Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

LAVARI

Meine Taschenuhr zeigt sechs Uhr in der Früh als zu einem Bad mit Badesalz geladen wird. Diese Wäsche lasse ich mir nicht entgehen und Indy ist schon ganz aufgeregt.

Zum Frühstück schwebt ein Lord Carnarvon herein, wir mieten wieder den Lastkraftwagen für 3 Schilling und 8 Pence. Den Kraftstoff für das Automobil müssen wir selbstverständlich zusätzlich bezahlen. Auch Dr. Johnnny ist bei der bevorstehenden Expedition dabei, und er ist mit einem Gewehr ausgestattet, sein Besitz ihm anscheinend Unbehagen bereitet.

Unser Plan: Camside aufsuchen unter dem Vorwand Holz zu kaufen. 

Nach einer Stunde durchfahren wir Clotton mit seinen Bauernhäusern und dem Krämerladen.  

Eine halbe Stunde später erreichen wir den Abzweig zur Holzstraße und fahren nach Camside. 20 Minuten später erreichen wir die Ortschaft. Was zunächst auffällt sind die gepflegten Häuser und Straßen, im Gegensatz dazu die eher ungepflegten Einwohner. In der Nähe eines Holzbetriebes parken wir das Fuhrwerk um uns zu beraten. Zwei Arbeiter sprechen uns an, sie wirken leicht irre durch ihre übersteigerte gute Laune und nachdem wir sie abwickeln können (Lord Carnarvon sagt noch, ‚Wenn hier die Köche so aussehen wie die beiden werde ich hier nichts essen.‘) folgen wir einem Fuhrwerk mit vier Holzarbeitern und fahren beim Großhandel vor um unsere Bestellung zu ordern.

In der Verwaltung empfängt uns schliesslich Ms Ise, sie ist die Frau des Besitzers und ich kann meinen Blick kaum abwenden.

Nach einigem Holz vor und in der Hütte, hin oder her ob nun Bretter oder nicht zeigt meine Taschenuhr zwölf Uhr als wir bei Flint einkehren. Die Holzfäller stehen zur Suppe an und die ersten Schnäpse werden herumgereicht. ‘Jede Schüssel drei Pence’, der Koch hält dazu seine Schürze auf. Man begrüßt sich mit Vornamen und scheint sich zu kennen. Cpt Wegbold fragt nach dem Rezept der Suppe, aber der Koch behält es für sich.

Während des Verdauungsspazierganges fällt mir auf das die Menschen hier wohl nicht sehr effektiv sind beim saubermachen. So kehren und wischen sie ihre Hauseingänge, gehen aber sofort wieder mit dreckigen Schuhen hinein. Und sie sind fröhlich, schlicht, fast wie Kinder.

In der Kirche sitzen drei Frauen, fünf Männer und zwei Jugendliche. Zu einer eventuellen Gruft gibt es keinen Zugang. Wir klopfen an die Tür zur Sakristei, keine Antwort.

So  reisen wir weiter nach Berkeley, eine mittelalterlich geprägte Stadt mit Pallisade, Wehrtürmen und Zinnen. Meine Taschenuhr zeigt fünfzehn Uhr als uns die Stadtwache am Eingang empfängt,’Das Gefährt (Automobil) sollen wir draussen vor lassen und was wir den wollen?’, ‘Wir möchten helfen im Kampf gegen die Kröte.’ antworte ich.

Sodann werden wir eingelassen und betreten wahrhaftiges Mittelalter. Die Einwohner, der Marktplatz, die Häuser, Gerüche und Musik, es wirkt absolut authentisch. Mir fällt auf das sich die Bürger vor den Wachen verneigen, ihren aufrichtigen Respekt zollen. In unserer für sie ungewöhnlichen Kleidung fallen wir natürlich sofort auf und die Bewohner schauen uns neugierig an.

Im Rathaus werden wir umgehend zum Bürgermeister Edward vorgelassen. Ein stattlicher Mann in einem stattlichen Lehnstuhl hinter einem stattlichen Schreibstisch. Als wir eintreten steht er auf und begrüßt uns, ‘Mir wurde berichtet Sie können helfen?’, ‘Ja, wir sind mit einigem Wissen ausgestattet und können im Kampf gegen die Kröte helfen.‘ ,Das ist sehr gut, Euch schicken die Götter. Aber wir sind vorbereitet, ein gutes Heer steht bereit. Der letzte Angriff fand vor 50 Jahren statt‘.

Hinter dem Stuhl des Bürgermeisters ist ein Kichern zu hören, mir wird ganz anders. ‚Das sind magielose‘, flüstert es. Was für Geheimnisse schlummern wohl noch im Severn Valley?

Ich lenke ab, ‘Könnte ich wohl ihren Buchbestand durchsehen um mich weiter über die Kröte zu informieren?’ ‘Aber gerne Dr Jones, folgen sie mir!’ Die im staubigen Keller aufbewahrten, in altenglisch verfassten Schriften bereiten mir einige Kopfschmerzen, aber mein Scots Dictionary ist mir bei der Übersetzung hilfreich.

Meine Taschenuhr  zeigt drei Stunden später als ich der Stadtchronik nähere Informationen entlocken kann: In einem immer währenden Zyklus von rund fünfzig bis sechzig Jahren wird die Stadt Berkeley von der ‚Kröte‘ heimgesucht. Die Armee/Wachen der Stadt schaff(t)en es in der Vergangenheit diese Angriffe erfolgreich abzuwehren. Das erklärt auch den hohen Respekt der Bürger gegenüber den Wachen. In der letzten großen Schlacht von 1868 wurde die ‚rollende‘ Kröte und ihre ’schleimige‘ Armee durch Katapultfeuer vertrieben.  Dieser Ort und seine Einwohner (ca 3.000) scheinen irgendwie in ihrer Entwicklung im Mittelalter ‚gefangen‘ zu sein. Ein real gewordener Sisyphus.

Ich berichte meinen Freunden von diesem Umstand, anschliessend verlassen wir die Stadt. Auf der Rückfahrt hören wir Schüsse aus dem Goatswood und ein Feuerschein aus den Tiefen des Waldes lenkt unsere Aufmerksamkeit. Wir halten und schätzen die Entfernung 5-6 Miles ? (…)

(…) Als wir endlich Gloucester Hotel erreichen ist es noch Zeit für einen kurzen Snack, mit Indy raus und dann fallen ich in einen tiefen erholsamen Schlaf.