Toy Desaster
Septembre 30 1920 Tuesday 7am Gloucester Hotel Imperial
Wir stehen früh auf. Meine Crew wird sich heute auf eine weitere Expedition ins Severn Valley begegeben.
Ragnar wird nach Bristol fahren…
Die Nidelva, seine Barkasse aus Norwegen, ist nun endlich dorthin überstellt worden…
Me & Myself fahren nach Hause. Mit unterdrückter Aufregung sitze ich allein voller Vorfreude am Steuer meines Silverghosts…
Ich erwarte meine Junkers F13 heute bei mir auf Highclere Castle. She is eventually going to be transferred to me…
10am Highclere Castle
Ich finde Lady Almina im Rosengarten. Sie hat eine kleine Damengesellschaft um sich geschart an diesem Morgen, die alle kleine, dicke Hunde – Möpse – um ihre Beine zu springen haben. Hoffentlich kommt meine Frau nicht noch auf Ideen…
Ich weise die Damen darauf hin, dass Flugzeuglärm die empfindliche Hundschar verstören könnte, da ich mein neues Flugzeug erwarte. Doch meine Countess lächelt mit mich ihrem breitestem Lächeln dezent an:: “ Darling, just visit the hangar. She is there…”
Blöde Mopsfrauen…Wären sie nicht, könnte ich zu meinem Hangar rennen, doch nun muss ich britische Countenance wahren, während ich zum Hangar schleiche…
Vor dem offenen Hangartor steht sie…
Ihr aero plain reduziertes Design – ihre Aluminiumhaut reflektiert auch im pale Novembre light des Hampshires…Ein wohlgemütig tief empfundenes “WOW” entfährt mir…Das Neueste vom Neuen vom Continent erwartet meine Aufwartung…Ich muss einmal tief schlucken…
Zwei Herren werden auf mich aufmerksam: Der deutsche Pilot Hans Gugler und sein Mechaniker Siegfried begrüßen mich. Sie haben das Flugzeug aus Deutschland überführt. Ich zeige ihnen meinen Hangar mit meinen Flugmaschinen, damit sie wissen, welche Erfahrungen ich vorzuweisen habe. Schließlich müssen sie wissen, was ich kann am Gerät…
Ich bekomme eine Einführung. Wir schauen unter die Motorhaube: Die Zylinder freuen sich über eine manuelle Vorbereitung.. – ..Ich sollte sie vor jedem Start lockern…
Das Innere ist ein Traum. Vorzüglich ausgestattet an vier gepolsterten Sitzplätzen mit Verbindung zum Cockpit bietet diese Maschine insgesamt 6 Personen Platz…
Es fehlt nur an einer Bar, die ich noch nachträglich einbauen lassen werde…
Ich nehme Platz im Cockpit. Ich atme kurz…
Die Controls and Instruments im Cockpit aufgeräumt vor meinem Auge. Ein viel zu kleines Steuer für diese große Maschine. Der Geruch frischen Leders…
Ich höre sie: “ Fly me, fly me…”
Ich antworte ihr stumm schwer ausatmend: “ Yes, yes, yes…”
Eine kurze Cockpitanweisung von Herrn Gugler und er erklärt mich für startbereit…
Ich erwecke die Lady zum Leben und rolle langsam, aber holprig auf den Runway. Sie will nicht so wie ich will, sie ruckelt unter meiner Führung. Verdammt, ist dieses große Flugzeug leicht…Umso besser, denke ich, umso leichter zu beherrschen…
…und trete das Gaspedal voll durch als die Luftsäcke sich entspannnen. Das Ende des Runway kommt viel zu schnell auf mich zu. Ich höre Herrn Gugler neben mir etwas zu mir sagen, aber ich ziehe hoch, die Nase folgt sofort…Zu schnell…ich drücke wieder runter…harter Touchdown…wieder hoch…doch sie gehorcht mir nicht schnell genug…
Erschütterungen durchziehen den Aluminiumleib, ich ditsche schwer auf…Grasballen fliegen durch die Luft, ich hüpfe – nun bereits auf meiner Wiese – wie ein junger Springbock ohne Ziel…Die Steuerung scheint kaputt zu sein…
Pilot Hans Gugler brüllt mich an…
Doch da nehme ich zum erstenmal Contact zu der Lady auf. Sie will feiner gesteuert werden, sie braucht keinen Holzhacker, sondern einen Klavierspieler…
Sie will nicht beherrscht, sondern zärtlich geführt werden…
Ich verstehe!! Doch Hans Gugler stoppt die Maschine, bevor ich sie in den sich nähernden Wald steuern kann…
Er schaut mich völlig entgeistert an, Mechaniker Siegfried flucht deutlich hörbar aus der Passagierkabine…
Ich habe es verpatzt! Mein Baby ist fertig für heute…
Es muss in den Hangar geschleppt und von Siegfried verarztet werden… Bei den Ditches hat es so viel Dreck unter das Flugzeug geschleudert, dass nun erstmal eine Grundreinigung der Mechanik ansteht…
Frustriert und mich als Pilot lächerlich gemacht, steige ich hoch erhobenen Hauptes innerlich grummelnd aus der Junkers F13…
Mit dem unterschwelligem Gefühl, dass sie mir gezeigt hat, wie es nicht geht…
Die deutsche Steuerungstechnik war mir bis dato unbekannt. Sie ist neuer, feiner, nuancierter, als das, was ich bereits geflogen bin. Erst ganz zum Schluss offenbarte mir meine Geliebte der Lüfte, wie sie geflogen werden will…It’s just a fingertip, mylud…
Schlechter Laune ziehe ich mich für heute in meine Bibliothek zurück…
Gegen Abend I am receiving a call from Henry: Our headquarter is now the Nidelva! Sie hat an Pier 17 in Gloucester festgemacht….
Morgen um 9am werden wir nach Severnford aufbrechen. Carla spürt gute Schwingungen von diesem Ort. Ich werde also morgen früh direkt von Highclere Castle zu ihnen stoßen…











