* Objekte, Flugzeuge & leichte Mädchen
Nach meinem morgendlichen Ritualen stelle ich fest, daß Sanjuro sich nicht rührt. Ich warte bei einer Tageszeitung, doch um 11 am klopfe ich bei ihm. Er wirkt sehr benommen, doch er freut sich auf den Tag. Bei dem schnellen & vorzüglichen Frühstück fällt mir die Pilzforschung ein, die Mary-Ann gemacht hat. Dabei war auch ein Pilz, der alles einfärbt. So können wir diese Wesen sichtbar machen! Wir telefonieren mit Ihr & sie macht sich sofort auf den Weg.
Anschließend fahren wir zum Flughafen. Im Hangar erwarten uns bereits einige Beamte & neugieriges Bodenpersonal. Ich schicke alle bis auf Jean & einige Beamte hinaus, sodaß wir ungestört unseren Forschungen nachgehen können.
Dort ist er nun – oder auch nicht. Unsichtbar, doch materiell. Sanjuro Fähigkeiten, die er in jüngster Zeit gewonnen hat, gleichen diesen – wahrscheinlich höchst interessant für ihn. Meine Idee, zunächst mir Rauch das Verhalten zu studieren, wird von Jean & Sanjuro begrüßt. Wie erwartet, der Rauch verschwindet – drinnen – irgendwie. Strange. Die verbliebenen Beamten raunen, doch Jean beruhigt sie einige, die anderen wollen den Raum verlassen.
„Komm, laß drauf klettern“
Mithilfe einer Leiter erklimmen wir das Objekt. Es hält. Wir ertasten eine Öffnung, durch die wir in das Ding rein können. Wir schauen uns kurz an & leinen uns mit einem Seil an, das es zum Glück hier zuhauf gibt. Wir klettern hinein. Jean ist ganz aufgeregt & hüpft hin & her.
Oberhalb der Öffnung kann ich große Greifer ertasten, ich gehe weiter hinein. Nichts zu sehen. Wie zu erwarten. Ich trete auf etwas, es knarrst fremdartig. Nachdem ich mir Handschuhe übergestreift habe, erfasse ich ein kleines, spinnartiges, mechanisch wirkendes Ding, auch unsichtbar. Packe es in einen Beutel & wir gehen weiter. Jean ruft hinein & wir geben ein „Alles ok!“ zurück.
Nun ist ein großes Rohr im Weg, das von oben nach untern führt. Wir können es umrunden & diesmal tritt Sanjuro auf eine Spinne. Er nimmt es fasziniert mit & bittet mich um mein Exemplar – baut sie zusammen.
„Hey, das passt!“
Wir suchen weiter & finden noch mehr Spinnenobjekte, zusammengesetzt in Menschenform. Mir wird schlecht. Besitzen diese Dinger sogar Mimikry Fähigkeiten? Meines Wunsch folgend, gehen wir hinaus. Draußen beraten wir uns mit Mit Monsieur le Tellier.
Ich brauche frische Luft & Ablenkung. „Immerhin scheint es tot zu sein, was immer es auch ist. Laß uns hier das Spektakel genießen!“
Wir gehen Pomme de Terre & Fleischbouletten an einer Schnellküche essen. Dabei entdecke ich einge Stände, an denen Flugzeuge preisgeboten werden.
Beim Flugzeughersteller Junkers werde ich überzeugt, die perfekte Flugzeug für unsere Unternehmungen gefunden zu haben. Der Belastungstest überzeugt mich vollendens – mit diesem Gerät hätte ich sogar den Zusammenstoß mit der Riesenzigarre heil überstanden.
Der Preis ist hoch, sehr hoch. Doch ich kaufe es aus der Kriegskasse, die ich nun um 9.800 Pfund Sterling erleichtere.
„Fast ein ganzes Jahresgehalt“ murmel ich, während ich den Kaufvertrag unterzeichne. In mehreren Wochen soll die Maschine in der Expeditionsvariante nach Croydon ausgelifert werden.
Ich telefoniere mit dem Lord & informiere ihn über die Zwischenergebnisse. Er begrüßt meine Kaufentscheidung. Seiner Tochter macht gute Fortschritte, dank seiner Pendelmagie. Danach fahren wir erneut zum Luftmesse, wo ich festAm späten Nachmittag erreicht uns zunächst ein rote Sopwith Camel. Doch meine Ohren vernehmen noch ein bekanntes Geräusch, das einer Martinsyde! Mein Freund, Lord Carnarvon, hat mir seine Maschine als Dank für die obskure Rettung seiner Tochter überlassen. Diese Anerkennung meines Verlustes tut mir gut. Mit Tränen in den Augen warten wie ein Chorknabe auf die Landung. Ich danke dem Piloten & steige sogleich ein, drehe eine Runde. Hoch zufrieden lande ich wenige Yards vor meinen Freunden.
Wir vertreiben uns etwas die Zeit & genießen das Ende der Grande Aeronautique mit dem stummen Versprechen, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. Auf der Heimfahrt sehen wir erneut den Nachtclub mit dem Monstermaul. Mein Freund Sanjuro ist abenteuerlustig & Mary-Ann will weitere Experimente mit dem Spinnenobjekt machen.
MZu Fuß erreichen wir problemlos den Nachtclub & ich zahle für den Abend. Wir erfahren keinen Namen dieses Club, was uns aber eher reizt als abschreckt. Als wir eintreten, sind wir überwältigt. Der Raum wirkt viel größer von innen als von außen. Die Kulisse ist unnatürlich verworren & verschnörkelt, Thema Bücher. Nach einem Cocktail an der Bar aus Büchern werden wir für das Schauspiel zu Sitzplätzen gebeten.
Es findet ein bizarre Aufführung statt, alle Figuren beschäftigen sich mit Büchern & deren Magie, deren Innenleben. Wie das Eigenleben das hiesige Leben beeinflussen, durchströmen. Dominieren…bestrafen… Sex. Babel.
Die Aufführung wird immer wilder & die leichten Damen animieren die Zuschauer, teil der Aufführung zu werden. Es endet mit einem Knall. Ruhe. Danach wird sanfte Tanzmusik zu besten gegegen. Die Atmosphüre wird mit exotischen Gerüchen verdichtet. Eine Dame fällt mir auf, verführerisch, dominant, mich fixierend. Sie umtanzt mich, umgarnt mich, spricht mich mit meinem Namen an… es ist…
„Cassilda!“ Eine bekannte Stimme ist meinem Kopf. Ich erschrecke!
„Komm nach Babel! Komm in die Bibliothek & schreibe deinen Namen in das Sandbuch. So wie es der König Dir gesagt hat“
Ich schüttel mich wach, widersetze mich, bin wieder hellwach, panisch. Ich sehe Sanjuro, er ist in Gefahr. Er wird nach Carcossa gezogen, von einem öligen, elegant gekleideten Mann mit dünnen Schnauzer. Für einen Moment scheint das gesamte Lokal zu warten, was ich tue. Ich eile zu meinem Freund
„Sanjuro!“
„Jaaa, ist es wichtig?“ Er wendet seinen Blick nicht ab, ist wie im Rausch.
„Sanjuro! Wir müssen gehen. Jetzt!“
Ich zerre ihn hinaus & wild rudernd verlassen wir das Etablisment.
„Was war denn los?“
„Wolltest Du eine wilde Orgie in Carcossa feiern? Das war ein Weg dorthin.“
Eilig verlassen wir die Gegend. Ich erzähle ihm die Eindrücke, auch meine Bedenken.
„Ich sehe schon Seelen sammeln für Hastur. Das liegt mir nicht.“ Wir reden lange über Cassilda, die Königin der Nacht, die ihn derzeit unterweist in magischer Schwertkunst.
„Ich denke Sie kann uns helfen“
„Ich nehme jede Hilfe an, die mir geboten wird. Fast jede. „












