Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Dr. Phillip Semmelweis

72 Jahre, Arzt

Ein Arzt der alten Garde, der seinen Freund, den Earl, bei dem verhängnisvollen Ausflug mit dem U-Boot begleitete. Sein Spezialgebiet ist die Erforschung des noch jungen Themas „Hygiene“ in der Medizin. Er arbeitet gerade an kautschukbasierten
Handschuhen für Ärzte. Er lebt seit seiner Geburt in Wien und verreist nur, wenn es nötig ist. Durch das Verfassen wissenschaftlicher Artikel in internationalen Magazinen und seine Freundschaft mit dem Earl verfügt Dr. Semmelweis über gute Englischkenntnisse.

Samantha Derby lädt ihn auf das Sanatorium Rabenfels, indem sie ihm in einem Briefwechsel empfiehlt, dort einen Vortrag über seine Arbeit zu halten. Auf Rabenfels befänden sich immerhin zahlreiche einflussreiche Vertreter der oberen 10.000, die ihn bei seinen Studien vielleicht finanziell unterstützen würden.

Phillip Semmelweis setzt sich Zeit seines Lebens für die Einführung strengerer Hygienevorschriften einsetzte und als Arzt in Wien und Ungarn praktizierte.

ST 35 KO 45 GR 50 IN 75
MA 60 GE 45 ER 50 BI 90

Trefferpunkte: 9
Geistige Stabilität: 30
Schadensbonus: 0
Statur: 0
Magiepunkte: 12
Bewegungsweite: 3
Angriffe: 1
Nahkampf (Handgemenge) 40% (20/8), Schaden 1W3
Ausweichen 22% (11/4)
Fertigkeiten: Bibliotheksnutzung 60%, Medizin 80%,
Naturwissenschaft (Chemie) 50%, Verborgenes er-
kennen 55%
Sprachen: Deutsch 90%; Englisch 60%, Latein 70%

Glaube/Weltsicht: Gründlichkeit und Reinlichkeit retten ebenso Menschenleben wie ein besonnener und ruhiger Geist.
Wesenszüge: Konservativ, spröder Humor, gründlich und zuverlässig.

TRANSKRIPT: DER HYGIENE-VORTRAG (der letzte Vortrag)

Dr. Phillip Semmelweis steht am Pult. Er wirkt gealtert, fahrig, die Haare sind wirr. Seine Stimme ist leise, sachlich, steigert sich aber allmählich in einen wissenschaftlichen Fanatismus. Er spricht nicht von Monstern, sondern von Biologie – was es für die Zuhörer umso beunruhigender macht.

„Meine verehrten Damen und Herren, geschätzte Kollegen und Kurgäste.

Wir rühmen uns, in einem Zeitalter der Aufklärung und der modernen Medizin zu leben. Doch lassen Sie uns einen Blick zurückwerfen. Im Jahre 1847 sprach mein Namensvetter Ignaz Semmelweis von etwas Unvorstellbarem. Er entdeckte das sogenannte ‚Leichengift‘. Er erkannte, dass die Ärzte selbst, mit ihren bloßen Händen, unsichtbare Partikel in die Wöchnerinnenstationen trugen. Man lachte ihn aus, man nannte ihn einen Narren. Heute wissen wir: Er hatte recht.

In den letzten Jahren hat uns die verheerende Grippe-Pandemie eine weitere, bittere Lektion erteilt. Der Feind reist in der Luft. Mit jedem unbedachten Atemzug, den wir tun, ziehen wir potenziell den Tod in unsere Lungen. Die bewusste Kontrolle über unseren Atem – über das, was wir in unseren Körper einlassen und was wir ausstoßen – ist zu einer Frage des reinen Überlebens geworden.

Doch die moderne Mikrobiologie offenbart uns Gefahren, die weit älter und komplexer sind als einfache Bakterien. Betrachten Sie die Natur, etwa die Pilze in unseren tiefen Wäldern. Was wir an der Oberfläche sehen, ist bedeutungslos im Vergleich zu dem gigantischen, unsichtbaren Myzel-Netzwerk, das im Verborgenen wuchert, kommuniziert und den Boden durchdringt.

Nun stellen Sie sich vor, solche uralten, hochkomplexen Sporengeflechte existieren nicht nur im Waldboden. Stellen Sie sich vor, sie ruhen im ewigen Eis oder in den unerforschten Tiefen der Ozeane. Pathogene, die keine simple Krankheit auslösen, sondern wie eine dunkle Saat fungieren. Wenn eine solche Saat in den menschlichen Organismus gelangt, befällt sie nicht die Lunge. Sie wurzelt im Nervensystem. Sie verändert das Denken, sie vernetzt den Wirt mit etwas … Größerem.

Die Medizin von heute ist noch immer blind für diese schleichenden Parasiten. Die wahre Kunst der Heilung liegt in der absoluten Isolation.

Er zieht mit langsamen, zitternden Händen ein Paar makellos weiße Gummihandschuhe aus seiner Brusttasche.

Diese weißen Handschuhe, meine Herrschaften, sind keine reine ärztliche Vorsichtsmaßnahme. Sie sind unsere letzte Barriere. Ein künstliches Gewebe, das den Willen der fremden Organismen von unserem eigenen Fleisch isoliert. Solange wir diese Barriere aufrechterhalten, sind wir geschützt vor den stillen Infektionen, die uns von innen heraus umformen wollen. Tragen Sie Sorge für Ihre Grenzen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.