友の別れ (Tomo no wakare) – Der Abschied eines Gefährten
Am Abend lädt Henuri-san uns ins Isakaya „赤い灯籠 (Akai Tōrō – Rote Laterne)“ ein. In einer zynischen Rede bedankt er sich für die gemeinsame Zeit und die Abenteuer und verkündet, dass er nun nach England zurückkehren würde und sich um eigene Dinge kümmern wolle. Außerdem müsse er seinen Hund wiedersehen. Er wünscht uns Glück und hofft auf ein baldiges Wiedersehen. Wir stoßen auf sein Wohl an.
Mir fällt ein junger Mann auf, der selbst für japanische Verhältnisse ungewöhnlich ruhig und zurückhaltend wirkt. Er sagt nichts, er trinkt nichts, er isst nichts. Vielleicht wartet er auf jemanden. Nach einer Weile verlässt er das Isakaya.
Gegen zehn Uhr kehren wir zurück nach Okumura-tachi. Ich mache mir Sorgen um Tetsuya. Er ist seit seiner Rückkehr nicht aus seinem Zimmer gekommen. Ich gehe zu ihm. Die Tür zu seinem Zimmer ist halb offen. Ich klopfe vorsichtig und frage, ob ich reinkommen darf. Tetsuya antwortet nicht aber ich höre ein gleichmäßiges, tiefes Schnarchen. Der intensive Geruch von Reiswein dringt aus dem Raum. Als ich die Zimmertür schließe, sehe ich drei leere Sake-Flaschen über den Boden zerstreut herumliegen. ‚Armer Junge‘, denke ich und schließe leise die Zimmertür.









