Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

CELERITAS II


Mit dem Bayern-Express S 3/6 erreichen wir Nürnberg Hbf in der Früh. Es wr eine ruhige und erholsame Nachtfahrt.

Vorort stehen im Angebot mehrere Fahrzeuge, besonders interessant ist der Benz 10/30, ein 6-Sitzer, 75 km/h, Trittbrett, Dachgepäckträger (Reling) und Komfort. Für 50 Millionen Reichsmark erwerbe ich kurzerhand das Automobil. Zusätzlich erhalten wir eine Karte vom Gebiet, den Reiseführer „Oberpfalz“, ein zweites Ersatzrad, die Bedienungsanleitung und diverses Zubehör. Es geht los. Mrs de Fleur steuert noch bei der Ausfahrt vom Hof das Automobil gegen die Wand. Schade. Anschliessend würgt sie den Motor ab. Schade. Bei ihrem dritten Versuch stösst sie auf der Straße fast mit einem weiteren Fahrzeug zusammen, wir müssen uns wüstes Geschimpfe auf bayrisch anhören, das ich nicht übersetzen möchte. Es übernimmt Ld Carnarvon die Steuerung und setzt das Fahrzeug zielgerichtet gegen einen Baum. Totalschaden! Der Verkäufer, er freut sich und gegen weitere 50 Millionen Reichsmark erwerbe ich ein Ersatzfahrzeug und wir verlieren keine weiteren Worte über den Vorfall. Mrs von Humboldt übernimmt ab nun und kommt mit dem Fahrzeug besser zurecht, meistert die Straße vorbildlich.

Meine Taschenuhr zeigt 18:00 Uhr als wir Dorf Rabenfels erreichen. Eigentlich ein malerischr Ort, wären da nicht die geschlossen Fensterläden, die vertrockneten Blumen, die eiligen Einwohner mit ihren gesenkten Köpfen. Eine eher bedrückende Stimmung.

Im Wirtshaus „Zur Schwarzen Feder“, ein altes Fachwerkhaus, kehren wir schliesslich ein. Der Wirt macht einen fröhlichen Eindruck und ist, wie sich noch zeigen wird, sehr gesprächig. Ich bestelle 5 x Schweinsbraten an Knödel und Sauerkraut für die Runde. Und ein Mass Bier.

Der Wirt beantwortet bereitwillig unsere Fragen: Er erzählt uns von dem Mähzen Johannes Esse, dem Sanatoriumsleiter. Dieser hat die Kirche errichtet, am Sonntag besucht er zuweilen die Messe. Das Dorf hat rund 90 Einwohner + umliegende Bauern, die regelmässig einkehren. Sehenswürdigkeiten sind die örtliche Käserei, das Heimatmuseum, die Dorfkirche und am Samstag ist ein Markttag. Der Bus, er fährt 1 x die Woche.

Gegen den Willen von Mrs von Humboldt nächtigen wir hier und buchen die zwei verfügbaren Zimmer für 10 Millionen Reichsmark. Mrs von Humboldt schläft in meinem Automobil.