* Im Land des gelben König
Wir hören vom Rumpf des Wesens ein tieffrequentes Vibrieren, was blitzartig auf sehr hohe, chaotische Frequenzen anschwillt. Wir rasen durch das All! Planeten poppen in Bruchteil von Sekunden auf & verschwinden gleich wieder aus meinem Sichtfeld, Sterne werden langgezogene Linie, diverse mir unbekannte Phänomene gleiten an mir unerkannt vorbei. Noch bevor ich diesen irrwitzigen Wahnsinn genau betrachten, erscheint Aldebaran riesengroß vor meinem Augen.
Trotz der Honigdroge wird mir schlecht, worauf habe ich mich eingelassen? In diesem Moment der Schwäche landen wir & ich falle fast vom Rücken des Allvogels, kann mich aber geschickt auffangen, mit der Waffe im Anschlag – doch kein Feind in Sicht, lediglich eine unendliche Wüste mit einem bläulich-roten Schimmer, den ich noch nie vorher gesehen habe. Ich halte Aussschau nach der Stadt, dessen verworrenenen Spitzdächer ich gleich am Horizont erblicke.
„Herzlich willkommen auf Aldebaran, wie befohlen seit Ihr nun hier in der Wüste Orek-Na!„
Hitze & Wind schlagen mir in unbekannter Intensität entgegen. Der Byakhee schlägt kurz mit seinen fledermausartigen Flügeln, um gleich wieder in die Nacht hinauszufliegen. Mare nuckelt bereits wie besessen an Ihrem ersten von drei Wasserbeutel.
Auch mir wird schlagartig durstig & unwohl wegen der heftigen Hitze & trinke auch kaltes klares Wasser. Nachdem wir beide uns gestärkt haben, orientieren wir uns. Vor uns befindet sich die offene Wüste mit vielen Dünen & leichtem Wind. Hinter uns beginnt eine Ansteigung, die aus heissen Glas u bestehen zu scheint. Eine Art Pfad geht nach links & rechts.
In einiger Entfernung sehen wir eine Bewegung im Sand. Mit dem Fernstecher betrachte ich es genauer und sehe sich bewegenden Sand, die plötzlich innehält. Mare erblickt eine zweite Bewegung, die auch abrupt stoppt. Beim weitteren Beobachten entdecke ich eine Fühler, die 1 Yard aus dem Boden ragt & scheinbar die Gegend absucht.
Doch die unbekannten Wesen scheinen uns nicht zu bemerken & die massige Bewegung unter der sandigen Oberfläche setzt sich ohne bestimmte Richtung fort.
„Wir sollten da vorsichtig sein“ flüstere ich zu Mare, die nur stumm nickt.
Ich drehe mich um & schaue den glasig heissen Felsen an. „Wir brauchen mehr Überblick, sonst laufen wir nur im Kreis“ Mit diesem Worten versuche ich die Wand hochzuklettern, doch schon nahc 2 Yards geben ich auf & rutsche unsanft herunter. Auch Mare ergeht es nicht anders.
Ich schreite vorsichtig die Wand entlang, bis ich eine günstigere Stelle zum Aufstieg finde. Hier gelingt mir der Aufstieg & ich schaue mich um. In einiger Entfernung scheine ich etwas auszumachen, der Feldstecher hilft, es scheinen unnatürliche Felsen zu sein. Mare will auch hochkommen, sodass ich ihr helfe. Sie sieht noch 3 weitere Sandwühler – was uns nicht aufmuntert. In einiger Entfernung sehen wir die Stadt sowie einen grossen sehr gelben Felsen, was Mare als Kalk identifiziert. Da sollte die Kreide zu finden sein. Doch müssen wir querein laufen oder einen langen Haken schlagen, der uns an den Stelen vorbeiführt.
Die offene Wüste wäre reiner Selbstmord. Daher entschliessen wir uns zu dieser Felsenformation zu wandern. Vorsichtig klettern wir wieder herunter, um dann schleichend zu dem Ziel zu gelangen. Nach gefühlten 1-2 Stunden erreichen wir schließlich diese mekrwürdigen Säulen.
Als ich mich Ihnen nähere, bemerke ich eine Bewegung, eine andere als in der Wüste. Ich umschreite die Stelenansammlung & sehe eine Szene von einem Dorf, wo menschenartige Wesen Ihrem Alltagsgeschäften nachgehen. Ich bin fasziniert, doch dann verschwimmen die Bilder & ich sehe nur noch durchsichtige Konturen, als ob die Wesen unsichtbar geworden sind, doch weiter ihren Tätigkeiten nachgehen.
So etwas wie eine ehemalige Zivilisation hatte ich hier am wenigsten erwartet! Es gab wohl ein großes Unglück, das plötzlich über diese Gemeinschaft hereingebrochen ist & nun sind diese Wesen gefangen, allen Anschein nach nicht tot! Mir wird schlecht & es dämmert mir, wer daran Teilhabe trägt. Er, dessen Namen man nicht nennen sollte. Er scheint sich an diesem Unglück zu ergötzen, etwas anderes kann ich mir nicht denken.
„Der Krieg gegen diese Großen Alten beschränkt sich nicht nur auf die Erde, mein Freund!“ höre ich eine Stimme in meinem Kopf. Dann höre ich:
„MYCROFT“ Mare steht vor mir & reisst mich unsanft aus dieser Vision. „Du musst mehr trinken!“ herrscht Sie mich an. In der Tat bin ich schon wieder ausgelaugt & trinke brav mein Wasser.
Nun klettere ich erneut auf den Felsen, diesmal mit Waffe. Vielleicht sterben die Sanddinger auch einfach. Oben von den Stelen sehe ich, das von hier aus wir ohne Zwischenfälle zum Kreidefelsen gelangen können. die Wesen scheinen Beute woanders zu suchen. Wir entschließen uns, nun schnell zu den Objekt der Begierde zu gelangen.
Nach weiteren 2 Stunden erreichen wir unser Zwischenziel. Zunächst untersucht Mare den Felsen & kommt zu dem Schluß, daß dies der gesuchte Kreidevorkommen ist. Sie probiert einige Minuten erfolglos, einen Brocken zu lösen. Ich mache mich daran, doch ohne Werkzeug komme auch ich nicht weiter. Daher nehme die Axt der Inuit, die nach einigen präzisen Hieben einen stattlichen Brocken abhakt. Leider geht meine Axt an den scharfen Kanten kaputt & das Axtblatt löst sich vom Stil.
Sehr betroffen hebe ich den Brocken, das Kopfstück & den Stiel wieder auf. Ich breche zusammen. Die Hitze, das WandernMare rüttelt an mir, wir machen uns auf den Rückweg, einige Fühler bewegen sich wieder in unsere Richtung. Mit schnellen Schritten erreichen wir wieder die Stelen, wo die schemenhaften Wesen auf unsichtbaren Tieren reiten. Hinter uns scheinen einige Fühler die Verfolgung aufgenommen zu haben. Wir müssen auf sicheren Boden! dämmert es uns beiden.
Ich sehe Carcosa, die Stadt, die wie tot wirkt. Aber auch sicher, den der Boden besteht aus Felsen, wie ich aus Erfahrung weiß – wir marschieren los! Nach einer gefühlten Ewigkeit mit den unheimlichen Fühlern im Rücken erreichen wir die Stadt, wo in der Mitte die Pyramide trohnt. Ich vernehme ein Flüstern, doch ich ignoriere es zunächst. Wir schleichen leise in die Straße, betrachten die fremdartigen Gebäude. Die Symbole sagen uns natürlich nichts & Zeit für ausgiebige Forschungen bleiben uns nicht.
Wir entschließen uns, die Stadt am Rande leise zu durchqueren, um zum See von Hali zu gelangen. Nach einigen Abbiegungen wird das Flüstern lauter, auch Mare hört es nun & wird ganz blaß.
„Ah, Vornehmer Besuch, Welch Freude!Mr. Winterbottom. Bitte kommen Sie doch näher. Dazu sind Sie doch hier
Ich spüre, wie meine Beine sich Richtung Pyramide bewegen wollen. Selbst meine Hände greifen danach. Mit ganzer Kraft & Willen schüttel ich den Zwang ab. Mare geht bereits in die Richtung, doch ich zerre sie mit mir Richtung Ausgang.
„Bleiben Sie doch noch, wir konnten uns nicht richtig kennenlernen. Wo wollen Sie den hin? Wollen Sie keine Hilfe von mir Sind Sie nicht deswegen so weit gereist Wir werden uns ganz wunderbar unterhalten
Wie durch Honig bewege ich mich immer langsamer auf die Tür zu. Schon wieder spüre ich den Zwang, einfach umzudrehen, ein Teil von mir will dieses Extrem erleben, fühlt sich hingezogen. Mit letzter Kraft hole ich mein Älteres Zeichen hervor – ein hoher Ton erfüllt sofort die Stadt – ich werde klar. Schnell laufe ich mir Mare, die nun auch Ihr Amulett hervorholt & befreit ist, los. Die Pentagramme in unseren Händen werden warm, schnell heiss, heisser als die Wüste. Mit einem Endspurt laufen wir durch den Ausgang aus der Stadt hinaus. Die Amulette zerspringen in tausend Stücke & wir werfen uns in den Sand.
Nun ist wieder Ruhe & unsägliche Hitze. Vor uns liegt der See von Hali, die Oberfläche des Wasser ist spiegelglatt. Wir laufen zu den Ufer & ich sichere die Umgebung. Nichts zu sehen. Mare trinkt ihren zweiten Beutel leer & animiert mich, Ihr gleich zutun. Anschliessend füllen wir die leeren Wasserbeutel mit den Wasser aus dem See.
Punkt 2 von 3 auf der Liste sind nun abgehakt, Kreide & Wasser befinden sich in unserem Besitz. Mare testet die Kreide, indem Sie einen magischen Kreis zeichnet. Es pufft einmal & der Kreis erhellt sichkurzzeitig. Mare fühlt sich gestärkt & dsamit bestätigt, daß die Kreide die richtige ist.
„Also, ich gehe nicht noch einmal in diese Stadt. Wollen wir zurück?“ fragt sie mich.
In mir kämpfen zwei Stimmen miteinandern. Ich bitte um Bedenkzeit, Punkt 3 auf der Liste erscheint mir der Wichtigste.
„Wollt Ihr wirklich schon wieder abreisen?Dann allerdings verschliesst sich die Möglichkeit, Ihnen & Ihrem Lord zu helfen. Dies ist die letzte Chance…
Auch ohne die mahnenden Worte ist mir dies zutiefst bewusst. Brauchen wir die Hilfe des Königs? Immerhin treten wir gegen Cthulhu an, seinem verhassten Bruder. Lieber einen lebenden Feind in der Ferne als unbesiegbares Ungetüm zuhause…Oder wird er uns hereinlegen? Uns einfach vernichten? Und seinen Bruder Freies Handeln auf der Erde erlauben? Den Schriften nach würde er alles vollbringen, um dem Wasser unter dem Wasser zu schaden.
„Nun, wie entscheidet Ihr Ich will nicht ewig warten Letzte Chance
Auch Mare wird ungeduldig. Mit einem Seufzer greife ich in die Tasche & hole einen Shilling hervor. „Kopf, ich gehe zum König. Zahl wir machen es ohne seine Hilfe!“ und schnippe die Münze hoch, fange sie & sehe auf der Münze das Gesicht von King George!
„Mare, reist alleine mit dem Buch zurück! Ich fliege mit dem Byakhee zurück, das liegt mir mehr!“ sage ich zu Ihr.
Die Französin erstarrt. Sie bittet mich mehrmals, mitzukommen, doch ich verneine. Die Münze & die Entscheidung sind gefallen. Ich gehe als Unterhändler zu dem König in Gelb, um Cthulhu gemeinsam zu bekämpfen!
„Ich habe es mit dem Lord abgesprochen. Wir nehmen jede Hilfe, die wir kriegen können! Er wird helfen, Mare! Gute Reise! Wir sehen uns bald wieder!“
Mit diesen Worten schreite ich zurück nach Carcosa, wo der König auf seinem pyramidalen Trohn auf mich wartet!










