Dumping at Thames
Novembre 16 1920 Tuesday 11:42pm Halton House London
Was hat den Norweger derart umgehauen? Ich muss nicht lange suchen…
Aus der geöffneten Garage dringt ein mir wohlbekannter Verwesungsmuff, den ich nur mit Tiger Balm aushalten kann. Dort finde ich Ragnars Tasche aus Ölzeug, die eine silbrige Flüssigkeit enthält. Der erschossene Grey! Es stinkt aus der durchschnittenen Öffnung des Behälters!
Er muss weg! So schnell wie möglich entsorgt werden!!
Ich nehme weitere 10 Proben des verwesenden Liquids, bevor ich das Ölzeug wieder verschließe. Auch Carla erkennt die Dringlichkeit, dieses Erbe so schnell wie möglich wieder loszuwerden und erklärt sich bereit, mit mir die Überreste verschwinden zu lassen…
Der einzig richtige Ort in London scheinen mir die stinkenden Docklands zu sein. Doch dort müssen wir incognito auftreten…
Carlas Augen beginnen auf einmal zu leuchten…
Ganz London ist nun ihre Bühne!
Sie verkleidet sich als Mann und verwandelt auch mich in einen Gedungenen der Nacht, mit zwei schwarz aufgeschminkten Zahnlücken. Mein Humpeln brauche ich nur noch zu verstärken und ich werde zu einem confirmed criminal…
10pm Mit dem Silverghost können wir in den Docklands nicht vorfahren. Also stapfen wir in der Nacht nach Bryanston Square, unbehelligt, und finden dort eine einsatzbereite Kutsche der Handwerker, die den Erdgeschossboden des Hospitals sanieren, die wir uns kurzerhand ausleihen. Wir führen die kleine Transportkutsche nach Halton House, wo wir die stinkende Fracht aufladen und uns dann sofort in Richtung Thames begegeben…
Das schlecht erzogene Pferd macht mir Schwierigkeiten und auf dem Weg zum Fluss reiße ich mit der Kutsche ein paar Fensterläden ab, doch kann entkommen, bevor wir entdeckt werden. Hinter mir lautes Gefluche….
An den Kais angekommen, schubsen wir das Ölzeug über die Kante des Piers. Dabei schlitze ich das Ölzeug einmal diagonal auf, damit sich die Überreste in den Fluss vergießen können…
Ein gedämpftes Platschen, gefolgt von einem leisen `Slurp’…und wir sind unsere Fracht los. Wir haben den Grey verklappt!
Eilig besteigen wir wieder die kleine Kutsche. Ich gebe dem Pferd die Peitsche, als Carla leise aufschreit: Sie hat wieder eines von den kleinen grauen Kinder gesehen…
Die Kutsche ruckt los und gibt ein deutliches Krachen von sich. Eine Speiche ist gebrochen. Sehr vorsichtig lenke ich das Gefährt über die cobbled streets zurück nach Bryanston Square…
Wir stellen Pferd und Wagen wieder im Hinterhof ab. Der unruhige Klepper hat in der Nacht wohl gegen die Speichen getreten….
Durch nachmitternächtlich aufziehenden Nebel humple ich mit meiner Gangsterbraut angeregt wieder zurück: “Aarrr, bitch of mine, need some Gin? Get it at my place, aarrr!”
Unsere gelungene Charade bringt uns wieder näher…
In the very early morning we are returning…
Mary-Ann schläft selig vor der Box, die inzwischen 3 Balken aufweist. Bernie erfreut sich bester Gesundheit…









