Down the White Chapel Labyrinth
4 July 1922 Karnak 2pm Weiße Kapelle
Nachdem Forschungsassistent Aberthy die Grabungsstelle auf dem Weg zum Telegraphenamt verlassen hat, statten wir uns mit Seilen und Carbidlampen aus seinem Materiallager aus und öffnen erneut die Siegelplatte der `Weißen Kapelle´.
Howard verbleibt am Eingang und bewacht den Flaschenzug.
Er gibt mir seine Flasche Weltraummet, mit der man im luftleeren Räumen überleben kann.
Küchenzeltjunge Salim wird uns begleiten.
Die Treppe hinab,
folgen wir den Gängen. Einer endet in einer Kammer mit Wandbildern, die das Leben und Wirken von Pharao Sesostris verherrlichen. Skorpione beschützen und bewachen ihn!
Wir kehren um und gehen weiter abwärts. Die Gänge teilen sich immer wieder in linke und rechte Abzweigungen. Wir folgen den Kreidepfeilen, die von Thomas Ward dort aufgebracht worden sind. Allerdings können sie nur von Henry & Mary-Ann gesehen werden. So stehen wir bald vor einer tiefen, dunklen, 20m breiten Schlucht. Auf der anderen Seite befinden sich zwei steinerne Kippbrücken. Auf unserer Seite eine 5m hohe Statue der Isis: Sie kniet und ihre Flügel werden von Schlangen am Boden gehalten. Davor liegen 8 Bodenplatten, die verschiebbar sind. Wir erkennen ein Schiebepuzzle und können aus den Fragmenten ein Horusauge zusammensetzen. Die Schlangen lassen daraufhin los, Isis‘ Flügel schnellen in die Höhe und die Steinbrücken senken sich herab.
Wir nehmen die rechte Brücke: „Erblicke den rechten Weg“
Nach kurzer Zeit eine neue Abzweigung. Indy erschnüffelt den Weg nach rechts und wir stehen bald in einer 2.Kammer. Der Boden wird von vielen Steinplatten gebildet, auf denen jeweils eine Hieroglyphe abgebildet ist. Bei genauerem Hinsehen bedecken sie einen abgrundtiefen, schwarzen Graben…
Carla findet hier eine weitere Seite des Tagebuch von Ward: Die Hieroglyphen stellen ein Rätsel dar, das für ihn klar und offen vor seinen Augen liegt. Schlagartig wird mir klar: Senostris! Sein Name in Hieroglyphen! Auf einer bereits gefundenen Tagebuchseite befinden sich die Namenskartuschen des Pharaos. Mit ihr können wir die richtige Reihenfolge des Betretens der Hieroglyphen-Bodenplatten bestimmen und die 2.Kammer überwinden!
Bald erreichen wir einen schmucklosen Raum, von dem 3 weitere Gänge abgehen. Über einem befindet sich ein Verschlussstein, der wahrscheinlich absenkbar ist. Auf dem Boden liegt Sand, in der Mitte ein erhöhter Sandkegel. Die Sandschicht erweist sich als dünn auf hartem Boden und kann weggewischt werden. Henry arbeitet sich so auf allen Vieren kriechend zum Sandkegel vor. Nach 5m kippt er einfach um. Wir ziehen ihn an der Sicherheitsleine wieder zurück. Er ist bewusstlos und kann trotz körperlicher Unversehrtheit nicht zurückgeholt werden.
Carla geht nun aufrecht vorsichtig nur 2m in den Raum hinein und fällt dann ebenso bewusstlos um wie Henry. Auch sie wird mit dem Sicherungsseil aus der Gefahrenzone gezogen. Van Miller geht als nächster hinein, mit dem Rücken an der Wand. Erst sieht er auf dem Sandkegel eine „durchstossene Form“ liegen, dann erkennt er einen Dolch. Doch es ist eine Brille. Wahrscheinlich die von Ward…
Durch den Raum fährt ein Windstoß, führt modrige Luft mit sich, ein Lachen ertönt. Wir alle fallen bewusstlos in eine dunkle, abstoßende Vision: In Blutnebel getaucht, fliehen der Earl von Clarendon und sein Butler Fitzpatrick II. aus dem Grabgang mit dem Verschlussstein, verfolgt von einem dunklen Wesen, voll von dunkler Macht.
Wir erwachen mit Kopfschmerzen!
Der Verschlussstein vor dem Grabgang hat sich abgesenkt und ihn verschlossen.
Vor dem Eingang zum Kreuzungsraum fiel uns schon beim Betreten eine unbekannte Hieroglyphe auf, die aussah wie ein Schalter. Sie war jedoch ein Stopfen, der eingeschlagen wurde und aus dem Sand rieselte. Der Schließmechanismus für den Grabgang! Warum wurde er erst jetzt ausgelöst und nicht schon gleich nach Vollendung der Anlage? Und von wem?
Überraschenderweise sind wir bereits 1 Tag hier unten und wollen nun zurück an die Oberfläche. Doch die Steinbrücken in der 2.Kammer sind wieder hochgezogen; der Weg über die Schlucht ist versperrt. Wir müssen einen anderen Ausgang finden und gehen zurück, diesmal in den linken Gang. Sackgasse um Sackgasse zwingt uns wieder in die 3.Kammer zurück. Der letzte unbekannte Gang ist der inzwischen verschlossene. Der Verschlussstein wird gesprengt und weggeräumt. Wir erreichen nach mehreren Abzweigungen und Sackgassen dann eine 4.Kammer:
In ihr ein großer Steintisch an dem Steinthrone stehen. Es sieht aus wie ein Versammlungsraum mit großer Tafel. Es ist feucht, es riecht schimmlig, aus dem Schlamm auf dem Boden ragen Skelettteile. An den Wänden Rinnsäle von Wasser…
Ich erinnere mich an eine Überlieferung von Herodot: Die Halle der Nitocris.
Sie war eine Pharaonin, auf den Thron gezwungen nach dem Mord an ihrem Vorgänger, ihrem Bruder. Sie ließ eine Festhalle errichten und lud die Mörder zu einem Bankett ein. Die Halle konnte unter Wasser gesetzt werden und so rächte sich Nitocris, indem sie alle Brudermörder in ihr ertränkte…
Wir hören wieder ein Lachen. Eine weitere Kopfschmerzvision ereilt uns:
Aus der Sicht des Earl of Clarendon auf der Möbius-Expedition erleben wir, wie die Halle der Nitocris sich mit stürzenden Wassermassen füllt, seine Frau von ihnen verschlungen wird und ertrinkt. Der Earl kann nur zuschauen, bis ihn sein Butler Fitzpatrick II. in letzter Sekunde das Leben rettet, bevor sich der Eingang zur Halle verschließt.
Als wir aus der Ohnmacht erwachen, brennen die Feuerschalen an der Wand.
Es ist wieder 1 Tag vergangen…
Wir folgen einem der Ausgänge aus der Halle und und stehen bald in einer 5.Kammer:
Szenen aus dem Totengericht an den Wänden, zwei Sarkophage in der Mitte, von Stelen umrahmt.
Auf dem Boden liegt wieder eine dünne Schicht Sand, in die Zeichen hineingeschrieben worden sind.
Eine Seitenkammer enthält Grabbeigaben, Kanopen und Waffen:
Ein Ritualdolch mit einer Sanduhr als Griff, magisch hoch aufgeladen.
Mein Pendel flieht senkrecht nach oben vor der Energie…
Das Khopesh, ein Krummschwert, Insignie königlicher Macht, ist deutlich geringer magisch aufgeladen, ein weiterer Streitkolben nur schwach.
Carla erkennt den Dolch!
Er war auch abgebildet auf dem Pergament der Ritualdolche, die sie auf dem Basar in Cairo erstand…
Sie steckt ihn ein, eingewickelt in ein Tuch. Es durchzuckt sie, und der Dolch spricht zu ihr: „Benutz mich!“ Sie spürt, wie er seine Magie auf sie überfließen lässt und sie zunehmend energetisch auflädt. Carla schafft es nur unter Mühen, ihn loszulassen und überträgt ihren magischen Überschuss sofort auf mich.
Mare greift sich den Dolch und verfällt ihm sofort.
Mit Mordlust geht sie auf uns los….
Carla verpasst ihr einen doppelten Knockout mit ihrer Wasserflasche.
Der Ritualdolch wird in eine Crux Ansata Schutzrobe gewickelt, seine Energie so eingedämmt und gebändigt.
Eine Anubis Statue in der Kammer hält die Waage der Maat.
Mit ihr wird beim Totengericht die Reinheit des Herzens geprüft. In der einen Waagschale liegt eine Feder, auf der anderen ist ein Handabdruck zu sehen. Mein Pendel schwingt deutlich, aber ruhig zwischen den Waagschalen hin und her: Sie sind magisch miteinander verbunden!
Van Miller wagt, seine Hand in die eine Schale zu legen. Doch er hat die Reinheitsprüfung wohl nicht bestanden, denn sofort erheben sich aus den Sandzeichen auf und aus dem Boden 4 Mumien, die uns angreifen.
Ich greife mir das Krummschwert aus der Nebenkammer und kann damit eine Mumie auf Abstand halten. Wir fliehen aus der Halle und und werden von den Mumien verfolgt. Auf dem Rückzug werden sie nacheinander erledigt. Van Millers Schrotflinte ist hier sehr hilfreich.
Wieder zurück zum Totengericht. Salims reines Kinderherz öffnet mit der Hand in der Waagschale den verschlossenen Gang in der Kammer. Er führt weiter herab, in pechschwarzes Ganggestein und letztendlich in eine riesige, rechteckige tiefschwarze Kammer. Dies ist der Boden der unterirdischen Pyramide, deren Abschlussstein, das Pyramideon, die `Weiße Kapelle´ an der Oberfläche ist!
Ein Altar in der Mitte
geöffnet, weiter in die Tiefe lockend…



















