* Alles normal, oder doch nicht?
Gleich nach dem Frühstück erkundige ich mich nach dem Vetter, der nun sehr ruhig, aber auch unverständig reagiert. Auch Mary Ann hat sich beruhigt, versteht aber das Verhalten von Vetter nicht. Nach kurzer Beredung stimmt Franz Ferdinand ein, wieder den Dienst in der Apotheke anzutreten. Ich habe meine Zweifel und zusammen mit der Erfahrung von dem Lord können wir eine längere Beobachtung mit dem Sanatorium vereinbaren. Wir alle spüren, dass etwas Unheimliches aus Japan mit uns mitgekommen ist!
Howard und der Lord recherchieren wegen der Einladung des Earl of Phantomhive. Mir sagen die Regeln & Gepflogenheiten der hohen Gesellschaft nichts, aber dieser Mann oder besser Kind scheint eine Ausnahmeerscheinung zu sein. Wir sind höchst interessiert, gleichzeitig vorsichtig sowie verwirrt.
Am Nachmittag verkündet uns Howard Carter, daß er nach Kairo zurückkehren wird, um seine Grabungen fortzuführen. Er redet unentwegt von einem Pharao, dessen Hinweisen er seit Jahren nachgeht. Er erinnert mich irgendwie an Henry, der obssessiv seinen Legenden nachjagt. Dem guten Howard, der mir inzwischen ans Herz gewachsen ist, biete ihm den Heimflug an, um noch etwas Zeit miteinander zu verbringen. Telegraphisch ordere ich eine Flugroute mit Betankung in Florenz an sowie eine Einladung in einem exquisites Etablissement.
Eine Stunde später sind wir auch schon in der Luft und geniessen den Ausblick auf die weite See. In Ägypten wird er erstmal länger nur Sandmeere zu sehen bekommen.
Mit dem letzten Liter Sprit landen wir in Florenz, lassen die Maschine warten und geniessen den Abend. Zunächst spielen wir Baccara und Roulette mit den erlesenen Damen in unserer Begleitung. Howard tut sich schwer, mehr als 5 Pfund zu setzen, was mich sehr amüsiert.
Nachdem wir genügend Geld aus der Kriegkasse verzockt haben, wenden wir uns dem Gin zu. Meine Begleitung dürstet es nun nach privat intimer Unterhaltung, sodaß ich den etwas steifen Howard mit Yvonne & Claudette allein lasse und ihm viel Glück wünsche. Ich hoffe, er ist keine Jungfrau mehr, denke ich noch beim Hochgehen in die Präsidenten Suite.
Anschliessend ist nicht mehr an komplizierte zu denken, ich lasse mich fallen und geniesse den freien Lauf meiner Gelüste.













