Das Librarium von Ulthar
24 February 1919 Sunday
Nach dem Portaldurchgang stehen wir immer noch im Obergeschoss des Katzenhauses und hören im Untergeschoss einen Teekessel pfeifen. Es ist keiner außer uns im Haus, ich stelle den Teekessel vom Feuer. Draußen ist es hell, ich will die Uhrzeit wissen. Meine Taschenuhr ist jetzt eine Sonnenuhr, sehr schön gearbeitet: Sie zeigt 3pm an… Wir haben einen Zeitsprung von 12h in die Zukunft erlebt!

Auf der überdachten Terasse befindet sich ein Ruderboot, umgedreht. Auch unsere Traumkiste steht auf dem Gelände. Ich ziehe mich um, nehme mein übliches Gewand, damit ich in Ulthar wie gewohnt aussehe und stecke noch einen Dolch ein.
Seltsamerweise sind wir alle in unserer Originalkleidung angekommen, auch alle Gegenstände, die wir mitnahmen, sind mit rüber gekommen, nur etwas verändert. Mycroft nahm den IceZapper mit, der nun zu einer Armbrust geworden ist.
Auf der Straße spreche ich mit den Katzen, die uns einen Besuch in der Bibliothek von Ulthar empfehlen, nachdem sie gemerkt haben, dass wir in Massen unsere magischen Gegenstände bei uns führen.
Einen Bibliothekar, mönchsartig mit Tonsur, stören wir beim Abstauben von gefüllten Regalreihen. Auf unsere Fragen verweist er uns an Nitri, einen weiteren der Adeptui der Bibliothek, der uns dann prompt auch über den Weg läuft…
Auf ihn prasseln unsere neugierigen Fragen ein. Er schaut sich unsere magischen Artefacte an und gibt freizügig Auskunft: Mit einer Waage findet er heraus, dass der Ring des Pilgermönches aus der Crypta in Exeter mein Mana hebt, solange ich ihn trage…
Marion Allans Ritualband und -kordel stinken für ihn, verbraucht und nicht einsatzfähig. Er weiß auch, wo die Ingridients für das braune Pulver für die Bannung des Dieners des Nefren-Ka zu finden sind: Katzengold aus dem River Skai ist zu bergen. Zum Glück haben wir ein Boot auf dem Dach!
Mare zeigt ihm seine „Brennenden Tränen der Wüste“, die er mit seinem durchsichtigen Diamantgebiss pulvrig zermahlt und sie minderwertiger Qualität befindet. Wir erfahren, dass die Bibliothek an verschiedenen Orten gleichzeitig steht, nicht nur in Ulthar, sondern auch in Carcossa, Dylath-Leen und noch in anderen Städten. Er erkennt uns als Reisende aus dem Haus des Jo, als wir nach ihm fragen. Jo ist das Haus, erklärt er uns, und meistens ist er übel gelaunt…
Wir kehren zurück zu Jo, durchsuchen die Resträume und finden ein wenig Werkzeug – Ich entdecke eine Kiste mit Spaten und anderen Tools im Keller – von dem wir einiges auf die Expedition zum Katzengoldfundort mitnehmen wollen. Das Boot auf dem Terrassendach heißt „Hannes Freude“, wie ich unter Mühen doch noch entziffern kann. Ecce Agnus Dei? Wir lassen es mit einem Seilzug herab…
Den River Skai hinauf gerudert… Schon in der ersten Flussbiegung finden wir Katzengold, das aus dem Sand uns entgegen glitzert. Ich tauche nach den Kristallen, bis Mycroft mich ablöst…
Ich nähere mich dem Ufer, als Mycroft unter Wasser von Etwas angegriffen wird. Henry, der im angelandeten Boot sitzt, verliert das Sicherungsseil, das um Mycroft Hüfte geschlungen ist, aus der Hand…Ich schaffe es grade noch das entschwindende Seil im Wasser zu greifen, als auch ich angegriffen werde. Etwas beißt mich in die komplette Ferse…
Henry schaut nur sprachlos zu, bis ich ihn anbrülle, uns zu helfen. Er reicht ein Paddelriemen aus dem Boot…Ich fasse es…Henry zieht…schafft es nicht…Mare, seine Stranduntersuchung durch unser Geschrei unterbrochen, zieht jetzt mit…Mycroft wird ein zweites Mal attackiert…Ein fetter Wurm hat sich seines Hinterns bemächtigt, lässt aber bald wieder ab davon…in der einen Hand das Seil mit Mycroft dran, in der anderen das Ruder, das Mare hält, bin ich der Connector zwischen Fluss und Strand…Ich kämpfe mich einbeinig hüpfend zum Strand, mein gebissener Fuß wird bis zur Wade langsam taub.
Das Boot ist fast wieder im Wasser, als ich es erreiche und hinein klettern kann. Mit der betäubten Wade ziehe ich ein mehr als ein Meter langen, glatten Wurm an meiner Ferse an Bord…
Mare übernimmt das Seil, Mary-Ann sichert das Boot von der Küste aus, Henry zieht Mycroft über die flache Reling des Ruderbootes – mal wieder am falschen, vom Auskugeln genesenden Arm – und holt einen weiteren Wurm an Bord, noch ein wenig größer als meiner, dem ich mit meinem Dolch die saugende Ringmuskulatur transversal durchtrennte und ihn so entfernen konnte.
Auch Mycroft entledigt sich des Wurmes, er hat ein größeres Exemplar geangelt! Mit Rum desinfiziert Mare unsere Wunden. Auf Mycrofts Karte ist dieser Ort als Delicatessenfundort eingezeichnet, nicht als Katzengoldfundort. Diesen Irrtum haben wir soeben schmerzhaft aufgeklärt!
Aber wir kehren mit fetter Beute zurück: Ausreichende 9 Stück Katzengold und zwei ansehnliche Delikatessen – die Würmer, die wie irdische Neunaugen aussehen – scheinen also zu schmecken…
5pm Zurück in Ulthar suchen wir den altbekannten Gastwirt auf, der sich über die frischen Lampreys freut. Wir können einen Deal herausschlagen: Die Würmer – meiner 7 Pfund schwer, Mycrofts 9 Pfund; Einjährige, wie der Wirt bemerkt – gegen die Aufarbeitung der stinkenden Ritualroben aus dem Nachlass von Marion Allan.
Der Tuchmeister wird erst gegen 6pm im Wirtshaus eintreffen. Also noch mal kurz in die Bibliothek: Mycroft übergibt alle seine Magical ArtIfacts der Inuit aus dem Halifaxabenteuer dem Adeptuus Rieke gegen Ausleihverfügungsquittung für weitere Recherchen. Spontan kann er sie den Leng zuordnen. Es ist die dunkle Sprache eines weit entfernten Ortes…Ich erinnere mich…Ich spreche die Sprache…
6pm Im Gasthaus wartet der Tuchmeister auf uns. Wir entscheiden, die Allanschen Ritualroben nur reinigen zu lassen, damit wir sie heute noch wieder mit in die Anderswelt nehmen können. Ein Verstärken der magischen Symbole darauf hätte zu lange gedauert: 2 – 3 Monde!
Wir müssen das Traumland bis spätestens eine Minute vor Mitternacht wieder verlassen, die nächste Gelegenheit wäre erst wieder in 2 Wochen.
7:30pm Der Wirt serviert Lamprey-Stew vom Feinsten: deftig, fest, aber nicht fettig! Dazu serviert er moussierend vergorene Pilzhaut. Nach dem Essen wollen meine Mitstreiter wieder zurück zu Jo, doch ich kann sie überzeugen, den guten Fang in der Wirtschaft noch ein Weilchen zu feiern….
11:30pm Das perlende Pilzbier, das nach einem jungen Riesling-Wein schmeckt, tut meiner Wunde gut, und wir kehren kurz vor Portalschluss in die Holloway Street 24 zurück, um wieder durch das Schrankportal nach Exeter zurück zu kehren…









