Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Der längste Tag meines Lebens

Nach einger Zeit komme ich wieder auf meine zitternden Beine. Ich bin verwirrt, die Magie ist aufgelöst , keine geschrumpften Arme oder Beine. Das ältere Zeichen hat mich wohl vor bleibenden Schaden bewahrt. Wir klettern die Seile empor und befinden uns nun in einem der Priesterhäuser(wahrscheinlich des Thomas, denn Howard entdeckt Papyri dieses vermeindlichen Bruders Tommy.) Wir entdecken einen Krug angefüllt mit goldenen Münzen – dafür ist später noch Zeit. Wir erkunden die Umgebung und entdecken weitere Priesterhäuser um das Zentralheiligtum. Der Lord erbittet das Amulett und beginnt einen Tarnzauber. Er verwandelt sich in einen äusserlich von diesen Kultisten nicht zu unterscheidende Kreatur, auch sein Gebrabbel ist nun unverständlich für uns. Er soll, so der Plan, das Haus des Lebens auskundschaften.

Nach einiger Zeit kehrt der Lord in Kultisten-Tarnung zu uns zurück und berichtet, nach dem Aufheben des gewirkten Zaubers, von seinen Entdeckungen. Die innere Tempelanlage, das Haus des Lebens wird von einer riesigen, güldenen Wächterstatue bewacht – ohne Tarnung – kein Betreten. Wir entschliessen uns noch einige erreichbare Priesterhäuser auszuforschen, welche uns ohne Gefahr der unmittelbaren Entdeckung erscheinen.

Einige Zeit später, der nun schon bekannte sinneverzehrende, unmenschliche Laut – wir bekommen „Besuch“. Kazeem und ich machen uns auf die Neuankömmlinge – es können nur Carla und Mare sein – abzuholen. Also zurück zum Loch – ich gebe Lichtzeichen und nachdem wir die Beiden auf unserer Seite haben, fällt mir ein weiterer Stein vom Herzen – Mare etwas fusslahm – bringt mir meine Ausrüstung mit – ich fühle mich weniger „nackt“. Das Wiedersehen hebt nun auch die Stimmung aller Anderen deutlich. Carla berichtet von ihrer Befreiung aus der Abschiebehaft der italienischen Botschaft durch Mr Winterbottom – dieser Tausendsassa! Artig trinkt der Lord seine „Medizin“. Nun durchsuchen wir Thomas Priesterhaus erneut. Ich zeige Mare den Krug mit den goldenen Münzen, welche sie sich verzückt näher betrachtet. Eine Handvoll der Münzen, welche Mare aus dem Krug ausgeschüttet hatte, um sie sich genauer anzusehen, verschwinden in meiner Tasche. Unter einem Regal an der Wand entdecken Howard und ich, unter anderem drei goldene Schalen, eine auffällig mit Hiroglyphen verziert. In einem Augenblick der Stille kann ich nun sehr deutlich eine bekannte weibliche Stimme vernehmen und mit dem Fernglas, gefesselt an eine Stele, die Quelle eben jener entdecken. An weiteren von hier einsehbaren Stelen sind bekannte Personen gefesselt, Jane Leigh, Mr Weidner, Karl Otto Paschinke, Ms Peabody – und auf dem Altar unzweifelhaft – Jennifer Collins. Nach gemeinsamen Beratschlagen, es ist dunkel geworden, beginne ich nach Fackelmaterial zu suchen. Howard ist geradezu schockiert, als ich mit Thomas Kleidungsstücken Fackel herstellen will. Also sehe ich davon ab, zerlege ein Bett, befülle eine der goldenen Schalen mit gutem Rum und bastele einige Fackeln aus Teilen des Bettes und einem Wandbehang, den ich in Streifen schneide, mit Draht an den Hölzern befestige und anschliessend in Rum tauche. Die nun leere Schale verstaue ich im Rucksack. Eine Fackel in den Gürtel, eine weitere in der Hand, in der anderen die nun angebrochene Buddel Rum.  Angriff!

Auf dem Weg zum Ritualplatz halten wir kurz inne – eine bei Tage nicht sichbare violette Kuppel überspannt den Ritualplatz (oder gab es sie bei Tage noch nicht ?) und umschliesst Stelen und Altar. An jeder Stele ist nun auch noch ein Priester mit Krummdolch erkennbar, und auch am Altar ist die schwangere Jennifer, nun für uns einsehbar, von einer priesterlichen Kreatur bedroht – nun aber los. Jane wird des Schimpfens nicht müde und ist großartig darin Ihren Zorn und Unmut zu verkünden. Wir überlegen kurz die Durchlässigkeit der violetten Kuppel zu prüfen, aber wir müssen den Durchgang ohnehin versuchen – also weiter und hinein, die Fackeln entzünden – schon bewegen sich diese priesterlichen Kreaturen des Kultes von den Gebundenen fort, auf uns zu. Carla, Mare und ich halten uns links, dicht an Ms Leighs Stele und bekämpfen die auf uns zukommenden Priesterschergen. Zu dritt halten wir eine Linie und schlagen so einen anstürmenden Priester nach dem anderen. Dann wird Mare getroffen und mein Rumflammstoß verschafft Carla und mir nur eine allzu kurze Verschnaufpause, aus dem Augenwinkel sehe ich Kazeem eine Fackel werfen – gute Idee – so bekämpfen auch wir die letzten Feinde. Carla kämpft energisch auch mit dem älteren Zeichen und erledigt den letzten im Handstreich, Respekt. Meine letzte Fackel schickt einen Schergen in den Flammentod und ich sehe den Oberpriester eine weitere farbige,grüne Sphäre heraufbeschwören. – Ich brauche eine Waffe – zurück zur Fackel, der Dolch eines Priesters – in den Gürtel, meine Fackel hah – schon laufe ich auf den Altar zu – und finde mich im Dreck wieder. Ich bin von dieser neu erschaffenen, altareinschliessenden grünlichen Sphäre aufgehalten worden. Carla, nun neben mir, schreit und schleudert das Amulett auf diese Priesterkreatur. Es durchdringt die altarschützende Sphäre, der Priester aber – fängt es im Fluge und mit einer Geste fegt er Carla zu Boden.

Ich helfe Ihr auf die Füße und wir umringen diese Barriere. Hand in Hand bekämpfen wir gemeinsam diese Magie. Der Lord führt diesen, unseren rituellen Angriff an – im Namen Mithras, dem Kult des Stiertöters, jene Macht zu brechen. Ewigkeiten ringen wir mit dieser abscheulichen Macht. Sichtbar schrumpft die grüne Sphäre, dann erstarkt sie erneut… Anch en Met darf nicht in unsere Welt gelangen. Nach weiterem zähem Ringen, die grüne Sphäre schwindet und endlich ist es vollbracht, sie ist in sich zusammengebrochen. Howard erlöst den letzten Diener Anch en Mets durch das reinigende Element des Feuers. Carla springt, der nun über dem Altar schwebenden Jennifer zur Hilfe, auch ich helfe sie festzuhalten, halten sie und ihr noch Ungeborenes, in dieser Welt. Ein Sturm kommt auf, oder wir fallen nur alle zurück in diese Welt. Meine Augen sehen einen tiefblauen Nachthimmel über mir, wunderbar sternenübersät, ich rappele mich auf und laufe auf Ms Leighs Stele zu, krame Zange und Hammer hervor und beginne diese Fessel zu sprengen. Die nun befreite Ms Leigh lächelt mich an, mein Zittern ist in einem Augenblick verschwunden, schon ist sie auf dem Weg der schwangeren Freundin beizustehen. Nach und nach arbeite ich mich von Stele zu Stele und befreie die, die noch in Ketten.

Nicht allzuviel später entbindet Jane Collins Ihren Sohn Taurus. Von dieser „Anderen Realität“ ist nichts übrig geblieben, nicht einmal dieser abgründige Schlund ist noch da. Kazeem kümmerte sich um Mare, die ist inzwischen wieder auf den Beinen, aber noch sehr blass um die Nase. Sie erweist sich, nicht zum ersten Male, als ausdauernd und extra zäh. Nachdem wir uns alle gesammelt haben, die wichtigsten Dinge geklärt wurden, machen wir uns alle gemeinsam auf den langen Marsch zurück in die Zivilisation. Howard sagt er kennt den Weg, also laufen wir, zur Abwechslung am Fluß entlang, Luxor entgegen. Nicht nur Mare gehört in ein Hospitalbett. Mit dem kommenden Sonnenaufgang beginnt der erste August 1918.