Rulers&Rollers of the Sunless Ocean
13 January 1922 Friday 53/10
Heute wollen wir die Insel mit dem leuchtenden Turm be- und untersuchen…

Der Colonel möchte einen der zwei Pylonen sprengen, um so einen Brückenersatz zu schaffen. Doch der Rest von uns hält dies für keine gute Idee. Zähneknirschend erkläre ich mich bereit – nachdem meine Idee, uns ein Floß aus Pilzen zu bauen, abgelehnt wurde – ein Kugelportal zu öffnen. Wir werden ein festgebundenes Seil mit durch das Portal nehmen, um es am anderen Ufer als Sicherung für den Rückweg aufzuspannen. Shackelton muss auf das Erlebnis vorbereitet werden, doch das nützt nicht viel — Carla zieht ihn zitternd durch das Portal…
Auf der gegenüberliegenden Brückenseite stehen wir auf einem flachen Felsplateau.
Mare knotet das Seil als doppeltes, parallel verlaufendes Zugseil an einem Felsen fest.
Nach 500m erreichen wir den Leuchtturm mit dem konstanten, weißem Kugellicht auf der 100m hohen Spitze. Nur Carla hört ein sanftes Summen, als wir uns ihm nähern. Im Turmfuß die übliche 5eckige Öffnung. Im Inneren führt eine Rampe sowohl nach oben als auch nach unten. Durch die gesamte Höhe des Gebäudes zieht sich in der Mitte des Turmes eine runde Säule aus gleichem Gestein wie der Leuchtturm von unten nach oben. An den Wänden weitere Glyphen:
Abb. Glyphen
Das Brummen hören wir jetzt alle, als ob der Turm schwingen, es selbst erzeugen würde…
Auf dem Weg nach oben befindet sich in der Säule eingeschaltet ein milchiger Kristallzylinder von 50cm Länge. Auf der Leuchtturmspitze thront die strahlende Kugel auf der mittigen Säule so hell, dass wir unsere Schneebrillen aufsetzen müssen. In den Boden eingelassen weitere Glyphen:
Abb. Glyphen
Mycroft hört einen Pinguin krächzen, Carla ein `ti ke li li´
Wir steigen in das Kellergeschoss hinab. Die Rampe endet nach 3 Umläufen. Wir haben das Basement erreicht, das Fundament der Säule steht in seichten Wasser. In 5 Nischen verteilt um die Säule sind Kristallzylinder aufgestellt, 50cm hoch, im gleichen Durchmesser von 2m wie die zentrale Säule. Die gleiche Form, wie wir sie auch schon in der Säule beim Aufstieg nach oben gesehen haben. Mein Pendel schlägt hier aus, aber Magie spürt es nicht. Ins Wasser gefasst, kribbelt es unangenehm. Strom!
Diese Kristalle könnten Energiespeicher, Batterien sein, aus denen die leuchtende Kugel gespeist wird. Mare wagt sich in das spannungsgeladene Wasser und untersucht die 5 Nischen. In einer führt ein weiterer ebener Gang ins Dunkle…
Sie entdeckt ein Bruchstück eines zerbrochenen Kristalls im Wasser, den sie mit Schneestock und Dreieckstuch geschickt herausangelt.
Auf dem Rückweg zur Rampe bricht sie zusammen, kollabiert bewusstlos ins Wasser fallend und muss vom Colonel und Mary-Ann gerettet werden. Auch Mary-Ann bricht geschockt zusammen, stürzt ins Wasser und muss ebenfalls gerettet werden…
Auch der Kristall liegt nun gerettet im Trockenen.
Mare erwacht als erste und berichtet wieder von einer weiteren Vision, in der sie das Glyphenwörterbuch liest und die Bedeutung der Zeichen eilig versucht auswendig zu lernen, bevor sie wieder erwacht.
Es geht zurück zur eingestürzten Brücke, an der unser Zugseil wartet. Der Colonel tritt als Erster die „Überfahrt“ an. Nach nur wenigen Metern reißt das Seil, und er fällt mit einem lauten Klatsch ins kalte Wasser. Wir ziehen ihn mit vereinten Kräften am Seil die Steilwand des Felsplateaus hoch. Zum Trocknen wird der Kocher angeworfen und der Colonel muss sich eine Stunde wärmen, bevor es weitergehen kann. Uns bleibt nun kein anderer Rückweg als wieder durch das Kugelportal…
Wir frischen unsere Nahrungsvorräte mit Pilzen und Seesternen auf und wandern dann weiter in Richtung Norden am Strand des Sonnenlosen Ozeans entlang. Nach 2km stossen wir auf eine Schleifspur, die aus dem Wasser kommend, sich dann am Strand parallel zum Ufer entlang zieht. Sie hat die Größe und Form der Walzenspuren, die wir schon kennen…
Wir folgen ihr und nach 200m sehen wir gar nicht so weit von uns entfernt einen Bahnwaggon großen, schwarzen Klumpen, hunderte Augenlider auf dem ganzen Körper verteilt, mit kleinen, grün leuchtenden Pusteln als Augen darin. Wenn sich die Augen schließen, verschwinden sie, werden zu Haut, aber öffnen sich an anderer Stelle des Körpers wieder…
Dies ist kein Älteres Wesen, spüre ich.
Mir völlig unbekannt…
Sofortiger, schleichender Rückzug!
Doch ich knirsche im kalkigen Sandstrand, und dieses Wesen wird auf uns aufmerksam.
Es schaut uns mit all seinen wabernden Augen an, transformiert seine Gestalt in eine zylindrische Walzenform, brüllt laut auf und beginnt auf uns zuzurollen…
Der Colonel dreht sofort die Zeit um 5sec zurück. Ohne zu Zögern öffne ich heute zum 3.Mal das Kugelportal und portiere uns zum Eingang der zuerst von uns gefundenen Höhle mit der 5eckigen Verteilerhalle, unweit der Rampe, auf der wir in die Unterstadt abgestiegen sind.
Gar nicht so weit entfernt, aber aus sicherer Distanz werden wir Zeugen eines grausigen Spektakels: Mindestens 100 Pinguine watscheln krächzend am Strand entlang, als ein Walzenwesen blitzschnell aus dem Wasser rollt, die Pinguine niederwälzt und frisst, indem er sie in seinen mundlosen Körper hineinzieht, vollständig assimiliert…
Von der Pinguinhorde hat es keiner überlebt.
Aber das Wesen hat nur einige wenige von ihnen gefressen…
`ti ke li li´, `ti ke li li´ ist wieder zu hören…
Sehr erleichtert, nicht selbst Opfer dieser Creaturen geworden zu sein, gehen wir schweigend, leise und vorsichtig in den Höhleneingang hinein. Von der 5eckigen Verteilerhalle aus erforschen wir die vier verbliebenen Gänge. In einem werden wir schon nach wenigen Metern von einer dunklen, durchsichtigen, lichtspiegelnden Scheibe aus Eis gestoppt, die den gesamten Gang verschließt…
Der Gang, in dem Carla beim ersten Besuch ein Scharren hörte, führt zu einem runden Dome, in dessen Mitte sich ein 10m durchmessendes Podest mit einer Kugelmulde ohne Inhalt darin befindet. Ein Becken?
Der Dome hat einen einzigen Durchgang zu einer Höhle mit einem Wandrelief:
Pentapoden, Palmen, in der Mitte ein Turm. Harmonisch und friedvoll wirkt das Bild.
Im nächsten Gang finden wir eine im Querschnitt 5eckige, langgestreckte Halle mit mehreren Steinbottichen darin, sowie weiteren Reliefs an der Wand…
Die Pentapoden haben die Walzenwesen erschaffen, damit diese die Oberstadt erbauen. Sie schieben Blöcke. Es scheint, als ob sie sich später gegen die Pentapoden erhoben haben und nun einen dauerhaften Kampf mit ihnen ausfechten.
In den Bottichen wurden die Walzenwesen wohl von den Pentapoden als Arbeitssklaven gezüchtet…
Der letzte ununtersuchte Gang führt uns zu einer Halle mit 5eckigem Grundriss, in dessen Mitte sich ein Podest befindet, auf dem ein 5eckiger, 2m hoher Obelisk, weiß, aus Stein, steht. Ein Wandrelief zeigt die Bauphasen dieses Obelisken. Es scheint wie eine Bauanleitung, der Obelisk in der Mitte selbst wie ein Modell…
Die Glyphe für die Walzen ist eine schwarzer Kreis, die gesamte Kreisfläche vollständig aus dem Fels abgetragen.
In dem Kuppeldach oben sind fünf Öffnungen eingelassen. Aus einer davon werden wir von einem Pentapoden beobachtet. Über dem Dome befindet sich wohl noch eine weiteres Stockwerk…
Vom Dome gehen weitere vier Gänge ab. Einer führt uns an einer Wandnische vorbei, die angefüllt ist mit toten, übereinander gestapelten Pinguinen. Er endet in einem 5eckigen Raum, von dem eine Rampe uns weiter nach unten führt. Dort stehen auf einem 5eckigen Podest 5 leicht nach innen gebogene kristalline Rippen, die sich an der Spitze oben treffen und so einen Käfig bilden. Ich strecke meinen Arm aus und mein Pendel dort hinein. Es schlägt sofort heftig aus. Auch Carla spürt deutlich die magische Energie…
Der lange Tag hat uns erschöpft. Out of safety reasons errichten wir unser Nachtlager in dem Gang, der von der dunklen Eisscheibe versiegelt wurde und teilen Nachtwachen ein.
Schwerer Schlaf umfängt mich…
Des Nachts haben wir alle die gleiche Vision:
In der bereits zerfallenden, vom Eis bedrohten Stadt der Pentapoden sind wir als nackte Urmenschen unterwegs, berauscht, und jeder von uns zieht ein Lasttier, das mit exotischen Früchten und Köpfen verschiedenster Lebewesen beladen ist. Über unseren Köpfen schweben hunderte von Pentapoden, die uns Angst machen, die uns durch die Stadt treiben. Wir werden die Rampe hinunter in die Unterstadt geleitet, es sind viele von uns Urmenschen. Wie in einer Prozession bringen wir wohl Opfergaben an die Walzenwesen, wird mir klar, als wie gerufen eines dieser Wesen aus dem Wasser rollend schnellt und mich und mein Lasttier tödlich niederwälzt…














