Auf Cthulhus Spur

Gepflegtes Rollenspiel rund um den kriechenden Wahnsinn

Berlin

Nach einem wahrlich fürstlichem Frühstück: Besuch in der Georgenstrasse Nummer fünf einem kleinen, heimeligen Tabakladen der besonderen Art, welchen ich auf unserem gestrigen Heimweg vom Admiralspalast zum Hotel gewahr wurde. Ich kaufe zwei Päckchen Nil und eine Flasche Hali, Black Sea – Beard Oil,Beard_Oil Sanjuro und dann auch Mycroft leisten sich diese exotische Essenz. Nur Ms Mary Ann hat kein Interesse mehr. Nun nur noch eine Apotheke, Produkte der Firma Merck: Veronal, Eukodal, Diacetylmorphium und Kokain. Der Ruf der Museumsinsel und seine aktuelle Sonderausstellung ist aber dringender, ich hoffe auf exklusive Exponate von Pohnpei.Neues_Museum_Schnitt_Nordflügel

Zwei der Südseeexponate erinnern an das ältere Zeichen, mehrere tragen Züge der Wesen unter Wasser. Wir erfahren diese seien in vielen Meeren der Welt bekannt. Ich berichte dem Lord über meine Erkenntnisse aus dem Studium des „Pohnpei Scripture“ niedergeschrieben von Kapitän Abner Ezekiel Hoag Ende des 18ten Jahrhunderts. Mycroft scheint besonders von einem Flötenteil gefangen genommen. Mare führt mich in die ständigen Ausstellungsbereiche des Hauses, ich übersetze die oft längeren Beschreibungen der Vitrinenauslagen für sie ins Arabische. Wir durchstreifen die Bereiche Sumer, Ägypten, Griechenland und Römisches Reich. Im römischen Teil versammeln sich Mare und Sanjuro vor einem Gemälde eines „Gottvaters“ umgeben von „Höllenhunden“, die Inschrift Lautet: 

DEVOMNODENTi – devom Noden ti
FLAvIVSSENILSPOSSVit – Wer wohl „Flavius Senils“ war ?
PROPTERNVPtias – propter nuptias
quaSVIDITSVBVMBra  – was sichtbar unter dem Schatten

Wäre Henry hier könnte er uns bei der Übersetzung behilflich sein. Dann packt uns der Hunger und läßt uns die U2 besteigen – Eberswalder Straße angekommen, erregen wir in unserer Erscheinung umgehend Aufmerksamkeit. Mycrofts selbstherrliches Auftreten läßt die Stimmung langsam aber sicher zu unserem Nachteil kippen, ich habe eine kurze Vision des demonstrierenden Proletariats von gestern Nacht. Mit einer spendierten Runde Flaschbier hoffe ich zu beschwichtigen und zu unseren Gunsten zu mildern. Die Narben des Märzbürgerkriegs 1919 sind noch längst nicht verheilt und ich habe zum zweiten Mal heute ein mulmiges Gefühl. Die empfohlene „Currywurst“ von Konopke ist dies alles Wert, köstlich. Mycroft möchte dann noch nach Tegel die Reste des „Rituals“ inspizieren, auch Mary-Ann ist einem Abstecher am späteren Nachmittag nicht abgeneigt. Der Lord und Sanjuro wollen die Beiden begleiten, sich diese verbrannten Ruinen der Humboldtvilla näher anzusehen. Carla, Mare und ich kehren zu Fuß nach Stadtmitte ins Grand Hotel zurück.