Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Schmerzhafte Delikatessen

Gemeinsam schreiten wir nachts durch den Wanderschrank in der Hollowstr. No 3 in Exeter. Eine kurze Woge umwabbt uns, schemenhafte Gestalten von Mönchen erscheinen schemenhaft in Lichternebel, weisen uns durch die lumineszieren Schwaden, dann befinden wir uns schlagartig in der Villa im ersten Stock.

Ein Pfeifen erinnert uns an einen Teekessel. Fast gleichzeitig sehen wir ein Ruderboot auf dem Vordach kopfüber liegen. Wir sind wieder in Traumland, aber eben nicht auf der Pilzlichtung. Das ist neu. Dann unsere Sachen, sie sind so gut gleich, nur „moderne“ Gegenstände wurde durch den Transformationprozess umgewandelt. Meine Uhr wie auch die des Lords sind in Sonnenuhren verwandelt worden. Sie zeigt drei Uhr nachmittags an, es ist scheinbar Tag. Mein Eiszapper ist eine gespannte Ambrust mit einem Dutzend Bolzen. Die Axt, Kette & der Dolch sind identisch geblieben. Der Lord geht nach unten, um nach dem Pfeifen zu schauen, was nach kurzer Zeit verstummt.

Ich sehe im Garten die Traumkiste, in der sich unsere Sachen befinden. Wir gehen alle zu der Kiste und ich kontrolliere meine Sachen, es sind alle vorhanden. Nach kurzem Überlegen tausche ich nur die Jacke durch eine ortsüblichen Überwurf. Den Eiszapper entspannte ich und lege den Bolzen in den Köcher zu den elf anderen. Dabei kommt mir der Gedanke, dass dieses fremdartige Gerät aus den Höhlen nahe Halifax keineswegs magischen, sondern technischen Ursprungs ist, sonst wäre es nicht verwandelt worden. Danach fällt mir auf, dass alles hier scheinbar gespiegelt ist, das alles auf links ist. Mein silbernes Auge befindet sich nun auf der rechten Seite.

Nach diesen unzähligen Abweichungen von der üblichen Traumnorm machen wir uns ans Werk, das Katzengold zu bergen. Der Lord spricht mit einer Katze. Er erhält von ihr den Rat, zu der Librarium von Ulthar zu gehen, einer großen Bibliothek. Sofort machen wir uns auf, und finden offene Türen vor. Wir fragen uns durch und landen schließlich einer Halle, wo die Bücher bis zur Decke ragen. Mir wird ganz schwindelig, soviel zu lesen, dass schafft doch niemand!

Beim Hindurchschreiten zwischen den Bücherregal und Folianten fallen uns dort arbeitende Mönche auf, die wir gleich ansprechen. Hilfsbereit schaut sich schließlich ein Mönch, der sich uns als Nitri vorstellt, unsere zahlreichen magischen Gegenstände an. Der Ring des Mönch, den der Lord seit Jahren bei sich trägt, hebt sein Magieniveau, findet er heraus. Die Ritualzubehör wie etwa das Band & die Robe stinken, der Staub schmeckt ranzig, was wohl alt und untauglich bedeuten soll. Bei anderen Gegenständen ist er ratlos, meint aber, andere Kollegen von ihm könnten uns da weiterhelfen. Sie seien auch hier im Gebäude. „Prima“ rufe ich aus „Lasst uns gleich zu ihnen gehen“. „Das geht leider nicht nicht“ erwidern die Gelehrten, „das Gebäude ist viel zu groß und verschachtelt aufgrund der Omnipotenz dieses Librariums. Schließlich befindet es sich in allen größeren Städten der Traumlande gleichzeitig“. Holy Shit, damit hatten wir nicht gerechnet.  Wir einigen uns drauf, später am Tage wiederzukehren.

In der Zwischenzeit machen wir uns daran, das besagte Katzengold zu finden. Wir gehen zurück zum gespiegelten Pedant der Villa in der Hollowstreet No 24. Henry und ich überlegen, wie wir das Boot vom Dach kriegen. Wir kommen auf die Idee, uns mittels Gedankenkraft zu teleportieren. Wir klettern aufs Garagendach, drehen es um, setzen uns hinein und konzentrieren uns auf eine Testlandung im Vordergarten.

*Wischisg* Nach einen kurzen Ruck sitzen wir auf dem Hosenboden auf dem Garagendach, das Boot befindet sich an der besagten Stelle. Aha, interessant! Da wir durch den Spiegel gegangen sind, können wir uns anscheinend nicht teleportieren. Auch das geht normalerweise, wenn wir via Traum in diese Welt gelangen.

Nichtsdestotrotz kommen wir um ein Tragen des Wassergefährts nicht drumherum, und mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen maschieren wir Richtung dem Fluß Skai! Mit der Karte, die Mare in einer Kiste gefunden hat, rudern wir los, in Richtung einer der Markierung. Das Wasser ist klar, der Wald herum ist frisch und die Sonne kitzelt unsere Haut, es ist traumhaft schönes Wetter.

Nach kurzen Paddelns erreichen wir die erste markierte Stelle. Wir schauen uns um und der Lord sowie Henry entdecken ein Klitzern auf dem Flußgrund. Wir legen am Ufer an und fangen an, das Katzengold zu bergen. Mir ist nicht ganz wohl bei der Sache, diese Welt ist nicht so freundlich. Ich warte erstmal ab, aber nichts Bedrohliches passiert, ausser das Mary-Ann von einem gläsernen Miniblutegel angesaugt wird. Sie entfernt fachgerecht den Sauger von ihrem Schenkel und fährt fort mit Ihrer Katzengoldsuche. Ich gehe dann auch wieder zuwerke.

Emsig suchen wir den Fluß ab, als mich plötzlich etwas am Bein packt, es sticht höllisch und dann sacke ich einfach weg, mein Bein wird taub und gibt nach! Ich bekomme Panik, rudere herum, versuche mich des Riesensaugers, der sich an meinem Bein festgebissen hat, zu entledigen, leider erfolglos. Ich bin zu verheddert, als noch ein zweiter Wurm mich in den rechten Arm beißt! „Hilfe“ rufe ich meinen Gefährten zu. Keine Reaktion! Mein rechter Arm wird auch taub, kann mich kaum halten, bekomme Todesängste. Aus dem Augenwinkeln sehe ich Mare endlich angerannt kommen und Henry erwacht aus seiner Paralyse. Schlucke viel Wasser und komme kaum noch nach oben. Dann ein riesiger Wirbel und ein Wurm so groß wie ein Monsterschlange beißt mir in den Hintern, zerrt an mir. Ein unvorstellbarer Schmerz durchzuckt meine gesamte Hüfte, ich werde in die Flußmitte gezogen, um mich gleich wieder loszulassen. Mit letzter Kraft rudere ich an die Luft und schreie laut „Verdammt, helft mir, ich verrecke hier!“

Mir wird wieder kurz schwarz vor den Augen, dann spüre ich ein Ziehen am Seil. Endlich! Ich halte nur noch und lasse mich an Bord des Ruderboots ziehen. Henry zieht mich, am falschen Arm, rauf. Mit mir kommen 2 dieser gläseren Blutegel. Nachdem mein Arm von Mare befreit wurde, zücke ich mein Dolch und töte eigenhändig das am Bein verbliebende Exemplar. Dann kippe ich nach hinten um in den Schoß von Mary-Ann. Puh! Der Schmerz, den der Rum von Mare verursacht, ist nun eine willkommende Wohltat!

Wir schauen die Karte mit den Markierungen erneut an und müssen feststellen, es sind Punkte, wo man diese „Delikatessen“ angeln kann. Aua. Mir ist ganz schummrig, wende den Rum nun auch innerlich an. Da wir alle genug Katzengold gesammelt haben, beschließen wir, unsern „Fang“ zu veräussern.   Wir kehren zurück nach Ulthar, ich trage das Boot diesmal nicht!

Nach kurzen Verhandlungen im Gasthaus von Ulthar humpeln wir in die Bibliothek. Dort treffen wir den Gelehrten Rike, der auf mich einen äußert kompetenten Eindruck macht. Ich gebe ihm meine Axt, den Dolch und die Kriegerkette der Inuit mit zu genaueren Untersuchung, bestehe trotz des Vertrauens dieser ehrwürdigen Mönche auf eine Quittung.

Wir kehren zurück zum Gasthaus, wo wir den Tuchmeister treffen. Er ist Gourment, insbesondere unserer Würmer und geht gerne mit uns den Tauschhandel ein, Reinigung gegen Delikatessen. Er bietet uns auch mehr Dienste an, die wir aber erstmal nicht beanspruchen. Jeder von uns probiert die gekochte Variante und verbringen noch einen angenehmen Abend im Gasthaus. Um Punkt 2 vor Mitternacht gehen wir zurück durch Wandschrank nach Exeter.