* Auktion & Reaktion
Um Punkt 6.00 am breche ich nach einem kleinen aber herzhaften Frühstück auf. Auf dem Weg zum Flughafen drückt mir der Käptn noch ne übersetzte Zeitung in die Hand, mit der Bitte, sie umgehend dem Lord zu überreichen. Beim Überfliegen des Artikel erkenne ich sofort, warum: Neue Hinweise auf das Verschwinden der Almina. Unsere Taten, vor allem die des Lords, werden publik, etwas, was der Lord regelrecht hasst.
Schnell checke ich die Maschine, aber alles steht zum Besten, sodass ich schnellstens aufbreche. Die Strecke ist doch länger als ich erst errechnet hatte, daher gebe ich Vollgas! Beim Zurückblicken sehe ich den winkenden Kapitän, und im Meer scheinen tausende von Tiefen Wesen auf den Strand zuzuschwimmen. Panik erfüllt mich & ich ziehe mit wild kreischender Maschine nach oben. Augenblicke später scheint alles wieder normal zu sein.
Ich drehe nochmal eine Runde, proste dem Kapitän zu, nehme einen kräftigen Schluck & drehe dann Richtung England. Es wieder herrliches Wetter, das Land zeigt sich mit allen seinen Konturen. Die See ist leicht wellig, der Wind streichlt meine Haare. Nach dem kurzem Tankzwischenstopp brause ich mit Vollgas weiter.
Auf dem Flugplatz in Croydon steht der Silverghost bereit, ich überlasse die Martinsyde meinem Mechaniker Team, die sich gleich dranmachen, das gute Stück zu warten. „Machen Sie sie gleich wieder startklar, ich brauche sie heute oder morgen wieder!“ Anschließend fahre ich schnellstens zur Auktion. Die Silverghost liegt auch bei Erreichen der Spitzengeschwindigkeit gut in den Kurven, waghalsige Überholmanöver gelingen problemlos, zum Leidwesen aller anderen Teilnehmer. Nach einem kurzen Notstop & einer überflüssigen Diskussion mit Verkehrspolizisten komme ich punktgenau beim Auktionshaus an.
Der Lord gegrüßt mich freudig & ich überreiche ihm die Zeitung. Mit Sorgenfalten zieht er sich kurz zurück, während ich mich den dargebotenen Gegenständen widme. Die Waffen sehen gut gepflegt aus, die Holzflöte sieht recht schlicht aus. In der Truhe ist ein Gefäß mit sonderbaren Steinen. Die Bücher scheinen mondäne Ausgaben der hiesigen Geschichte zu sein, was mich nicht interessiert. Ich versuche vom Personal mehr Informationen zu erhalten, leider ohne Erfolg.
Dann beginnt der Hauptteil. Ich biete bei den Pferden mit, da ich gern mal wieder zur Jagd ausreiten will. Sie sind keine Prachtexemplare, trotzdem lasse ich 22 Pfund. Passend zur meinem Jagdwunsch ersteigere ich mir die unikate Flinte „Holland & Holland Royal deluxe“.
Nach der Truhe sowie einer Kommode, die der Lord sich schnappt, kommt die Holzflöte dran. Zunächst liegt das Gebot bei 4 Shilling. Ich biete mit. Kurz vor dem Zuschlag bietet plötzlich ein Mann mit, den ich vorher nicht wahrgenommen habe. Sein Gebot liegt bei 10 Pfund! Nach der kurzen Überraschung biete ich mit. Schnell geht der Preis in die Höhe. Bei 21 Pfund gibt er auf. Ich nicke Snajuro kurz zu, er solle sich den Mann mal in Augenschein nehmen. Dieser scheint sofort die Auktion zu verlassen, draussen in ein wartendes Fahrzeug zu steigen, um dann unerkannt zu verschwinden.
Ich gehe zur Ausgabe, bezahle meine neuesten Errungenschaften und regel die Unterkunft für meine Pferde, die der Lord in sein Gestüt unterkommen läßt. Gutgelaunt fährt unser Troß wieder nach Highclere Castle, wo wir alles genau zusammen begutachten. Die Kommode scheint es allen angetan zu haben, doch niemand kann etwas Verstecktes erkennen. Meine Flöte scheint völlig normal zu sein, die Waffe ist hervorragend gepflegt.
Mein japanischer Freund erzählt uns von seinen neuesten Erkenntnissen: Es scheint als sei beim Haus in Curdridge Hill das Fundament ein japanischer Keller einer Burg benutzt worden zu sein. Jemand holt eine japanische Burg um den halben Globus? Ich sichere ihm meine Hilfe zu, diesem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Nachdem wir alle gegessen & geredet haben, planen wir die morgige Reise nach Exeter. Da wir uns zeitlich zu optimistisch geplant hatten, telegraphiere ich dem Kapitän unsere neue E.T.A. Er antwortet umgehend, er werde ausharren, weitere Nachforschungen anstellen & Vorbereitungen treffen. Ich solle „gut ausgerüstet“ sein, wenn ich zurückkomme – was ich immer gern erfülle!
Ich ziehe mich zurück, um mir das Buch „De Vermiis Mysteriss“ von Henry zu holen. Diese Träume sind mir unheimlich, ich muss endlich weitermachen, um Herr über meine Träume zu sein. Nach einem kurzen Studierens finde ich sofort die passende Passage & vertiefe meine Studien.
Müde & erschöpft, aber zufrieden, lege ich mich zur Ruhe. Ich träume:
Es steht wieder an meinem Fenster, Schnee scheint durch Fenster hineinzuwehen. „Du bist mutig, soo mutig. Bist Du sooo mutig?“ Es geht eine lange Zeit so.













