Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Parting the Ain

February 08 1921 Tuesday Chateau Mirastel

Albtraumgeplagt erwache ich mit dem Bild einer knienden, betenden Frau auf dem schwankenden Deck eines alten Segelschiffs, das gegen die schlagkräftigen Brecher des wütenden Channels ums Überleben kämpft…

Nach dem petit-déjeuner verabschieden wir uns von unseren Gastgebern. Die Stimmung ist herzlich. Ich finde Worte des Dankes und des Respekts. Bei Dr. Monbardeau lasse ich mich zu einer kurzen Umarmung hinreißen, bei der ich ihm versichere, er habe einen Freund in England…

[simple_tooltip content=‘ Mit der Eisenbahn‘]Par le rail[/simple_tooltip] fahren wir gemeinsam nach Lyon. Dort trennen sich unsere Wege…
Marigny…Trondhjem…Highclere Castle…

 

5:30pm Paris Grand Hotel

Ich will meine Tochter wieder an ihr gewohntes Leben gewöhnen und verwöhnen. Dafür lasse ich einen Haute Couturist kommen, der ihr ein Abendkleid schneidert, mit dem sie in der Ballet-Abendvorstellung im Palais Garnier wieder vor Anmut leuchtet…

 

February 09 1921 Wednesday 2pm Calais

Die französische Küstenstadt am Channel wird von heftigem Wind und unangenehmen Regen-Schnee-Böen heimgesucht. Mir kommt mein Traum von letzter Nacht wieder in den Sinn: Ich habe Walburga gesehen…

Die Fahrt über den Ärmelkanal nach Antwerpen verlief stürmisch und ihr Schiff geriet in Seenot. Der Legende nach soll Walburga die ganze Zeit im Gebet kniend an Deck verbracht haben, bis das Schiff heil in den Hafen von Antwerpen einlief. Daher gilt sie bis heute als Schutzpatronin der Seeleute und Schutzheilige gegen Sturm. Walburga gilt als die Tochter des westsächsischen christlichen Königs im angelsächsischen Reich Richard von Essex und wird von den meisten Quellen als eine Nichte des heiligen Bonifatius angesehen.

Soweit kann ich mich erinnern und beschließe, abzuwarten. Eine Überfahrt bei diesem Wetter ist kein Spaß und nach meinen Träumen auch nicht zu empfehlen. Für Evelin wäre es zu anstrengend.

An einen Aufenthalt vor der Tür ist abzuraten und so machen wir es uns im Hotel gemütlich. Für den Abend lasse ich beim Concierge für uns drei Karten für das örtliche Spectacle de Variétés reservieren…

I´m taking a call to Marigny: Surprisingly Mycroft is answering: „MyLord!“

Er berichtet mir, dass das [simple_tooltip content=’Hügelgrab‘]Barrow[/simple_tooltip] anscheinend von einem großen Wesen mit großen Krallen ausgegraben, regelrecht ausgebuddelt wurde, ohne dass Spuren hin oder weg aufzufinden gewesen wären. Es hat nur die Knochen mitgenommen, die Grabbeigaben verschmäht…

„Tamino“ ist der Name seines neuen Dobermanwelpen, den der Colonel jetzt an sich gewöhnt. In zwei Tagen will er zusammen mit dem Züchter auf Highclere Castle eintreffen, um mit ihm die Ausbildung des jungen Hundes abzuschließen.

Eine gute Gelegenheit, mich auch bei Major Powers telefonisch zu melden und mich bei ihm wegen meiner Objektschutzhundestaffel urgierend zu erkundigen: Er hat fünf bereits ausgebildete Doggen für mich reserviert und könnte sie in den nächsten Tagen auf mein Anwesen bringen. Da die Überfahrt in die Heimat noch in den Sternen steht, vereinbare ich mit ihm, ihn sofort nach meiner Ankunft zu benachrichtigen.

Auch abends schneit und stürmt es ununterbrochen, doch ein Automobil bringt uns trocken ins Variété.

 

February 10 1921 Thursday Calais

Das Wetter meint es diesen Morgen noch nicht besser mit uns. So zieht es mich in die Bibliothek. Wieder habe ich von Walburga geträumt. Die Namen Wunibald, Willibald, Walburga alliterieren sich in meinem Bewusstsein und ich weiß, wonach ich zu suchen habe. Und werde fündig:

„Walburga*mutmaßlich um 710 im südenglischen Wessex; † mutmaßlich am 25.02. 779 im Kloster Heidenheim.
Richard der Sachse, Richard der König, Richard von England, Richard von Lucca, Richard von Schwaben oder Richard der Pilger wird seitdem 12. Jahrhundert als Heiliger verehrt. In dieser Zeit wird ein in Lucca bestatteter angelsächsischer Pilger mit Namen Richard in Verbindung gebracht mit dem 720 dort verstorbenen, namenlosen Vater der Heiligen Wunibald, Willibald und Walburga. Alle vier sind Bistumsheilige der Diözese Eichstätt. Daraus entwickelt sich die Legende, dass dieser Richard in den frühen Jahren des 8. Jahrhunderts westsächsischer König in Wessex gewesen sein soll. Er wird traditionell als Schwager des Wynfreth angesehen, der 719 von Papst Gregor II. den Namen Bonifatius erhielt und der als Apostel der Deutschen Germanien missionierte. Einer Legende nach wurden seine Besitztümer enteignet, da er sich weigerte zurückzutreten. Seine Gemahlin unbekannten Namens wird seit dem Spätmittelalter als heilige Wuna (oder Wina) verehrt.“

Abends führe ich die Ladys ins Theater aus…