The Blakely Body
March 14 1921 Monday Highclere Castle 9am
Mary-Ann hat in der letzten Nacht mit einer Hängematte aus einer ihrer geflochtenen Haarsträhnen als Geschenk ihre Freiheit von dem kleinwüchsigen Pilzwächter zurück erlangt. Der gute Geist des Pilzes empfiehlt nur kleine Pilze zu sammeln, denn diese sind giftig. Die großen Pilze seien die Ratgeber der kleinen..
In der heutigen Ausgabe von The London Times steht ein Bericht über das Verschwinden eines mir bekannten Künstlers. Gewisse gesellschaftliche Notwendigkeiten nötigen mir die Verpflichtung auf, mich von Zeit zu Zeit mit meiner Frau bei dieser Art von gutgemeinten Vernissagen sehen zu lassen…
Nach dem Breakfast bittet Lady Almina um ein Gespräch mit mir unter vier Augen:
Blakely ist nicht verschwunden, sondern liegt schwer krank in ihrem Hospital am Bryanston Square. Sie bittet mich, ihn mir persönlich anzuschauen. Irgendetwas sei seltsam an ihm…In ihren Andeutungen wird sie jedoch nicht genauer…
Sofort machen wir uns alle bereit, in Karawane nach London zu fahren…
In Lady Alminas Hospital angekommen, wird uns Penny Tillstrom vorgestellt:
Blakelys Verlobte freut sich über unseren Besuch und berichtet, er habe seit drei Monaten von ihr getrennt sich in ein angemietetes Atelier zum Malen zurückgezogen. Sie haben nur wenige Male miteinander telefoniert. Bei einem dieser Gespräche hat er seine neu geschaffenen Gemälde als Meisterwerke bezeichnet. Bei ihrem letzten Telefonat ging es ihm schon sehr schlecht und am darauf folgenden Tag wurde er in seinem Atelier nicht mehr ansprechbar liegend aufgefunden.
Lady Almina geht als erste in das Krankenzimmer, wir folgen im Gänsemarsch…
Der Körper des Malers ist aufgedunsen, im Gesicht sind seine Augen und Mund zugeschwollen mit blau schwarzen Lippen. Der unförmige Klumpen mit blauvioletter Hautfarbe und die schwarzen Fingernägel sind ein schwer zu ertragender Anblick. Der Körper kühlt immer mehr aus und nimmt an Volumen zu. Die Ärzte meinen, unter normalen Umständen müsste er schon tot sein. Auf den ersten Blick vermute ich, dass er zu einem tiefen Wesen mutiert. Ich pendele über seinem Körper. Es schwingt nicht, es zittert. Über dem Bauch vibriert es am stärksten…
Ich lasse ihn sofort röntgen. Während wir auf die Bilder warten, gibt uns seine Verlobte Penny die Adresse und die Schlüssel zum Atelier, damit wir uns dort gründlich umsehen können.
Auf dem Röntgenbild ist ein schwarzer Fleck im Bauch zu erkennen der sich in den Körper metastasiert. Blakely ist ein Wirt für eine andere Spezies, die sich in ihm entwickelt und ihn dabei verbraucht. Ich teile meine Vermutung Lady Almina sofort mit. Ich verschweige ihr jedoch, dass es am sichersten wäre, den Restkörper sofort zu terminieren und zu verbrennen. Fast sehe ich Mycroft neben mir zufrieden nicken. Ich empfehle meiner Frau sofort eine bewaffnete Aufsicht für Blakely abzustellen, der ihn rund um die Uhr bewacht.
Wir fahren ins Atelier, aber vorher noch bei der local police station vorbei. Doch der Beamte, der Blakely gefunden hat, ist im Urlaub. Dankenswerterweise wird mir sein Report ausgehändigt:
Kurze Zeit später betreten wir das verschlossene Atelier in Hackney, East End…
Es riecht nach Seegras. Die Couch, auf der er gefunden wurde, ist noch nass vom Salzwasser. Unter ihr finde ich ein 10 cm langes Ankh, an dem noch Fetzen von Seegras hängen. Ich wische es ab und stecke es ein.
In der Mitte des Raumes steht großes abgehangenes Bild auf einer Staffelei. Kare erklärt sich bereit es sich anzusehen. Wir anderen stellen uns neben das Bild oder dahinter… Sie wird blass, sie sieht einen See vor einem surrealen Hintergrund. Mehr kann oder will sie nicht sagen, sie wollte sich nicht zu sehr in das Bild vertiefen…
Wir werden es mitnehmen: Das Gemälde auf den Boden gelegt, lösen wir die Leinwand vom Rahmen und rollen es ein. Auch die Kisten, die auf dem Boden stehen, nehmen wir zu einer späteren Auswertung mit nach Halton House.
8pm Halton House London
Direkt nach dem Dinner untersuchen wir die Remains of Blakely. In einem der Kästen befinden sich seine Finanzunterlagen, Quittungen über seine Bilderverkäufe. Die Titel der Bilder nennen uns bekannte Orte…
In der anderen Box finden wir private Korrespondenz:
Blakely ließ sich im Traum inspirieren…
Auch von dem erwähnten Pickmann ist ein Brief vorhanden
Es dauert einen Moment, bis wir die eigenwillige Handschrift entziffert haben:
und so habe ich mich aus gesundheitlichen Gründen
entschieden, mich zur Ruhe zu setzen und vom? Boten
wegzuschicken vielleicht für immer, du weißt ja wo
du mich finden kannst. Komm nur und besuch
mich recht oft. Aber vergiss nicht Ägyptens Zeichen
zu tragen, wenn Du kommst. Ich schicke Dir eine
Fotografie von mir, die vor einiger Zeit aufgenommen
worden ist, als es mir gesundheitlich noch besser ging
R. U. Pickmann
Mir schwant schon wieder Übles:
Mit Hilfe des Ankh, oder auch vielleicht nur aus Versehen, hat Blakely in seinem Atelier ein Portal geöffnet, durch das ein Wesen nicht von dieser Welt in ihn geschlüpft ist.
Er brütet Sternengezücht aus….

















