Aviation Testing
8. February 1922 Wednesday 79/14 PentaPolis SouthStar
Heute wagen wir den ersten Testflug mit der Südstern. Ich kenne nun die Karten auswendig und kann die Flugrouten nach Sicht und Kompass sicher bestimmen und dokumentieren, was mich zum Navigator macht. Der Colonel ernennt mich kurzerhand zum Zeppelincaptain. Carla und Mycroft steuern das Flugschiff, Mare ist hinten an den Höhen- und Seitenrudern und kann manuell eingreifen, falls die Steuerung aus dem Cockpit fehlschlägt.
Leinen los!
Ruckelig geht es los, langsam gewinnen wir an Höhe und drehen uns dabei im Kreis um uns selbst. Wind erfasst uns und drückt uns wieder hinunter…
Wir überqueren die Mauer des abgetrennten Stadtteils im Nordosten von Pentapolis. Carla wird ohnmächtig und visioniert Wut & Zerstörung großen Ausmaßes an diesem Ort. Sie deutet auf ein Rippengebäude: „Dies, was einst dort drinnen war, war den Pentapoden so wichtig, dass sie die Mauer drumherum erbauten.“ Wir verlassen die Stadt und werden auf der freien Flussfläche Höhenauf- und -abstieg trainieren. Ich befehle, das Schiff auf 1000m steigen, dann auf 700m sinken zu lassen. Die Südstern trudelt daraufhin unkontrolliert abwärts, nur 50 m über dem Boden wird sie von Carla und dem Colonel knapp abgefangen.
Der bodennahe Luftstrom über dem gefrorenen Fluss Aleph zieht uns zur Fallwindklippe hin. Wir müssen uns herauskämpfen und ich lasse die Südstern auf 1200m Höhe über das Plateau (7200m Luftsäule) steigen. Dort oben wird es empfindlich kalt in der Cabine. Die Heizung muss von Mare kontrolliert und repariert werden.
Ich ordne die nächste Flugübung an: Wir werden eine Achterschlaufe fliegen. Allerdings sinken wir ab, bei äußerst krakeliger Flugroute. Erst nach zwei weiteren Anläufen gelingt es einigermaßen, die liegende 8 in den Himmel zu schreiben.
Als Landungsübung ordne ich an, auf exakt 810 Höhenmetern zu stoppen. Auf 800m soll die simulierte Oberfläche liegen. Der Zeppelin schmiert jedoch heftig ab. Mycroft, Carla & Mare geben alles und wir stoppen erst 50m über dem Boden. Eine gute Entscheidung den Höhenpuffer einzubauen, sonst hätten wir den Absturz womöglich nicht überlebt…
Mare stürmt ins Cockpit und fängt an lautstark mit uns zu schimpfen, mit arabischer Leidenschaft. Ich lasse Gin ausschenken, zur allgemeinen Beruhigung des Temperaments…
Die nächste Übung: Feinsteuerung durch und in den Straßen von Pentapolis in geringer Flughöhe. Dies gelingt dem Colonel recht gut. Die Südstern ditscht nur einmal leicht an einem Gebäude an.
Für heute haben wir genug trainiert und ich ordne die Landung an. Das Manöver gelingt abschließend gut, das Vertäuen auch! Wir bleiben über Nacht im Zeppelin und versorgen uns mit deutschen Konserven aus der Bordküche…
9. Februar 1922 Thursday 80/13
Ich habe gut geschlafen im leichten Schaukeln, wie auf hoher See. Für heute ordne ich den maximalen Höhenflug an. Wir steigen zu schnell! Uns wird schlecht…
Sinkflug, noch mal in die Höhe, nur langsamer. My well, meine Crew fordert präzisere Befehle ein. Daher meine Order:
„Tanzt Ballett mit der Südstern im Himmel!
Dreht Pirouetten (spiraliges Hochschrauben)!
Tanzt den Pas de deux (Achterschlaufe)!“
Meine Crew bekommt es erstaunlich gut hin, und wir steigen elegant auf 7500m auf. Dann wieder auf 800m herab, um uns dem Wind zu überlassen, um mit ihm zu spielen.
Wir lassen uns driften, bekommen ein Gespür für Luftströmungen.
Wir verlassen sie wieder, und ich lasse das Manöver wiederholen.
Jetzt gelingt es besser. Ich bin zufrieden! Meine Mannschaft lernt schnell, ich auch. Wir überfliegen wieder die Mauer des nordöstlichen Stadtteils mit dem Rippengebäude, als Carla instantly wieder ohnmächtig wird. „Sofortiges Abdrehen über Backbord!“
Als letzte Übung des Tages werden wir in Wind eintauchen, der von hinten strömt. Erst trudeln wir ein wenig umher, dann werden wir fortgerissen und meine Crew hat wieder alle Hände voll zu tun. Ich stimme zu ihrer Ermutigung „Britannia rules the waves“ an. Die Südstern wird von ihr abgefangen. Great!!
Ich verkünde das Ende des heutigen Übungstages: „Ankern und vertäuen!“
Morgen wollen wir den Heimflug starten, und ich brauche dafür eine frische, ausgeschlafene und satte Mannschaft. Eine letzte Übernachtung in Pentapolis. Carla will nur noch nach Hause und mag nicht einmal ein kleines Lied zur Erbauung für uns anstimmen…









