Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Vom Kult der schwarzen Saat: Die Heimkehr

Die Heimkehr

18th February 1922
Neuseeland
Die verbliebenen Mitglieder der Quest Expedition verweilen auf der Winterbottom Ranch, Kokonga, Neuseeland. Im Kaminzimmer von Colonel Mycroft Winterbottom wird bis spät in die Nacht die vergangenen Ereignisse besprochen und weitere Vorhaben durchgesprochen. Die unauffällige Rückkehr nach England und damit in die Öffentlichkeit gibt den Abenteuern sehr zu denken.
Edinburgh
Zeitgleich befindet sich Henry Walton Jones in und erhält eine Nachricht, daß ein alter Freund sich versucht hat, bei ihm zu melden. Laut seiner Sekretärin war Kapitän Ragnar Wigbold sehr nervös und hat wegen dem Verdachts der Verfolgung erneut das Weite gesucht, nicht ohne eine dunkle mysteriöse Warnung zu hinterlassen.
Ägypten
Howard Carter ist sichtlich angespannt. Er konnte die Arbeiter seit 3 Wochen nicht bezahlen und die Ausgrabungen stocken. Er konnte bisher keine Kontakt mit seinem Finanzier, Lord Carnarvon aufnehmen, um über die Finanzierung der sechsten Grabungssaison eine Vereinbarung zu treffen. Er beginnt einen Brief zu schreiben, um die Dringlichkeit sowie die Erfolgsaussichten klar darzulegen.

19th February 1922
Es wird sich entschieden, daß Mr. Winterbottom postmortem den Expeditionsleiter vor der Presse spielt. Man einigt sich die baldige Rückkehr. Es werden die Polarkleidung sowie notwendige Utensilien. Fyona Winterbottom fährt im der großen Kutsche alle Mitglieder zu verborgenen Landungsstelle. Nach einer kurzen Überprüfung des Rettungsbootes verwandelt sich Mycroft Winterbottom in den Expeditionsleiter Ernest Shakleton. Unter großer Anstrengung erklimmen die Gefährten durch das unwegsame Gelände den mühsamen Weg bis zum nächstliegenden größeren Dorfschaft. Es dauert länger als erwartet und die Kräfte schwinden, es müssen mehrere Rasts eingelegt werden.

20th Februar 1922
Ankunft morgens 7.20 am. In der kleinen Wache spricht der Ernest Shackleton vor und schildert Ihre Not. Der Rest des Teams ist sprachlos und zu ausgezehrt vom Marsch. Ihnen gelingt das Schauspiel und die überforderten Polizisten bringen die Überlebenden nach Dunedin. Dort wird beim Bürgermeister vorgesprochen und dank der Bekanntheit von Lord Carnarvon und Ernest Shackleton wird sich sogleich um ärztliche Versorgung, Unterkunft und Verpflegung gekümmert. Die Gefährten werden untersucht im Krankenhaus von Dunedin. Carla di Fiona muß unter Aufsicht im Krankenhaus bleiben, der Rest wird im besten Hotel der Stadt unterkommen. Der Expeditionsleiter schreibt ein Telegramm an seine Frau und vereinbart eine Pressekonferenz für morgen 3pm in der Hotellobby.

Traumnacht
Mare und Carla träumen sich auf die Waldlichtung. Voller Tatendrang versuchen sie Pilze sammeln, leider erfolglos. Sie werden von den Blitzwürmer vertrieben. Ein Raubüberfall wird vereitelt mit einem satten Tritt in die Weichteile. Carla versucht noch die Räuber zu bestehlen, kann jedoch lediglich ein langes Messer erbeuten, während die trotteligen Schurken das Weite suchen. Die beiden Frauen beschließen nach Ulthar zu reisen. Dort ist Markt, es wird Halstee für Carla Stimme erworben. In der nahegelegenen Kneipe wird dieser und einem Humpen Ale genossen. Die Bibliothek hat noch kurze Zeit geöffnet, sodaß die beiden noch eine Recherche über den Dolch des Nephren-Ka machen können.

21th Februar 1922
Leise und gedämpft nehmen die Freunde ihr Frühstück zu sich. Ernest Shackleton bereitet sich auf die Rede vor. Mare bleibt auf ihrem Zimmer.
3pm: Die Abenteurer, angeführt von Expeditionsleiter Sir Ernest Shackleton, betreten die Lobby.
Der Lord gibt es abgemagertes und krankes Bild ab, er braucht einen Gehstock. Auch die restlichen Mitglieder sind zugegen und sehen abgekämpft und gebrochen aus. Es werden Photos geschossen. Auf der Bühne steht Sir Ernest Shackleton. Er tritt langsam an das Rednerpult, legt seine Hände darauf und blickt lange ins Publikum, bevor er spricht.

Meine Damen und Herren, Ladys, Lords und Freunde.
Wir sind zurückgekehrt.
Vor beinahe 6 Monaten verließen wir Portsmouth an Bord der Quest. Wir waren voller Hoffnung. Wir waren getrieben von dem… unstillbaren Hunger, den der Menschheit eigen ist – dem Hunger, hinter den Horizont zu blicken, dorthin zu gehen, wo die Karten weiß sind. Wir wollten die letzten großen Geheimnisse des antarktischen Eises lüften.
Heute stehe ich vor Ihnen… als Kommandant einer Expedition, die ihre wissenschaftlichen und menschlichen Ziele, die Rettung unseren verschollenen Kameraden, nicht erreicht hat.
Ich werde die Wahrheit nicht beschönigen. Wir sind gescheitert. Wir sind an einem Feind gescheitert, der keinen Verstand hat, aber einen unendlichen Willen. Wir sind am Eis gescheitert. Wir sind am Sturm gescheitert. Der Süden… der große, weiße Süden… hat uns dieses Mal nicht nur abgewiesen. Er hat versucht, uns zu verschlingen. Wir segelten in einen Ozean aus gefrorenem Zorn. Stürme, so gewaltig, dass sie die See in eine tobende, graue Wand verwandelten. Temperaturen, die nicht nur das Wasser gefrieren ließen, sondern auch die Hoffnung in den Herzen der Männer.
Die Quest, unser tapferes Schiff, kämpfte, wie nur ein Schiff kämpfen kann, aber das Packeis war unerbittlich. Es packte uns, es hielt uns fest, und es begann, uns zu zermahlen.
Als das Schiff verloren war… als wir auf dem treibenden Eis gestrandet waren, Hunderte von Meilen von jedem bekannten Land entfernt… da begann der wahre Test.Die Entdeckung war nicht mehr unser Ziel. Das Überleben war unser einziges Ziel. Und in diesem Moment… in diesem Moment der absoluten Verzweiflung, sah ich den wahren Ruhm des menschlichen Geistes. Ich sah Männer, die ihre letzten, gefrorenen Bissen Rationen teilten. Ich sah Männer, die ihre eigenen Erfrierungen ignorierten, um sich um die Füße ihrer Kameraden zu kümmern. Ich sah einen Mut, der nicht in Büchern gelehrt wird, sondern der im Angesicht des sicheren Todes geschmiedet wird. Aber dieser Ruhm… dieser Ruhm hat einen Preis, den ich niemals zu zahlen hoffte.
Wir sind heute hier. Aber wir sind nicht alle hier. Wir haben Männer zurückgelassen.
Wir haben Frank Wild, meine rechte Hand, meinen treuesten Kameraden, dem Eis übergeben müssen. Wir haben Worsley, unseren unfehlbaren Navigator, verloren, als das Eis aufbrach. Wir haben Macklin und McIlroy, unsere tapferen Chirurgen, verloren, die bis zum Schluss versuchten, andere zu retten, und dabei ihr eigenes Leben gaben. Wir haben Kerr, den Jungen… wir haben Green, unseren Koch… wir haben sie im Blizzard verloren. Wie auch Douglas, Jeffrey, Marr, Hussey, Packardt, McLeod, Wilkins, Smith, Mooney, Bee-Mason, Piccard, ja selbst Query.
Ihre Gräber sind eine Meile tief im Ozean oder markiert durch einen Haufen Schnee, den der nächste Sturm bereits davongetragen hat.
Man wird mich fragen: „War es das wert?“ Für die Karten? Nein. Für die Wissenschaft? Nein.
Aber wenn Sie mich fragen, ob es das wert war, Zeuge der unbezwingbaren Stärke der Seele zu sein? Keinen Versuch zu unterlassen, die verlorenen Gefährten der Aurora zurück nach Hause zu holen?
Zeuge zu werden, wie Männer dem Tod ins Auge blicken, nicht mit einem Schrei, sondern mit einem letzten Scherz, mit einem letzten Händedruck der Kameradschaft? Dann sage ich Ihnen… es gibt keinen größeren Ruhm.
Wir, die wir zurückgekehrt sind, sind nur die Boten. Wir sind die Überreste einer großen Hoffnung. Wir bringen die Geschichte derer zurück, die nicht zurückkehren konnten.
Die Quest ist gescheitert. Aber der Geist, der uns antrieb, ist nicht gescheitert. Er lebt in den Erinnerungen, die wir tragen, und in der Schuld, die wir empfinden – der Schuld, überlebt zu haben. Unser Triumph ist, dass wir atmen. Unsere Tragödie ist, dass wir allein atmen. Wir sind zurückgekehrt. Aber wir sind für immer unvollständig.
Ehre sei… Ehre sei den Männern, die im Eis geblieben sind. Sie sind die wahren Eroberer.

Sir Ernest „Shakley“ Shakleton

Die Gruppe versammelt sich im Zimmer vom Lord und man beschließt, baldmöglichst eine Fahrt nach England zu buchen. Es werden Bordkarten erworben und Vorbereitungen getroffen.

22th February 1922
Es werden einige Kleidungsstücke und normale Haushaltsgegenstände erworben sowie sonstige Vorbereitungen getroffen. Shackleton besucht und informiert Carla di Fiona im Dunedin Hospital.

23th February 1922
10 am: Onboarding auf der SS Corinthic in Port Chalmers, Dunedin.
Shackleton geht mit an Bord. Mittels Verwandlung meldet sich auch Mr. Winterbottom an Bord, dies ist essentiell für das Gelingen des Todesplans von Shackleton. Zur Tarnung trägt der Colonel einen Beingips und zwei Krücken, um seine Abwesenheit während des Bordtreibens zu vertuschen.

In der Kabine verändern sich Mr. Winterbottom erneut zum letzen Mal in den Expeditionsleiter Sir Ernest Shackleton. Fyona Winterbottom in Begleitung seines Halbbruders Sherlock sind mit an Bord und haben die Puppeersatz im Koffer. Pünktlich gegen 2pm legt die Corinthic ab und sticht in See Richtung Panama.

24th February 1922
Die Zeit vergeht langsam. Seekrankheit befällt Mare und Carla. Sie müssen das Bett sowie schwere Kost hüten und die Abenteuer überlegen sich genaue Details zum Ablauf des Ableben von Sir Ernest Shackleton.

10th March 1922
Der Plan wird umgesetzt. Nach dem Essen nimmt Ernest Shackleton das Gift und fällt nach wenigen Momenten bewußtlos um – das Herz setzt aus. Schnell wird der Schiffsarzt gerufen, doch er kann lediglich den Tod feststellen. Auf der Sick Bay wird Ernest Shackleton nochmals genauer untersucht, mit dem gleichen Ergebnis. Der Kapitän hat die Brücke verlassen und kommt in die Sick Bay, um den Toten in Augenschein zu nehmen. Schon an diesem Abend wird es eine Seebestattung geben, das das schwül-heiße Wetter keine andere Möglichkeit. Die schockierten Expeditionsmitglieder wird empfohlen zu warten. Nun muss es schnell gehen. Ein Ablenkungsmanöver mit Sherlock und Fyona sorgt für das Zeitfenster, Mr. Winterbottom mittels einer Kugel Teleportation mit dem Puppensack auszutauschen.
Der Leichnam wurde Segelmacher respektvoll vorbereitet durch die letzte Waschung und Einbalsamierung. Der Körper wird in ein starkes Segeltuch (Canvas Shroud) eingenäht. Um sicherzustellen, dass der Körper sofort versinkt, wurden am Fußende schwere Gewichte eingenäht – traditionell Eisenbarren. In Anwesenheit der Abenteurer wird der frisch mit der Puppe vernähte Sack erneut und unerwartet geöffnet, doch keiner der anwesenden Besatzungsmitglieder bemerkt die Täuschung.
Um 6pm werden die Maschinen des Schiffes SS Corinthic gestoppt. Die Schiffsglocke läutete. Die Passagiere und die Besatzung versammelten sich auf dem Deck. Der in eine Flagge gehüllte Leichnam gelegt. Der Kapitän leitete die Zeremonie und zitiert aus dem Book of Common Prayer (dem anglikanischen Gebetbuch). Zeitgleich mit dem Ende des Gebets („…we therefore commit his body to the deep…“) wurde die Planke gekippt, und der Leichnam gleitet ins Meer. Es wird der Logbucheintrag vom Kapitän vermerkt: den Tod, die Zeremonie und die exakte Position (Längen- und Breitengrad) des Ereignisses sowie Zeugen. Sir Ernest Shackleton ist somit von uns gegangen. Vorerst.

24th March 1922 Die Corinthic erreicht den Panama Kanal. Es wird ein Zwischenstopp, in der sich Colonel Winterbottom verabschiedet. Er muß sich um seine Tochter und die Erkenntnisse seines Halbbruders Sherlock kümmern. „Familienangelegenheiten“ murmelt Mycroft dem Lord zu. Auch der Colonel hat Wunden, die nun Zeit zur Heilung benötigen. Die Schnittwunde am Hals ist noch deutlich zu sehen.

„Wir sprechen bald wieder, mein Freund.“ Prosten sich Lord Carnarvon und Mycroft Winterbottom zu. Es gibt etliche Gin mit dem Rest der Expeditionsmitglieder. Mit den Worten „Sie wissen ja wo sie mich finden, wenn Sie meiner bedürfen…“ geht Mycroft Tochter Fyona und Sherlock von Bord. Das Schiffshorn lautet, der Panama Kanal durchquert. Die erschöpften Protagonisten kommen zu ihrer verdienten Ruhe.

25th March 1922 Die Corinthic erreicht den Atlantik.

18th April 1922 Die Seereise endet in Southampton. Da die Presse bereits Vorort ist, versorgt sich Lord Carnarvon mit 4 Männern als Begleitschutz, den der Kapitän zähneknirschend freigibt. Durch den Schutz erreichen sie ohne weitere Zwischenfälle ein Taxi, daß die Charaktere sich ins Highclere Castle. Dank der strengen Sicherheitsregeln bleiben sie unbehelligt von den Neugierigen. Der Lord verbringt seinen ersten Abend nach langer Zeit im Kreis seiner Familie.

19th April 1922
Der Lord öffnet die Post und beantwortet dringende Anliegen. Ua. eine Antwort an Howard Carter sowie den Linguisten Henry Walton Jones. Außerdem erhält er einen dringenden Hilferuf. Der Name Ragnar Wigbold bleibt in seinem erschöpften Gehirnwindungen hängen…

20th April 1922
Howard Carter erhält die langersehnte Antwort und Einladung nach Highclere Castle, der er hastig freudig nachkommt.

23th April 1922
Der Linguist Henry Walton Jones erreicht das Highclere Castle. Er berichtet dem Lord vom merkwürdigen, paranoiden Auftreten ihres alten Kameraden Kapitän Ragnar Wigbold.

27th April 1922
Howard Carter trifft auf Highclere Castle ein. Nach dem After Breakfast Tea unterbreitet Howard Carter sein Anliegen, eine 6. Grabungssaison zu finanzieren mit etliche 1000 von englischen Pfund, die der Lord nach Sichtung seiner Finanzen nicht ohne größere Opfer sich leisten kann, eine ungewohnte Situation für den Lord…