ARTIFEX
Indy bellt. Ich erwache.
Schnell schaue ich nach und tatsächlich, Mrs v Humboldt ist von ihrer Pein erlöst.
Nach dem Frühstückstisch, dem Studium der britischen Tageszeitung (worin natürlich mal wieder die Ereignisse in Irland oder Schottland unerwähnt bleiben), bittet Lady Almina Ld Carnarvon zu einem persönlichen Gespräch – Hier scheint etwas im Busch zu sein.
Danach heisst es erneut – Aufbruch! Während der Fahrt klärt Ld Carnarvon uns auf. Ein (indirekter) Bekannter von Lady Almina ist in einen mysteriösen Fall verwickelt und wir sollen uns das mal ansehen – Wie sollte es anders sein.
Zur vorangeschrittenen Stunde am Bryanston Square – Der Künstler Nelson Blakely liegt in einem EZ und ist ohne Bewusstsein. Als seine Verlobte Penny Tillstrom den Vorhang beiseite zieht, erschrecke ich: Blauer Pyjama, seine dunkelviolette Zunge hängt heraus, fett, aufgedunsen und stark unterkühlt wirkt er. Mrs Tillstrom wischt ihm den kalten Schweiss von der Stirn. Seine schwarzen Fingernägel und sein schwerer Atem geben mir den Rest – ich muss mich abwenden und im Flur fast übergeben (…)
(…) Von dem Polizeibeamten Anthony Erging erhalten wir einen Schlüssel zur letzten Stätte seines Schaffens (das erscheint mir sehr großzügig).
Wir drehen den Schlüssel herum und betreten den Tatort. Aus einem Oberlicht fällt genügend Licht herein um das Unerwartete zu erleuchten. Auffallend zunächst das übergroße Gemälde das auf einer Staffelei, verhüllt von Tuch, in der Mitte des Raumes ruht. Rechts ein Sofa, hier wurde der Arme gefunden. Mehrere Künstler- und Malutensilien füllen die Ecken.
Zur Sicherheit stehe ich hinter der Staffelei, als Mrs Nidelven den verdeckenden Mantel beiseite zieht. Als sie das Gemälde erblickt steht in ihren Augen blankes Entsetzen. Etwas umständlich wird das Gemälde schnell wieder verdeckt. Was die Dame denn gesehen habe? – Ihre stockende Antwort „Darüber möchte ich hier und heute nicht sprechen, zunächst habe ich einen See erblickt.“
Unter dem Sofa findet sich ein Henkelkreuz wie es in der ägyptischen Mythologie Verwendung findet. Es ist mit Algen bedeckt. Auch auf dem Sofa befinden sich Algen und Wasserspuren (Wir entnehmen Proben für Mrs von Humboldt). Was hat der Künstler getan? Wurde er aus dem Bild hinausgespült? Hat der Künstler etwas mit Mlok oder dem Priester gemein? Lord Carnarvon, der Ägypten-Experte unter uns, nimmt das Artefakt an sich.
Bei näherer Inspektion entdecken wir weitere Hinweise: Papiere, Quittungen und Kontakte des Künstlers. So hat u.a. ein gewisser Mr Pickmann, einen Brief geschrieben, an dessen Entzifferung ich beteiligt bin. Dieser schreibt:
(…) und so habe ich mich aus gesundheitlichen Gründen
entschieden, mich zur Ruhe zu setzen und vom? Boten
wegzuschicken vielleicht für immer, du weißt ja wo
du mich finden kannst. Komm nur und besuch
mich recht oft. Aber vergiss nicht Ägyptens Zeichen
zu tragen, wenn Du kommst. Ich schicke Dir eine
Fotografie von mir, die vor einiger Zeit aufgenommen
worden ist, als es mir gesundheitlich noch besser ging.
R. U. Pickmann
Das Gemälde wird aus seinem Rahmen geholt, zusammengerollt und mitgenommen.
Ob Ld Carnarvon, als neuer Träger des Henkelkreuzes, nun Mr Pickmann besucht?










