Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Armant

Howard´s Castle, Ägypten den 14ten Juni 1918

Nach dem britischen Frühstück brechen wir zu Pferde nach Armant auf. Dort angekommen wirkt der Ort auf mich verwahrloster und schmutziger als andere Ansiedlungen mit denen ich sie vergleichen kann. Hier wird wohl Zuckerrohr angebaut,aber nicht verarbeitet.Einige Meilen weiter taucht ein britisches Anwesen aus der Wüste auf, wie unwirklich dieser erste Anblick.

buchis-tyr

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Diese Familie Collins nimmt uns herzlich auf, was wohl in erster Linie der langen Freundschaft zu Howard geschuldet ist.

Nach Gurkenbroten kommen wir auf unsere Anliegen zu sprechen. Wir erzählen von unserer Anreise,der abrupt beendeten Bahnfahrt,unsere Entscheidung Ms Jane Leigh mit dem Boot bis nach Luxor mitzunehmen, ihre Abholung durch eine Kutsche der Collins.

Da widerspricht Sir Collins, davon wisse er nichts und diese unzuverlässige Person sei nicht zu ihm gekommen. Dies erschien mir nicht schlüssig, da mir Ms Leigh ob ihrer gradlinigen, ja geradezu zähen Haltung im Zug und auch später auf dem Boot nach Luxor in einem komplett gegensätzlichen Licht erschienen ist.

Auf Fragen nach der Nichte Jenny antwortet Sir Collins, sie sei momentan im Hospital und nicht in der Verfassung besucht zu werden.

Das von Ms Leigh beschriebene,plötzliche Verschwinden Ms Jennifer Collins aus Cairo, Ms Leigh s Suche nach ihr – mysteriös. Klar erscheint nur: Ms Jane Leigh ist unter unseren Augen in Luxor verschleppt worden.

bucheum-model

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Howard fragte nach Robert Mond und dem Grabungsvorhaben Bucheum in Armant und Sir Collins erzählte von einem Antiquar, der möglicherweise mehr von Robert wisse.

Später im Antiquitätengeschäft bestätigte der Besitzer das Robert Mond ihm ein Papyrus zum Kauf angeboten habe, er dieses aber nicht erwarb, da er es zu diesem Preis nicht erwerben wollte.

Nachdem Carla di Fiona etwas mehr Aufmerksamkeit erregte als gewollt, (sie musste die fünf zerschellten Stücke bezahlen, nachdem sie unbeabsichtigt fast einen Regalschrank zum Stürzen brachte) der Lord eine Anzahlung auf ein restaurations-bedürftiges Buch leistete und Miss Humbold mit Howards fachkundiger Hilfe ein Uschepti erstand,verliessen wir das Geschäft für Altertümer. Vielleicht kehre ich dorthin zurück um eins dieser alten Kopesh zu erwerben. Dann veranlasste mich ein Gefühl die Umgebung mit dem Fernglas abzusuchen und ich entdeckte vier Gestalten zu Pferde, die dann hinter der Düne verschwanden.

Nach einiger Zeit gelangten wir zu den Ruinen des Bucheums, das Heiligtum des Buchis, dem schwarzen Stierkult.Der Ort war sehr überschaubar, etwa zweihundert Meter im Quadrat,von Resten einer Mauer(kaum noch einen halben Meter hoch) und einem Schutthügel ziemlich mittig rechts im Zentrum. Das war mein Ziel, diesmal wollte ich mich nicht überraschen lassen und hier hatten wir eine gut zu verteidigende Position,welche ich mit Carla und Mare einzunehmen gedachte..

Aber es sollte anders kommen…, in einem der Gebäude linker Hand war ein Fahrzeug der Archäologischen Gesellschaft versteckt geparkt worden. Ich rief nach Mare zwei Pferde zu bringen und nach einigen gemeinsamen Anstrengungen hatten wir Steine, Trümmer und Anderes aus dem Wege geräumt. Nun kümmerten sich Carla und Mare um die Pferde, schirrten provisorisch an, Carla lenkte das von Mare durch die Pferde gezogene Auto ins Freie.

Dodge Modell 30 / A, 1916

Dodge Modell 30 / A, 1916

Derweil fanden der Lord,Ms Humbold und Howard einen Weg nach unten. Ich nahm die Position auf der Pyramide ein und schon bald gesellte sich Carla mit ihrer Flinte zu mir. Mare sollte die Pferde ausschirren und erst bei diesen bleiben.

Alles blieb ruhig, Carla und ich wechselten uns ab die Umgebung mit Ferngläsern abzusuchen. Dann erscholl ein Ruf, ich legte die Mondragon ab, die Carla an sich nahm und begann nach unten zu steigen.Dort angekommen nahm ich Rucksack und Schrotgewehr an mich und rief nach Mare.

Unten im Gang angekommen empfand ich beunruhigender Weise wieder dieses Gefühl, das ich schon in Harkussems letzter Grabung empfand. Die Luft schien das Licht zu verzehren, die Wände die Körperwärme aufzusaugen – hier wollte ich nicht bleiben. Nach einigen weiteren Metern, um eine Ecke – fand ich die drei vor einer Wand. Ich hörte verstörende Schreie und redete mir ein es seien Laute einer Katze. Zum Öffnen dieser Wand aus gebrochenen Natursteinen benötigten wir Werkzeug und ich erinnerte mich Wagenheber und auch  Grabungswerkzeug im Auto gesehen zu haben und sagte ich wolle es holen. Rucksack und Schrotgewehr lies ich dort.

Bei Mare und unseren Pferden angekommen entnahm ich meinen Packtaschen den Kuhfuß und holte den Wagenheber des Dodge, dann machte ich mich auf den Weg zurück in diese unerfreuliche Unterwelt, in der wir Robert Mond befürchteten – hinter dieser Natursteinmauer eingesperrt, unrettbar – von Wahnsinn zerfressen.

Aber es kam schlimmer,nachdem die erste Mauerfugung mit Brechtstange und Wagenheber gelöst war, konnten wir einen unidentifizierbaren Geruch feststellen,der dem Raum dahinter entstömte.Nun konnten wir einzelne Steine mit dem Kuhfußende der Brechstange aus dem Mauerverbund lösen, das dauert nur viel zu lange und ich entschloss mich aus dem Wagen weiteres Werkzeug zu holen. So verlies ich erneut diesen Ort – der mich immer dann ängstigte, wenn ich dazu kam darüber nachzudenken was hier absonderlich, ja abscheulich war.

Im Freien gab ich Carla und Mare einen kurzen Überblick und besorgte mir dann einen weiteren Kuhfuß und einen Mottek. Neu ausgestattet und erneut darüber sinnend was hier meine Seele bedrohte, ging ich den bedrückenden Weg zurück zu den Freunden, zurück zu den unmenschlichen Schreien,unvorstellbaren Lauten und diesem Geruch – hinter jener Wand, die wir abzureissen entschlossen waren.

Wir arbeiteten nun zu zweit an der Mauer und räumten die ersten gelösten Steine in den Gang linker Hand, dann der nächste Stein,so ging es zügig voran und Howard leuchete zwischendurch in die entstandene Bresche und berichtete von dem dahinterliegenden Raum fünf Meter breit und eher doppelt so lang, mit einem Sarkopharg, der groß genug für einen Stier sei.

Wir arbeiteten weiter und nach einer schwitzenden Ewigkeit in dieser zehrenden Kälte war nun sicherer Platz für uns in der Mauer geschaffen und wir traten ein. Der Geruch wurde unerträglich und es war der süßliche Geruch, der auch das Tier warnt, aber auch die Laute waren nun um so deutlicher aus dem steinernen Sarg zu vernehmen. Nun konnten wir auch die Hiroglyphen an den Wänden und die Zeichen des Stiers erkennen,auf die uns Howard aufmerksam machte.

Zu dritt machten wir uns nun daran die verschließende Platte des Sarges zu bewegen. Dazu musste dieser angehoben und sogleich verschoben werden.Während der Lord das Licht hielt versuchten Mary Ann, Howard und ich ein ums andere Mal alles gleichzeitig zu bewerkstelligen und dann gelang es so schwungvoll, das der Deckel sich um etwa 47 Grad auf der Kiste mahlend verschob. Ms Humbold wird unvermittelt angegriffen und ich schlage mit der Spitzhacke nach dem in Wahnsinn verfallenen Robert Mond und trenne ihn von Mary Ann.

R.Mond ist nur nuch ein Schatten seiner selbst, ich hebe ihn mit Howards Hilfe aus dem Sarkophag und bringe ihn in den Gang. Dort versorge ich ihn – aber zu spät er spricht nur noch wirr und in Versen:

Die reine Magd aus dem seeligen Albion, kleine Jenny mit den goldenen Haaren,wie könnt ihr nur euer eigen Fleisch und Blut opfern, die vier Reiter der Apokalypse werden sich erheben, der dunkle Gott wird geboren, er wird das Zeichen auf der Stirn tragen, sie strengen ihre Bemühungen an ihr Vorhaben zu vollziehen, Anch wie kannst Du nach all den Jahrhunderten noch leben.

Dann dreht er den Kopf einmal im Kreis, beginnt uns zu verhöhnen, nun ist es – der „Afrikamann“, Anch der Hohepriester, wie er sich nun selbst nennt – dieser Blick – ich wende mich ab, schultere den Rucksack, greife nach Brechstange und Flinte, dann flüchte ich den Gang entlang, fort von hier – zurück ins Licht.

Wir kommen zu Carla und Mare als die unterirdischen Teile einbrechen und alles endgültig begraben, wie ich hoffe.Möge Robert Mond seinen Frieden haben. Wir reiten und fahren nun, das Automobil des R.Mond nehmen wir mit, nach Howards Castle zurück.Dort angekommen stellen wir zwei Polizeifahrzeuge vor Howards Castle fest und schicken erst einmal Carla mit Mare vor. Nach einiger Zeit kommt Kahleed, zweite Hand Howards zu unserem provisorischen Lager hinter einer Erhebung, am nördlichen Ende von Dra Abu el-Naga mit Blick auf Howards Castle. Er berichtet vom eingeschlossenen Kazeem, von Haftbefehlen und von Verhören und Festsetzen Carlas und Mares.

Wir beratschlagen lange wie wir nun vorgehen und entschliessen uns zu einem Befreiungsversuch. Mary Ann, Howard und ich werden durch den Fluchttunnel in den Weinkeller unter dem Turm ins Castle eindringen, um dann die Festgesetzten zu befreien. Leider kommen wir nicht sehr weit – unbemerkt…

Im einem Kellerraum angekommen finden wir die Wirkungsstätte von Ms von Humboldt durchsucht und verwüstet vor.Dann im Flur vor der weiter nach oben führenden Tür,wird ein Polizist auf uns aufmerksam,wir nehmen ihn zu dritt mit einer Dosis Chloroform und einem Kopfstoß ausser Dienst. Leider schlägt nur wenig später sein Partner Alarm und bringt auch noch zwei weitere Schergen mit auf unsere Spur, sodaß wir uns genötigt sehen Howards Hausrecht zu nutzen und die Tür einfach abschließen, uns in den Fluchttunnel zurückziehend verschaffen wir uns weitere Zeit durch das Abbrennen einer Lunte. Unbehelligt, aber leider auch unverrichteter Dinge kehren wir zu unserem HQ in der Wüste zurück.

Der Lord kehrt wenig später derangiert und leicht beinperforiert zu uns zurück. Kazeem wurde vom Lord befreit und kommt nun nicht nur mit einem entwendeten Fahrzeug der Polizei, sondern bringt auch den im Wagen eingesperrten und seelig schlummernden Mare. Nach kurzem Beratschlagen legen wir das Fahrzeug der Polizei, durch Entnahme des Kraftstoffs, still. Nun plündern wir den Kofferraum und wenden uns in einem weiten Bogen nach Luxor. Der Imam von Luxor ist unser Ziel,von ihm erhoffen wir Unterstützung und Unterschlupf.