an der Bar auf mich warten & lehnt alle Angebote ab.

Ich biete um einen guten Gin & ein Treffen mit C. Eve lächelt & führt mich in die obere Etage. Sie bleibt vor der Tür am Ende des Ganges stehen, verweist auf die Tür & entfernt sich. Ich klopfe.

„Herein, Mycroft!“

Ich öffne die Tür & sehe Cassilda, sie räkelt sich lassiv auf dem Bett. Ich trete ein & schließe in Ruhe die Tür, umrunde das Bett mit langsamen Schritten & setze mich auf den Sessel nahe dem Bett. Sie raunt mir zu : „Ihr habt euch aber Zeit gelassen, Mycroft!“

„Ich dachte das gefällt euch. Zudem mußte ich überlegen, ob Ihr Wort gehalten habt & werdet. Ich sagte, keinerlei Magie ist dabei mit im Spiel, doch da war ein magisches Siegel. Zudem geschah ein Mord. Auch keine Kapitalverbrechen!“

„Aber nun seid Ihr doch hier – das Siegel war auch nur ein Schutz, damit ihr es nicht lest. Ihr hättet es sonst gelesen. Den Mord habt Ihr auch nicht begehen müssen. Es war, wie ich sagte. Nun übergebt sie mir!“

Sie öffnet die Hand, ich zögere. „Werdet Ihr Wort halten?“

„Das erfahrt Ihr, wenn ihr sie mir überreicht. Es gibt keinen anderen Weg!“

Mycroft & Cassilda einigen sich

Sie lächelt & wir schauen uns lange & tief in die Augen. Die Zeit bleibt kurz stehen & meine Hand greift zur Mappe, ich gebe Sie ihr. „Sehr gut. Ich wußte ich kann mich auf Euch verlassen. Nun halte auch ich mein Wort“

Sie bittet mich in die Mitte des Raumes. Sie beginnt das Ritual mit komplexen Handbewegungen, die ich als voorisches Zeichen erkennen. Sie zeichnet einen Kreis mit der Kreide von Orek Na um mich, singt zu Hastur, dem Unaussprechlichen & vollzieht erneut einen komplexen Tanz des Voorischen Zeichens.

Es dreht sich alles um mich & ich komme vor dem Thron des Königs wieder zu mir. Cassilda steht neben ihm. „Er soll sich erinnern!“ Bilder & Fetzen von Erlebnissen tauchen vor meinen Augen auf. Halifax, der Byakhee, die Gedichte, das Sandbuch, es löst sich alles auf.

Wieder stehe ich vor dem König. Cassilda sagt zum Hastur

„Ich denke, es reicht nun!“

„Ja, ihr habt Recht, es ist an der Zeit! Nun, Mycroft? Worauf wartet Ihr? Zieht eure Maske ab!“

Ich schlucke & verstehe nicht recht… ich kann es selber? Zitternd greife ich an mein entstelltes Gesicht & ziehe, erst vorsichtig, dann stärker, bis ich reißendes Gewebe von meinem Gesicht löst. Unter Schmerzen & wildem Geschrei reiße ich schließlich den gelben Fetzen weg, er flattert im Wind hinfort. Ich zittere, falle auf die Knie, halte mein schmerzendes Antlitz.

Der König lacht lange & schadenfroh: „Haha, sehr doch, er trägt gar keine Maske!“ … alles verschwimmt.

Erwachen im Raum. Alles leer.

Ich schaue in den Spiegel, mein Gesicht ist frei, ich bin frei! Ich lache laut. Nur einige kleine Risse & Kratzer, doch ich bin befreit!

Erleichtert & nachdenklich gehe ich zu Sanjuro. Wir schauen uns erfreut an & lachen. Auch er ist froh, das der Bann gebrochen ist. Wir fahren nach Portsmouth. Ich gehe mit Tamino eine kleine Runde & gehe früh ins Bett.