Exeter Crypta again
16 February 1919 Sunday 4:30pm
Auf dem Weg nach Exeter, mit Carla im Beiwagen, überkommt mich ein Déjà-vu eines alten Traumes bei der Einfahrt in die Stadt, als der Kirchenstuhl der Cathedrale in sich einfällt…Ein längst verweht geglaubter Albtraum kehrt zurück….Ich gebe Gas, es scheint mir, ich habe keine Zeit zu verlieren….
Die Cathedral of Exeter ist im vollen Sonntagsgeschäft. Ein Mönchschor gibt sich der Akustik hin. Carla hält sich die Ohren zu und atmet tief durch. Leise begeben wir uns zum Cryptaabgang und verschwinden unauffällig im 3-Sekunden-Takt hinter der Cordel, die die Treppe downstairs sichern soll…
Carla weist mich daraufhin, dass unter dem Cryptabogen ein Spruch eingelassen sei: Ecce agnus dei
Ich steige die dunkle Treppe hinab, bewegt, angenehm ängstlich, aber mit dem gelassenem Lächeln der letzten Abenteuer auf den Lippen schaue ich mir die Johannesstatue an: Es war erst vorhin! scheint sie mir zu sagen…Je maintiendrai…schiebt sie hinterher: „Ich werde aufrechterhalten“
`Hello, my dear ol´friend´ begrüß ich den Mönch im Sarg. Erkennt er mich wieder? Ich weiß es nicht zu sagen, aber er erzählt mir im Vorbeigehen seine Geschichte: Er ist ein Pilgermönch, der aus den Niederlanden aufgebrochen, seine spätmittelalterliche Glaubensrichtung der `Emitatio Christi´ mit ihrem zentralem Gedanken der `Devotio moderna´ bis nach England gebracht hat.
Ein Mönch hat jedoch keinen massiven Goldring am Finger, eher doch wäre er eine hohe klerikale Persönlichkeit, echoet es in mir…Ihm vor Jahren seinem knöchrigen Finger abgestriffen, ist er auf einmal wieder in meinen Händen…massiv Gold, ein Siegelring mit der Prägung `Ecce Agnus Dei´ , `Siehe, ein Lamm Gottes´
Als wir mit dem wenigen Licht, das wir haben, die Crypta ausleuchten, sehe ich eine kleine Öffnung am Boden. Als ich in die Knie gehe, klingelt es leicht in meinem Schädel, aber ich sehe deutlich vor mir eine kleine Ausformung, der sich mein Ringfinger langsam, aber sicher nähert….
Ich bin mir sicher, ganz klar…
Ein Lamm Gottes muss knien…
Der Siegelring fits the hole perfectly. Ein kurzer Druck hinein…knarren..,.knarzen – eine mechanische Apparatur fängt an zu arbeiten – und mit einem kurzen Ruck öffnet sich die Wand einen Spalt nach innen, den wir beherzt aufdrücken.
Ein Gang führt uns schnell in einen weiteren 6eckigen Raum, wie wir ihn schon aus der Johannes Crypta kennen. Von ihm führen drei weitere Gänge ab. Wir teilen uns in drei Zweiergruppen auf und verabreden spätestens nach 20m Ganglänge wieder umzukehren. Carla und ich nehmen den Mittelgang. Nach einigen Metern, aber längst nicht 20, erreichen wir ein weiteres Hexagon, von dem weitere fünf Gänge abführen. Jedes Tor hat im Scheitelpunkt des Torbogen einen Buchstaben eingraviert. Carla zeichnet sie ab. Wir kehren zurück; auch die anderen haben Räume gefunden, allerdings horizontal blind endend, mit tiefen Schächten.
Wir brauchen Ausrüstung. Wir wissen nicht was uns erwartet und haben Hunger. Wir können die Schwungwand jedoch nur von innen richtig verschließen und wollen sie aus Sicherheitsgründen nicht unbeaufsichtigt offen stehen lassen. Mycroft und Henry erklären sich bereit, die Wand von innen zu schließen und auf unsere Rückkehr zu warten, while we are hurrying up to prepackage our equipment…









