The Letter Labyrinth
16 February 1919 Sunday 10pm
Wir brechen auf! Den Picknickkorb in der Crypta stehen gelassen, gehen wir in den Mittelgang hinein, in das Verteilerhexagon mit den Buchstaben in den Torbögen. Ich probiere, ob sie ein Wort ergeben: Jedenfalls keines, was ich kenne! Carla kommt auf die Idee, `ecceagnusdei´ könnte ein Buchstabenwegweiser durch das Labyrinth sein. Schließlich hat uns der Spruch bis hierher geführt. Wir probieren es – es scheint zu funktionieren. Nach `ecc´ schauen wir uns sicherheitshalber um und müssten nach `cce´ wieder im Verteilerhexagon stehen. Doch die Buchstaben haben sich verändert…
Zum Glück finden wir rasch zurück und beginnen mit den Seilen einen Ariadne-Faden durch die Hexagone zu legen. So können wir sicher zurück finden. Alle Gänge verlaufen horizontal, wir müssten irgendwann wieder auf einen Raum treffen, den wir schon betreten hatten, doch ist dies nicht der Fall. Wir sind in einem unterirdischen Bereich, der nicht mehr den Gesetzen der Physik gehorcht..!.!..
Die Buchstaben führen uns in einen runden, abgeschlossenen Raum, in dessen Mitte eine hüfthohe Stele mit einer leeren Mulde an der Spitze steht. Keine Kugel darin. Kazeem findet eine Flor Fina Banderole auf dem Boden. !!DAMNED!! Sir Chrichton hat sich die Portalkugel bereits weg geschnappt. Wir sind zu spät…I am close to losing my temper…
Ich probiere alle meine Portalkugeln durch. Jede passt perfekt in die Mulde, aber nichts passiert. Das Pendel des Menes erzählt mir, dass hier mal meine zweite Portalkugel lag, die Kugel, die Mycroft Sir Chrichton damals von der Bombay Star geklaut hatte. Mit leeren Händen müssen wir zurück kehren.
Es bleibt uns Zeit, den runden Raum am Ende des rechten Gang nach der Schwingtür mit dem hexagonalen Schacht in der Mitte zu untersuchen. Mycroft will hinunter klettern. Wir stellen uns im Kreis um den Schacht, jeder ein Seil in der Hand, mit dem Mycroft von uns allen gehalten wird. Wir lassen ihn langsam herab:
10m Mycroft riecht Wasser, der Schacht ist gemauert
20m Es gluckert in der Tiefe
50m Eine Nische, Mycroft greift hinein…
Ein gedämpfter Schrei…Wir ziehen ihn sofort hoch…Ein kurzer Widerstand, ein weiterer, gellender Schrei….“Pull, Pull“ gebe ich den Takt an, mit dem wir ihn in kürzester Zeit wieder nach oben holen. Mycroft taucht mit schmerzverzerrtem Gesicht aus dem Schacht auf. Henry zieht ihm am Arm über den Schachtrand. Mycroft schreit ein letztes Mal laut auf, bevor er in Ohnmacht fällt. Sein Ellenbogen liegt schräg abstehend und ausgekugelt auf dem Boden. Die Ladys nutzen seine Bewusstseinslosigkeit, ihn sofort wieder einzurenken. Kazeem trägt ihn hinaus in die Johannes Crypta.
Die mechanische Schwingtür muss verschlossen werden, was allerdings nur von innen geht. Nach kurzer Überlegung wird ein Seil an der Hinterseite der Tür angebracht, damit wir sie von außen zuziehen können. Kazeem schlägt in die Türzarge eine halbzylindrische Aushöhlung für das Seil. Mit einiger Anstrengung schließt die Tür bündig, das Seil wird passgenau abgeschnitten und der übrig gebliebene Spalt in der Wandverputzung mit Quark aus dem Picknickkorb optisch perfekt verschlossen.
Mycroft kommt wieder zu Bewusstsein. Er hat ein Tongefäß aus der Nische im Schacht mitgebracht. Bevor wir die Cathedrale wieder durch das Westportal verlassen, stecke ich noch, wie Küster Malroy versprochen, 20£ in den Opferstock. Auch Mycroft findet trotz seiner Schmerzen die Zeit für eine Donation!









