Cognitio
Was für eine Nacht, ich habe schlecht geträumt. Sehr schlecht. Ich gehe mit Indi am Kai spazieren. Hm, die Bombay Star hat abgelegt.
Zum Frühstück das mir nicht recht schmeckt erzählen Ms Fiona und ich den Herrschaften von unseren Studien.
Der Vormittag wird dann eher kuschelig auf See verbracht. Einige Türrahmen werden neu verplankt. Wie ich erfahre aufgrund des gestrigen Disputs zwischen Kapitän und Lord.
Um zwei Uhr dann unser Termin. Seitenflügel der Bibliothek, oberstes Stockwerk, das Büro von Dr Ambiga Sreenevason, wir klopfen an.
Der Dekan scheint ein sehr gebildeter Mann zu sein. Bei einem leckeren Algentee kommen wir ins Gespräch:
Dr Sreenevason sieht sein Studium dieser Bücher eher im Zusammenhang mit der europäischen Geschichte. Er ist nicht an einzelnen Inhalten interessiert, eher an dem Kontext, z.B. ihre Verbreitung, Anzahl der Abschriften, dessen Ursprünge, usw.
Das Original von ‚De Vermiis Mysteriis‘ ist derzeit verliehen an einen Myzän. Er stiftete der Bibliothek auch eine französische Ausgabe dieses Buches, geschrieben Ende 1600. Dieses Exemplar stammt aus einer Kathedrale in Brüssel.
Der Myzän, Sir Chrichton, hat den Dekan darüber informiert das es sich keinesfalls um das Original handelt. Es handelt sich um eine sehr gute Fälschung! Da liegt doch der Verdacht nahe das Allen vor vierzig Jahren die Fälschung erstellt und dann ausgetauscht hat!
Es existieren weitere Abschriften und Exemplare:
In der Hermitage, lat. Ausgabe
Huntigton Bücherei, engl Ausgabe, „Mystery of the Worm“
Hamburg, eine eisern gebundene Ausgabe, „Anorganische Chemie“
Der Name Marion Allen sagt Dr Sreenevason nichts.
Wir zeigen dem Dekan die Schatulle und weisen auf die Zeichen auf den Innenseiten hin. Daraufhin erzählt er uns von einem weiteren Myzän ‚Harald Handie Copland‘. Er bereiste 1913 Indochina um dort das Plateau von ‚Zeng‘ und die Grabstätte eines gewissen Zhanzu zu finden. In diesem Grab befanden sich ‚Thanfu-Tafeln‘, sie sind derzeit im Besitz von Copland. Die Schrift auf den Tafeln ist die gleichen wie auf den Innenseiten. Schriftzeichen der Moo, ‚Naäkal‘ genannt.
Beim Abendessen kommt mir die Idee Sir Chrichton aufzusuchen. Nein, nicht jetzt, erst Morgen. Ich ernte entsetzte Blicke.











