ツロンドヘイムに (Turondoheimu ni) – Nach Trondhjem
Beim Frühstück berichtet uns Maikurofuto von einem Ausflug in die Traumlande. Zusammen mit Mare hatte er sich eines von zwei Teilen eine Flöte aneignen können. Diese Flöte, erklärt er, ermögliche es ihm, ein Wesen von einer anderen Welt zu rufen und zu beherrschen. Er behauptet sogar, dass eines dieser Wesen ihn seit einiger Zeit interessiert beobachtet. Maikurofuto glaubt, dass er das Geschöpf mit irgendetwas, das er früher einmal getan hat, beeindruckt hat.
Wir brechen zeitig nach dem Frühstück mit zwei Flugzeugen in Richtung Trondhjem auf. Nach knapp drei Stunden Flug legen wir einen Zwischenstop in Stavanger ein. Nach zwei weiteren Stunden Flug gerät Trondhjem in Sichtweite. Wir setzen zur Landung an. Die Schwimmer sind an den Flugzeugen montiert. In dieser felsigen Fjordlandschaft biete die Wasseroberfläche die einzige Möglichkeit zu einer Landung. Ich sehe wie Lorudo-donos Maschine mit etwas zu hoher Geschwindigkeit auf dem Wasser aufsetzt, gegen die Kaimauer prescht und langsam im Hafenbecken versinkt. Der Unfall bleibt nicht unbemerkt. Noch bevor Maikurofuto unsere Maschine sicher wassert, werden Lorudo-dono und Mare bereits von den Hafenarbeitern aus dem Wasser gezogen. Senchō, der unsere Ankunft erwartet und das Disaster vom Ufer aus beobachtet hat, schlägt fassungslos die Hände über dem Kopf zusammen. Dennoch – es ist glimpflich ausgegangen. Lorudo-dono und Mare haben keine ernsthaften Verletzungen davon getragen.
Senchō präsentiert uns mit Stolz sein neues Schiff, die Barkasse Nidelva. Tapfer erträgt er Lorudo-dono und Maikurofutos Spott. Die beiden schließen schon heimlich Wetten ab, wie lange das Schiff unter Senchōs Führung wohl schwimmen wird.
Senchō berichtet von seltsamen Vorkommnissen in Trondhjem. Eine Organisation aus Deutschland – die Thule-Gesellschaft – hat hier eine Niederlassung eröffnet und stellt Nachforschungen an. Besonderes Interesse zeigt sie an einem Riff, das hier Tempelrik – Teufelsriff – genannt wird. Bei einer Regatta vor siebzehn Jahren sind drei Yachten an dieser Stelle spurlos verschwunden.
Weiter erzählt Senchō, dass sein Großvater ihn über ein mysteröses Familiengeheimnis unterrichtet hat. Es hat irgendetwas mit dem Unterwasseratmen zu tun. Außerdem hatte es einen Unfall in der Familienmine in Røros gegeben. Der Minenarbeiter, der zum Glück nur leicht verletzt geborgen werden konnte, berichtet von einem Siegel, das er berührt hatte, bevor der Minengang einstürzte.
Nachdem Senchō uns über diese Geschehnisse in Kenntnis gesetzt hat, checken wir im Hotel Nowgorod ein. Anschließend fahren wir mit der Droschke zum Anwesen der Nidelvens. Senchōs Mutter brennt darauf, die Freunde ihres Sohnes kennen zu lernen.
Isa Nidelven begrüßt uns hocherfreut. Sie spricht kein Englisch. Senchō stellt sich als Dolmetscher zur Verfügung, wenngleich ich glaube, dass er nicht alle Geschichten, die Isa zu berichten weiß, ganz übersetzt. Zum Abendessen tischt sie „Ente Nidelva“ auf – eine Spezialität nach einem alten Familienrezept. Den Vogel hätte Senchō heute morgen erlegt.
Trotz der Sprachbarrieren verbringen wir einen netten Abend bei Senchōs Familie. Erst gegen 22:00 Uhr kehren wir ins Hotel zurück. Senchō bringt uns mit der Kutsche der Nidelvens in die Stadt. Zusammen mit Maikurofuto will er sich das Büro der Thule-Gesellschaft noch etwas genauer ansehen.
Obwohl es schon recht spät ist, ist es noch nicht richtig dunkel. Im diffusen Zwielicht der Dämmerung offenbart sich uns ein farbenprächtiges Lichtspektakel. Es ist die Zeit des Polarlichts.











